Muss mal - obwohl erst drei Folgen gesehen - einen Tipp für eine relativ aktuelle Serie loswerden, die ich nur auf Grund der durchgehend sehr positiven Rezensionen bei Amazon gekauft habe. Hin und wieder sehe ich ja auch mal gern eine aktuelle Serie, und es muss nicht immer Sci-Fi sein, auch eine gut gemachte Familienserie tue ich mr mal an.
"Everwood" ist die Geschichte eines verwitweten Arztes aus New York, der mit seinen beiden Kindern nach Colorado in die Kleinstadt Everwood zieht. Obwohl vollkommen ohne Action oder Krimielemente auskommend, hat's mich sofort gepackt. Ein wenig hat mich der Aufdruck auf der DVD-Box ja abgeschreckt: "Keine Fernsehsendung hat mehr Herz. Superb." Ich erwartete Schmalz und einen enormen Druck auf die Tränendrüsen (nun gut, wer sensibel ist ... ). Es geht ans Herz, wirkt aber durchaus nachvollziehbar und ganz und gar nicht künstlich oder schmalzig.
In der Hauptrolle Treat Williams, den ich noch als Hippie in "Hair" in Erinnerung hatte. Dr. Andy Brown, der sich bisher kaum um seine Kinder kümmerte, ist jetzt ziemlich überfordert mit der Erziehung eines 15jährigen und einer 9jährigen. Dazu noch eine neue Praxis, mit der er sich erst mal etablieren muss. Die Konkurrenz durch den bisher einzigen Arzt in Everwood macht es ihm nicht gerade leicht, zumal sich sein Sohn in die Tochter des Konkurrenten verliebt und die Mutter des anderen Arztes seine Sprechstundenhilfe wird.
Auch die Kinder und die übrigen Bewohner von Everwood spielen bisher ganz wunderbar. Die zweite Staffel (es gibt vier) ist jetzt in Deutschland herausgekommen, die Rezensionen auch hier enthusiastisch. Das ganze lief bei uns auf Vox am Nachmittag, was ich verständlicherweise nicht sehen konnte. Eins ist sicher: die zweite Staffel wird auch gekauft, wenn die Qualität nicht stark nachläßt.
Kann ich nur empfehlen für Leute, die Familienserien mögen. Die erste Staffel umfaßt 23 Folgen und ist derzeit für 14,99 bei Amazon zu haben.
Zu der Zeit, als ich die privaten Sender noch auf meiner Fernbedienung hatte, habe ich das auch gesehen, würde es mir aber nicht noch einmal ansehen. Da ich nicht "spoilern" will, sage ich jetzt mal nicht warum....
Ich weiß ja, du stehst auf die Gilmore Girls ... :-)) Wenn ich diesen fürchterlich laut-aufdringlichen, dauerquatschenden Mutter-Part namens Lorelai ertragen könnte, würde ich da auch noch mal reinschauen. Da muss ich aber gut gelaunt sein ... Na ja, die Geschmäcker sind halt verschieden. Irgendwann mußt du mir mal verraten, warum nicht.
Ich weiß, klingt jetzt wie eine Ausflucht... aber so prickelnd sind die Gilmore-Girls für mich auch nicht mehr. Eine Zeitlang mochte ich zwar vor allem Lorelei sehr, aber als ich micr dann vorstellte, mit dieser komplizierten Frau zusammenzuleben (wohlmöglich heiraten).... neeeeeeee.... Aber die Dialoge und vor allem die Wortgeplänkel zwischen Lorelei und ihrer Mutter Emily fand ich immer sehr amüsant...
Naja, meine Schwester bekommt von mir zu Weihnachten die letzte Staffel und wenn ich mal gaaaaaaaaaanz viel Zeit habe, sehe ich mir die Gilmore-Girls dann mal in einem Rutsch an.... Lebensmittel bunkern, Tür abschließen und dann ab nach Stars Hollow...
Everwood hat zu Anfang mehr versprochen, als es dann halten konnte. So mein ganz persönlicher Eindruck. Dort nahmen die bedrückenden Situationen immer mehr zu. Aber vielleicht siehst du das anders.
Ich habe, als ich letztes Wochenende fertig war mit Everwood und die zweite Staffel noch nicht eingetroffen war (ist sie mittlerweile) aus lauter Verzweiflung mit den Gilmore Girls begonnen. Momentan bin ich in der Stimmung auf amerikanische Kleinstadtidylle mit Familie usw. Und wider Erwarten hat es mir bisher ganz gut gefallen (bin aber erst bei Folge 8). Lorelai nervt immer noch, ist aber in Kombination mit den anderen schrägen Charakteren zu ertragen. Die einzige normale Figur ist ja wohl Rory, die Tochter. Lorelais Eltern sind zweifellos die wahren Stars der Serie.
Donnerstag kam dann die zweite Staffel Everwood. Bis zu dritten wird es Mitte Februar werden (zum Glück scheint es komplett veröffentlicht zu werden), von daher kann ich mir vorstellen, auch mit den Gilmore Girls ein Stück weiter zu kommen.
Warte mal ab, bis Rory zur Höchstform aufläuft und die ersten Männer in ihrem Leben autauchen.... Die kann "wunderbar" zickig sein. Aber vielleicht sehe ich das auch nur als Mann so.
Aber du hast völlig recht. Emily und Richard sind eine Klasse für sich und die Wortgefechte zwischen Lorelei und ihrer Mutter sind sehens- bzw. hörenswert...
