Das war für mich eigentlich das erste richtige Sportgroßereignis, das ich bewusst miterlebt habe (ok, im selben Jahr auch die Europameisterschaft im Fußball der vielleicht besten Deutschen Nationalmannschaft aller Zeiten). Ich kenn heute noch viele der damaligen Olympiasieger. Direkt von der Schule immer vor das TV-Gerät...und dann der Schock, als an einem Tag kein Sport übertragen wurde, sondern nur Polizei so sehen war.
olympiade 1972....meine erinnerung, war damals noch schüler: urban hettich holt silber ulrike meyfarth gold...schießerei in der olympiastadt....und: volleyball war damals auf einmal unter schülern in........
Ein Highlight waren die Leichtathletik-Wettbewerbe, ganz besonders auch aus bundesdeutscher Sicht!
An einem Tag gab's gleich drei Goldmedaillen bei den Leichtathleten:
Zum einen im Speerwerfen, wo Klaus Wolfermann den Weltrekordler, 4fachen Europameister und Titelverteidiger Janis Lusis, der als unbesiegbar galt, bezwang! Wobei Lusis im letzten Durchgang noch den letzten Versuch hatte - Wolfermann hatte seinen Wettkampf also schon beendet - und bis auf zwei (!) Zentimeter an Wolfermanns Weite herankam!
Zum zweiten im 50 km Gehen durch Bernd Kannenberg, den nur wenige vorher kannten. Kannenberg gewann deutlich vor Soldatenko (UdSSR). Gehen führte bis zu diesem Wettbewerb eher ein Schattendasein. Danach gewann es wieder an Popularität.
Und zum dritten durch Weltrekordlerin Hildegard Falck über 800 Meter, die ein Jahr zuvor als Favoritin bei der EM in Helsinki gestürzt war. Eingangs der Zielgeraden lag sie vorne, aber von hinten sauste Nikola Sabaite heran. Fast immer ist es bei Mittel- und Langstrecken so, dass durch einen solchen Spurt der führende Läufer überholt wird. Und genau das befürchteten alle, als Sabaite loslegte. Aber Hildegard Falck hielt dagegen, hatte alsbald das gleiche Tempo drauf und rettete einen knappen Vorsprung ins Ziel.
Dann etwas später die Sensation im Hochsprung durch die gerade mal 16jährige Ulrike Meyfarth, die ihre Bestleistung unglaublich steigerte bis zum neuen Weltrekord von 1.92 Metern! Ebenfalls Goldmedaille!
Im Weitsprung der Männer schaffte Hans Baumgartner mit 8,18 Metern die Silbermedaille. Sein Rivale, der Europarekordler Sepp Schwarz, ein Münchner, schaffte die Qualifikation nicht, weil ihn der Terroranschlag zu sehr mitgenommen hatte.
Heide Rosendahl sollte auf all das noch einen draufsetzen! Sie hatte als Favoritin und Weltrekordlerin im Weitsprung die erste Goldmedaille geholt. Im damaligen Fünfkampf kam noch eine Silbermedaille hinzu (Siegerin Mary Peters aus Großbritannien). Und am letzten Tag der Leichtathletik gab es traditionell die Staffel-Wettbewerbe. Beide deutschen 4 x 100 Meter-Frauenstaffeln galten als Weltklasse. Über 4 x 400 Meter hatte die DDR deutlich triumphiert, mit riesigem Vorsprung gewonnen. Und über die 100 Meter hatte sie die Olympiasiegerin und damals schnellste Frau der Welt als Schlussläuferin. Das DLV-Team begann mit der Ersatzläuferin Christiane Krause, weil die Deutsche Meisterin Elfgard Schittenhelm sich im Einzelrennen verletzt hatte. Christiane Krause lief gut an, übergab an Ingrid Mickler-Becker, die Fünfkampf-Olympiasiegerin von Mexico 1968. In der Kurve übernahm Annegret Richter, die 4 Jahre später 100 Meter-Olympiasiegerin in Montreal werden sollte. Annegret Richter übergab mit knappem Vorsprung an Heide Rosendahl. Direkt dahinter Renate Stecher! Na klar, das würde ein Leichtes für Letztere werden - die Weltrekordlerin gegen die Mehrkämpferin, keine Sprintspezialistin. Doch Heide hielt dagegen. Man spürte förmlich ihren unbändigen Willen, sich nicht überholen lassen zu wollen! Sie rannte drauflos und ließ Renate Stecher nicht vorbei! Das Stadion tobte!
Welche TV-Sportreporter waren in München 1972 dabei?
Definitiv weiß ich von Hans-Joachim Rauschenbach, Eberhard Stanjek, Werner Zimmer, Max Schautzer (las immer die Tageszusammenfassungen), alle ARD. Sie waren wieder zu sehen/zu hören, als die ARD 1997 eine rückblickende Reihe zum 25jährigen Jubiläum sendete.
Ich vermute darüber hinaus:
ARD: Ernst Huberty, Klaus Schwarze, Dieter Adler, Adolf Furler, Werner Lux, Fritz Klein, Hans-Heinrich Isenbarth, Manfred Vorderwühlbecke, Wolfhard Kuhlins, Holger Obermann ...
ZDF: Dieter Kürten, Rainer Günzler, Harry Valérien, Wolfram Esser, Karl Senne, Klaus Angermann, Gerd Krämer, Helmut Bendt, Werner Schneider, Rolf Kramer, Arnim Basche ...
... und sicher noch etliche mehr. Hinzu kommen Nachrichtenreporter wie z.B. Gustav Trampe (ZDF), die hinzugeholt wurden wegen des Terroranschlages.
Ich kann mich auch noch an dieses komische Maskottchen erinnern. So ein bunter Dackel namens Waldi. Ich weiss aber nicht, ob das der Hartmann war :-)))
oha..da habe ich die olympischen spiele doch glatt durcheinander gebracht.....klar.....es war 76 mit urban hettich, wir hatten alle längere haare.....und annegret richter.....da stand immer eine autogrammkarte von ihr auf dem schreibtisch unseres finanzleiters.....aber dieter kottysch...das war 1972....der holte gold im boxen...und war so am heulen und hat danach wohl nicht mehr geboxt und der kran von schifferstadt, der da den, wie es aussah, drei mal so schweren amy-ringer geschultert hat........das war auch super.......