Ich habe auch kaum noch Erinnerung daran, habe es aber, soweit ich das noch weiß, gern gesehen, habe bisher aber geglaubt, dass es eine eher harte Westernserie war. Aber, wie gesagt, ich kann mich täuschen, weil die Erinnerung ziemlich schwach ist. Oh, ist ja schon 32 Jahre her, kein Wunder ;-)
Der "Marshal von Cimarron" lief im späten Nachtprogramm am Samstag und war fast komplett fürs deutsche Fernsehen teilweise bis zu 10 oder 15 Minuten gekürzt. Stuart Whitman spielte den marshal Jim Crown, er hatte einen schottischen Hilfssheriff, und Randy Boone, der "Randy" aus "Die Leute von der Shiloh Ranch" durfte auch in dieser Serie ab und an zur Gitarre greifen und ein Liedchen trällern. Der weibliche Sidekick war die von der jungen und bildschönen Engländerin Jill Townsend gespielte Dulcie. Die Geschichten enthielten zwar humorige Elemente, aber der Ernst überwog. Ganz besonders beeindruckend war eine Folge, in der es in Marshal Crown's Stadt zu grausamen Morden kommt. Ein Phantom geht um und mordet sich durch die nebelumwaberte Gegend. Crown jagt den Killer und tappt lange im Dunkeln, bis er dahinter kommt, dass er es mit niemand anderem zu tun hat als jenem Mann, der unter dem namen "Jack the Ripper" in London fünf Prostituierte ermordete... Ein interessanter Ansatz, den Jack the Ripper - Mythos in das Westerngenre zu übertragen, wenngleich am Ende das ganze dann doch weder Fisch noch Fleisch ist und ein wenig unbefriedigend bleibt. Die Titelmusik von Maurice Jarre ist eines der schönsten Serienthemen, die ich kenne, und geht wunderbar ins Ohr. Für eine der im zur Neige gehenden zeitalter der Westernserien entstandene Produktion bietet der Marshal von Cimarron auf jeden fall spannendere Unterhaltung und originellere Geschichten als die Langfolgen der "Leute von der Shiloh-Ranch" mit Stewart Granger, die ebenfalls im Nachtprogramm des ZDF ausgestrahlt wurden.
Zwei inzwischen in Deutschland offenbar völlig vergessene Westernserien sollen hier aber auch noch angesprochen werden, die Anfang der 60er Jahre nur einmal liefen:
"Texas Rangers - Aus der Geschichte einer berühmten Polizeitruppe" schilderte immer im Wechsel die im alten Westen und in den modernen 50er Jahren angesiedelten Fälle der Texas Rangers Jace Pearson und Clay Morgan. Die Fälle wurden den Akten der Texas Rangers entnommen. In Deutschland erschienen zahlreiche Fernsehbücher und Comics zur Serie, obwohl diese zum Zeitpunkt der Comicauflagen bereits lange ausgelaufen war und die 13 Episoden nie wiederholt wurden.
"R.C.M.P." war eine "moderne" Westernserie, die Abenteuer der kanadischen Polizei "Mounties" schilderte. Ich habe die Serie schwach in Erinnerung, habe sie aber auch oft mit "Sergeant Preston vom Yukon" verwechselt, die ja auch von einem Mountie handelt. Leider ist R.C.M.P. nur einmal gelaufen und wurde ebenfalls nie wiederholt.
Zu den hierzulande "vergessenen" Westernserien gehört ohne Zweifel auch "Die Monroes", die von Walt Disney produziert wurden und die Geschichte von Geschwistern einer Siedlerfamilie erzählt, die ihre Eltern bei der Überquerung eines Flusses verlieren und sich fortan allein im Westen behaupten müssen. Die Geschichten dieser Familien-Westernserie waren spannend und gefielen mir als Kind sehr gut - und die Originalfolgen, die ich in den USA ergattern konnte, sind nicht minder unterhaltsam.