Nachdem ich gerade bei Facebook von einem anderen Gilmore-Fan gefragt wurde, wie weit ich damit bin: ich habe jetzt 18 Folgen der 1. Staffel gesehen. Es ist im Vergleich zu Everwood sehr leichte Kost, denn ich muss dir Recht geben, cessna: in der 2. Staffel von Everwood wird es schon arg dramatisch, die erste Staffel war um einiges humorlastiger. Obwohl mir die Entwicklung der Charaktere grundsätzlich gut gefällt, denke ich, dass es der Serie besser gestanden hätte, den Humor zu behalten. Trotzdem bin ich angefixt und werde ab Mitte Februar, wenn die 3. Staffel erscheint, weiter gucken. So lange brauche ich bei den Gilmore Girls ja nicht zu warten :-)
Die Gilmores gefallen einem, je mehr man schaut, besser mit jeder Folge, weil man auch die Charaktere besser kennen lernt, wenn es auch mal wieder typische Soap-Elemente hat - alles dreht sich um ein paar Figuren und ganz wenige Freunde. Wieso hat Lorelai außer der Köchin keine einzige Freundin? Und wo sind Rorys Freundinnen in Stars Hollow - sie kann doch unmöglich nur Lane kennen? Aber okay - in Everwood ist es nicht anders. Plötzlich, obwohl in der ersten Staffel noch undenkbar, sind Ephraim und Bright dicke Freunde, und die anderen Freunde von Bright tauchen praktisch nicht mehr auf. Aber so ist es überall, eine Serie braucht nun mal Hauptfiguren. Zuviele Nebenfiguren hingegen verwirren nur, es ist also dramaturgisch in Ordnung, wenn sich alles nur um 7 - 10 Figuren dreht, mehr würden wir als Zuschauer wahrscheinlich nicht verkraften.
Übrigens soll auch George Takei (Mr. Sulu aus "Raumschiff Enterprise") sich mehrmals über die mangelnde Entwicklung seiner Figur beklagt haben und zur Antwort bekommen haben, dass er nun mal eine Nebenfigur sei, und William Shatner und Leonard Nimoy nun mal Hauptfiguren. Und Robert Beltran, Commander Chakotay aus "Voyager" hat auf einer Fedcon mal gesagt, dass er alles tun würde, um endlich mal eine Geschichte und mehr Text zu bekommen. Als man ihn fragte, ob er ggf. bereit wäre, mit Captain Janeway eine Liebesgeschichte zu erleben, sagte er: "Um endlich etwas aus dieser Rolle zu machen, wäre ich auch zu einer Affäre mit Fähnrich Kim bereit..."
Zum Schluss noch ein weiterer Serien- bzw. DVD-Tipp:
Die ersten vier Folgen kommen einem die Figuren arg überzeichnet vor, aber danach wachsen sie einem schnell ans Herz. Ein 23jähriges Model und eine 32jährige Anwältin kommen etwa zur gleichen Zeit um. Durch einen himmlischen Fehler des Schutzengels Fred landet die 23jährige im Körper der 32jährigen (fülligen) Anwältin und wacht wieder auf. Der Verlobte des Models ist ebenfalls Anwalt und arbeitet in der gleichen Anwaltskanzlei. Jane, die Anwältin, hat sowohl die Erinnerungen von Deb, dem Model, und die Erinnerungen von Jane - und bringt oftmals was durcheinander. Nur ihre Model-Freundin Stacy (herrlich naiv und dümmlich-blond...) und Schutzengel Fred, der als Bote im Büro anfängt, wissen, was mit Jane wirklich los ist. Und Grayson, Debs Ex-Verlobter, fragt sich immer, wieso Jane ihn so gut versteht... Leider hat die erste Staffel nur 13 Folgen, die zweite Staffel läuft momentan im Pay-TV auf Fox. Das ganze ist eine Mischung aus Körpertausch-Geschichte, Comedy, Drama und Anwaltsserie, als letzteres aber nicht halb so schräg wie Ally McBeal oder Boston Legal. Absolute Empfehlung von mir!
Es beruhigt mich, daß Du bei Everwood ebenfalls einen Stimmungswechsel bemerkt hast. Mir wurde die ganze Geschichte einfach zu düster-dramatisch. Ich wartete immer auf einen Hoffnungsschimmer, aber der blieb aus.
cessna, mittlerweile habe ich mich sehr mit den Gilmore Girls angefreundet und finde auch Lorelai jetzt ganz nett. Vielleicht deshalb auch, weil mich ihre alberne Ader z. T. an mich selbst erinnert ;-)) Nur diese Hektik beim Sprechen (die sich aber bei allen weiblichen Charakteren durchzieht, ich denke auch an Lane und Paris!) finde ich immer noch arg gewöhnungsbedürftig. Mutter Gilmore hingegen ist eine Schau.
Rorys Freund Dean mag ich gar nicht, Jess hingegen wäre ich auch nachgefahren ;-) Aber ich habe schon gelesen, dass sich das "dumme Mädchen" wieder mit Dean einläßt.
Sehr nett finde ich auch die Nebenfiguren wie z. B. Mrs. Kim, wogegen ich Kirk sehr überzeichnet finde. Aber das gehört wohl dazu. Liebevoll gemacht die regelmäßig auftretenden, nicht in die Handlung integrierten Personen, wie z. B. Glenn aus Yale, den Zeitungsredakteur (Doyle?) oder Gypsy, die Automechanikerin.
Alles in allem kann ich mittlerweile verstehen, warum die Serie so beliebt war.