Das ist zwar keine richtige Science fiction-Serie, sondern nur ein Zweiteiler. Aber ich wusste nicht, wo sonst hin damit. In diesem Film von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1973, der in der damaligen Gegenwart spielt, geht es um einen Supercomputer, der eine Kleinstadt simuliert. Die sog. "Simulationseinheiten", die diese virtuelle Realität bevölkern, wissen jedoch bis auf eine Kontaktperson nicht, dass ihre Welt nur eine Simulation ist. Im weiteren Verlauf der mit Thrillerelementen angereicherten Handlung stellt sich heraus, dass auch die Welt einer handelnden Hauptperson ausserhalb der virtuellen Kleinstadt nur eine Simulation ist und es wartet auch noch die eine oder andere weitere böse Überraschung auf manche Protagonisten. Ich fand das alles recht verwirrend, als ich es erstmals sah, aber der Film gilt inzwischen als "Klassiker". In Hauptrollen sind u.a. Klaus Löwitsch, Barbara Valentin, Günter Lamprecht, aber auch ehemalige Filmstars der 1950-er-Jahre wie Joachim Hansen, Rudolf Lenz, Adrian Hoven und Ivan Desny zu sehen.
Im "Lexikon des internationalen Films" steht zu "Welt am Draht": "Eine faszinierende Mischung aus Krimi, Abenteuerfilm und Zukunftsvision, die die komplexen Erzähl- und Wirklichkeitsebenen mit verblüffender Geradlinigkeit zu vermitteln versteht. Fassbinder bedient sich `klassischer´ Genremotive, um effektvoll über Fragen der Korruption und Manipulation, aber auch über mögliche Formen des Widerstands zu reflektieren."
Wem die damalige Fassbinder Version zu verwirrend erscheint, empfehle ich den US-Film "The 13. floor", den man durchaus als Remake, wenn auch weniger sozialkritisch, betrachten kann.
Mit Armin Müller-Stahl in einer interessanten Schlüsselrolle.
Das "Making of" auf der DVD/BlueRay ist absolut sehenswert.