Ich gucke heute zum ersten Mal bewußt "Pastewka" (bei Sat1 Comedy läuft heute ein Pastewka-Marathon) und amüsiere mich sehr. Pastewka ist ja wirklich lustig, ich mochte ihn auch immer, aber als Schauspieler habe ich ihn nie gesehen, immer als "Comedian". Hier schauspielert er jedoch, und nicht schlecht. Pastewka spielt sich selbst, die Personen in seinem Privatleben sind fiktiv, aber das alles wird ergänzt durch Kollegen, die sich ebenfalls selbst spielen (Engelke, Kausch, Balder, Kessler, Kalkofe usw.). Sehr lustig und empfehlenswert, ich muss jetzt aufhören, sonst tue ich heute nichts anderes mehr - Knopf ist gedrückt, Recorder läuft ;-)
Von Ende der 80er bis Mitte der 90er Jahre wurden im TV eine ganze Reihe von Comedians (im weiteren Sinne) populär, mehr als je zuvor und (bislang) danach: Anke Engelke, Olli Dietrich, Bastian Pastewka, Stefan Raab, Hella von Sinnen, Hugo Egon Balder, Ingolf Lück, Marco Rima, Gaby Köster, Kalle Pohl, Bernd Stelter, Piet Klocke, Stefan Jürgens, Wigald Boning, Esther Schweins, Mirco Nontschew, Ingo Appelt, Michael Mittermeier, Götz Alsmann, Rüdiger Hoffmann, Martin Schneider, "Atze Schröder", "Marlene Jaschke". Vielleicht fehlt noch der eine oder die andere. Etwas später kamen noch Christoph Maria Herbst, Bully Herbig und Markus Maria Profitlich hinzu. Viele von ihnen prägen bis heute den TV-Humor.
Dazu kamen Radioprogramme wie das "Frühstyxradio" von ffn und "Stenkelfeld" von NDR 2.
Sie sind beinahe alle durch die privaten Sender populär geworden, die sich in der Zeit zwischen Pionierphase und Konsolidierung befanden. Ich bin nachwievor kein Freund der Privaten und halte ihre Zulassung anno 1984 immer noch für falsch. Doch neben viel unsäglichem Mist haben sie zweifellos auch einige positive Impulse gebracht.
Hm, das klingt alles sehr diplomatisch, Kaschi. Aber ich weiß nicht, was du damit sagen willst. Findest du die neuen "Comedians" nun gut oder schlecht? Ich weiß, dass du Anke Engelke magst, Pastewka dürfte dir dann auch liegen. Und den Olli Dittrich dürftest du auch mögen.
Im Grunde mag ich von deinen u. g. Ingo Appelt, Martin Schneider und Atze Schröder nicht so. Mit Piet Klocke, Kalle Pohl, Bernd Stelter, Mirco Nontschew und Rüdiger Hoffmann kann ich nichts anfangen, grundsätzlich unsympathisch finde ich sie nicht. Bei Mittermeier bin ich zwiegespalten, Esther Schweins halte ich nicht unbedingt für einen Comedian, auch Stefan Jürgens nicht - die haben nur zufällig bei "RTL Samstag Nacht" mitgemacht, aber es ist ja nicht unbedingt ihr Hauptthema.
Ich finde Anke mitunter etwas nervig, sehe sie aber eigentlich gern. Mit Olli Dittrichs "Dittsche" kann ich nicht wirklich viel anfangen, obwohl die wohl irre beliebt ist. Ich mag Hella von Sinnen und Hugo Egon Balder, auch wenn beide sehr nerven können, das gleiche gilt für Ingolf Lück. Von Marco Rima kenne ich nur die Wochenshow, kann mir da kein Urteil erlauben. Gaby Köster fand ich eigentlich immer gut, hoffentlich sehen wir sie irgendwann wieder. Wigald Boning mag ich, Götz Alsmann ebenso, Marlene Jaschke habe ich zu selten gesehen. Ich gehöre zu den seltenen Menschen, die "Stromberg" nicht mögen. C.M. Herbst ist damit nicht mein Mann. Profitlich kann witzig sein, aber wirklich gern sehe ich ihn nicht. An Bully habe ich mich satt gesehen. Ach ja: Stefan Raab! Man muss ihn nicht sympathisch finden, aber anerkennen, dass er momentan das größte Showtalent in Deutschland ist, und wohl auch das vielseitigste. Nicht unbedingt im Präsentieren oder Moderieren, aber das Drumherum, die Ideenschmiede, die funktioniert.
Dann wären wir bei den nicht genannten Dieter Nuhr, Erwin Pelzig und Eckard von Hirschhausen. Die beiden erstgenannten fand ich schon immer gut, seit ein paar Wochen habe ich den Hirschhausen im CD-Player meines Autoradios laufen. Die CD "Liebesbeweise" habe ich zum Geburtstag bekommen, momentan höre ich "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben". Das ist nicht gnadenlos witzig oder komisch (aber witzig genug), aber mit viel Herz gemacht, nicht umsonst sind seine Bücher so erfolgreich.
Ich wollte sagen, dass in jener Phase offenbar besonders viele Comedians (im weiteren Sinne) populär wurden, die seither das Genre prägen. Insgesamt finde ich das positiv. Aber nicht jeder einzelne Vetreter sagt mir zu.
Ich denke, dass der TV-Humor viel frecher und lockerer geworden ist. Die Anfänge dieser Entwicklung gehen allerdings bis weit in die 70er zurück: Insterburg und Co. sowie Otto Waalkes fallen mir da zuerst ein.
Im einzelnen mag ich aus dieser Zeit insbesondere Anke Engelke, Olli Dietrich (v.a. als Dittsche), Bastian Pastewka, Piet Klocke, "Marlene Jaschke", Oliver Kalkofe und das Frühstyxradio, Stenkelfeld und Götz Alsmann. Nicht so mein Fall: Stefan Raab und Ingo Appelt. Heute höre ich im Radio gerne zu, wenn "Frühstück bei Stefanie" kommt oder "Wer piept denn da?".
Dieter Nuhr ordne ich eher beim Kabarett ein - eine Kunstform, die wesentlich an Bedeutung verloren hat. Ob da ein Zusammenhang besteht? Oder hat das vielleicht eher mit dem wachsenden Desinteresse an Politik zu tun?