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TV-Nostalgie-Forum

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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 511 mal aufgerufen
 Off-Off-Topic
Lutz Zander



Beiträge: 447

02.12.2013 15:32
Chris Howland gestorben antworten

"Mr. Heinrich Pumpernickel" ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Sein "Musik aus Studio B" ist heute längst TV-Geschichte. Genau wie seine legendäre Sendung wird auch er selbst sicher noch lange nicht vergessen werden.

Petra



Beiträge: 7.160

02.12.2013 17:39
#2 RE: Chris Howland gestorben antworten

Unglaublich, dass er schon 85 war. Für mich ist das so jemand gewesen, der immer aktiv und nie wirklich alt war. Obwohl er älter als meine Mutter war und sie ihn in ihrer Jugend schon kannte, lange bevor ich wußte, wer das überhaupt ist.

Chris Howland war, so glaube ich zumindest, niemandem unsympathisch. Der war nicht überpräsent, der nervte nicht, der interessierte sich wirklich für das, was er machte, er brauchte keine Schlagzeilen und keine Auftritte auf dem roten Teppich. Ich liebte seinen englischen Akzent :-)

Mit 85 darf man natürlich sterben, trotzdem erscheint es viel zu früh - gerade, weil er niemals alt wirkte. Ich weiß gar nicht, ob er in den letzten Jahren wirklich noch so aktiv war, wie ich in der ersten Zeile behauptet habe.

Meine Güte - so ganz langsam stirbt die Generation über uns aus. Und ich mag gar nicht daran denken, welche als nächste dran ist.

Lutz Zander



Beiträge: 447

02.12.2013 18:12
#3 RE: Chris Howland gestorben antworten

Zitat von Petra im Beitrag #2
Ich weiß gar nicht, ob er in den letzten Jahren wirklich noch so aktiv war, wie ich in der ersten Zeile behauptet habe.


Ja er war noch immer sehr aktiv Petra. Bei WDR4 präsentierte er bis zuletzt alle zwei Wochen am Mittwochabend die Sendung "Spielereien mit Schallplatten". Ich habe, da ich WDR4 im Kabel hören kann, auch öfters mal reingehört. Die Sendung hatte immer noch so etwas von dem Radio-Feeling vergangener Zeiten. Tja damit ist es nun ja leider auch vorbei.
Auf der Webseite von WDR4 steht dazu heute übrigens folgendes zu lesen:

Zitat

Wir erinnern an Chris Howland - Unser Freund und Kollege Chris Howland ist in der Nacht zum 30.11.2013 verstorben. Bis zuletzt hat hat er noch als leidenschaftlicher Radiomoderator die WDR-4 Rundfunksendung „Spielereien mit Schallplatten“ präsentiert.

Zementa


Beiträge: 130

02.12.2013 18:34
#4 RE: Chris Howland gestorben antworten

Zitat von Petra im Beitrag #2



Mit 85 darf man natürlich sterben, trotzdem erscheint es viel zu früh - gerade, weil er niemals alt wirkte. Ich weiß gar nicht, ob er in den letzten Jahren wirklich noch so aktiv war, wie ich in der ersten Zeile behauptet habe.


Es ist gar nicht soo lange her, dass er noch einen Song zusammen mit Graham Bonney aufgenommen hat.
Allerdings wirkte Graham Bonney deutlich jünger, Mr Pumpernickel hingegen war das Alter bereits sehr deutlich anzusehen :-(. Nagut, es liegen ja auch ein paar Jahre zwischen den beiden ...

Och Mönsch, er war wirklich so ein Natur-Sympath ... und seine allerallertollste Rolle hatte er bei Hape Kerkeling :-).

Lutz Zander



Beiträge: 447

02.12.2013 18:44
#5 RE: Chris Howland gestorben antworten

Für alle dies es interessiert sendet WDR4 morgen am 03.Dezember 2013 von 20:05 Uhr bis 21:00 Uhr eine Sonderausgabe von "Spielereien mit Schallplatten" zum Tode von Chris Howland.
WDR4 hat auch einen sehr schönen Nachruf auf Mr. Heinrich Pumpernickel produziert:

Zitat

Hans-Holger Knocke, langjähriger Musikchef bei WDR 4, erinnert sich
Das magische Auge: Ein rundes und bei Empfang grün schimmerndes Licht vorne am Radioapparat. Ich war vielleicht zehn Jahre alt, als Chris Howland in mein Leben trat. Ich starrte in das magische Auge. Natürlich kannte Chris mich nicht, denn ich lebte in Münster und Chris irgendwo in diesem Apparat aus Furnierholz.
Die meisten Menschen kennen Chris Howland vermutlich aus dem Fernseher, von „Vorsicht Kamera“ und „Musik aus Studio B“. Und sie haben ihn in kleinen, sympathischen Rollen als englischen Butler in Unterhaltungsfilmen gesehen – irgendwas mit Karl May. Er hat auch Schlager gesungen: die „Hämmerchen-Polka“ und „Das hab ich in Paris gelernt“ (wo er aus irgendeinem Grund nie hingefahren ist). Er war ein richtig guter Sänger, und ich glaube auch, dass Chris wusste, was er als Sänger wert war, obwohl er vor Publikum immer tief stapelte.
Chris Howland war ein Radio-Pionier im Deutschland der Nachkriegszeit. Er war cool. Die Musik aus Amerika und England, die er auflegte, war auch cool, aber dieser hemmungslos radebrechende Disc-Jockey schuf dafür erst das entsprechende Raumklima. Mittwochabend halb sieben war seine Zeit, und ich kann sagen, ich bin dabei gewesen. Pünktlich zur Stelle für „Melody fair“ und alles, was danach kam. Ich empfinde ein bisschen Stolz dabei. Wie eine Auszeichnung. Ob ich diesem Disc-Jockey überhaupt folgen konnte, weiß ich heute nicht mehr. Anfangs konnte er selbst ja nicht einmal richtig deutsch – und ob sich das irgendwann ergeben hat, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Letztlich war es egal.
Chris Howlands Vater war so was wie die Stimme der BBC gewesen, ein hoch angesehener Rundfunksprecher. Der Sohn erbte die Stimmwerkzeuge des Vaters, sein Timbre und den Tonfall. Und er lernte bei der BBC die Präzision, mit der er ans Werk ging. Eine Stoppuhr war bei jeder Sendung sein wichtigstes Requisit. Ich weiß, wovon ich rede, schließlich war ich jahrelang sein Redakteur.
2004 haben wir Chris’ alte NWDR-Sendung „Spielereien mit Schallplatten“ bei WDR 4 wieder aufleben lassen. Das Radio, sagte Chris immer, sei ihm das liebste Medium, es gehe nichts darüber. Zuhörer und Sprecher sehen einander nicht, aber trotzdem ist der Kontakt dank der Stimme sehr eng. Manchmal traf ich mich mit Chris und seiner Frau Monika in einer kleinen Kneipe in der Nähe des Funkhauses. Wir setzten uns dann in eine abgeschirmte Ecke – Chris mit dem Rücken zum Schankraum, um nicht erkannt zu werden. Es gelang ihm nie, vielleicht, weil ihn seine Stimme verriet. Jedenfalls ging es nie ab, ohne dass sein Autogramm auf irgendeinem Bierdeckel landete.
Oft war ich verblüfft, wie viele Menschen Chris schon von Weitem erkannten und dann meist zielstrebig auf ihn zusteuerten. Wie erkennt man im Greis den Jüngling? Körper und Statur eines Mannes über 80 sind mit dem Abbild desselben Mannes um die 30 oft nur schwer überein zu bringen. Das Funkhaus-Café des WDR am Wallrafplatz in Köln zeigt an seinen Wänden u.a. ein Foto des jungen Chris Howland. Wir sehen einen schlanken, konzentriert wirkenden Mann vor einem Mikrophon. Das ist das Bild, das in Erinnerung bleibt: ein Mann und ein Mikrophon.

Träumerle


Beiträge: 922

02.12.2013 21:34
#6 RE: Chris Howland gestorben antworten

Wieder ein ganz großer weniger. Er kam immer sympathisch rüber.....Ob als "Vater" der versteckten Kamera, oder als Sänger mit seinem "Sparschwein", oder als Schauspieler bei Karl May, oder in einigen anderen lustigen Filmen, oder bei Studio B, oder einfach nur als Gast in Shows und Talksendungen.....

Ghosty


Beiträge: 109

03.12.2013 17:28
#7 RE: Chris Howland gestorben antworten

Das tut mir wirklich leid. Er war einer der wenigen, die ich mal in natura gesehen habe. Damals machte "Der Blaue Bock" Station in meinem Heimatdorf und er sang sein "Sparschwein-Lied". Das fand ich damals ganz toll. Bei jedem seiner Fernsehauftritte oder wenn er in einem Film mitgespielt hat, musste ich daran denken. Leider sterben immer mehr Persönlichkeiten der guten alten Zeit. Das ist er Lauf der Welt.

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