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TV-Nostalgie-Forum

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Dieses Thema hat 88 Antworten
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 Filme - Winnetou, Immenhof oder gar Sissi? ;-)
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Berggeist1963 ( gelöscht )
Beiträge:

09.01.2011 16:10
#46 RE: Karl May antworten

Komischerweise konnte ich dem ollen Karl May nie was abgewinnen. Weder seine Bücher (egal ob Orient oder "Wilder Westen") noch die Verfilmungen haben mich (selbst als Kind) nie so recht begeistern können. Habe die Filme eigentlich nur wegen der "Komiker" wie Heinz Erhard ("Kantor Hampel") oder Eddi Arent ("Lord Castlepool") geguckt...

Brigitte



Beiträge: 513

09.01.2011 16:30
#47 RE: Karl May antworten

Ich hab als älteres Kind bestimmt so ca 50 Karl May Bände gelesen... Irgendwann 20 Jahre später hab ich mir noch mal "Winnetou 1" vorgenommen, und ich war ein wenig entnervt. Old Shatterhand als Ich-Erzähler tut immer so, als ob er ein absolutes Greenhorn ist, nix kann, nix weiß. Und dann schießt er perfekt, taucht perfekt, ist überhaupt in allem nur gut.
Ich glaube, mir sind die Menschen bei Karl May alle zu edel oder zu böse. Die Spielfilme zeigen das ja auch, aber die sehe ich nostalgisch verklärt, und so hab ich überlegt, ob sich das "Winnetou"-Motiv nicht als Klingelton eignen würde...

Berggeist1963 ( gelöscht )
Beiträge:

09.01.2011 16:33
#48 RE: Karl May antworten

Genau, dieses "Supermanngehabe" wie schnellster Läufer und Schwimmer, am längsten tauchen können, am schnellsten und besten schiessen, den schnellsten und härtesten Schlag haben - das war dann doch des Guten viel zu viel. Und dann dieses ewige "beschleichen"...

Lyfja ( gelöscht )
Beiträge:

09.01.2011 17:53
#49 RE: Karl May antworten

Zitat
Ich glaube, mir sind die Menschen bei Karl May alle zu edel oder zu böse.



Naja, vor dem Hintergrund, den May hatte, eigentlich kein Wunder. Also er hatte ja offenbar so einige Problemchen mit Obrigkeit, Gesetz etc. Zudem war er schon sehr vehement der Ansicht, dass jeder ihm was wollte und er so ganz und gar unschuldig war. Hinzu kam sein sehr religiöser Hintergrund (Gut und Böse halt ohne Grauzonen). May hat ziemlich häufig in Haft gesessen. Ich denke, wenn man im Gefängnis seine Fantasie spielen lässt und sich allgemein etwas benachteiligt fühlt, kann man schon mal so "überreagieren". Allerdings ist der Herr der Ringe auch kein Beispiel für Vielschichtigkeit. Sowas mögen wir Menschen halt: ganz klare Abgrenzungen. Märchen mögen wir ja auch alle.

Ich habe übrigens alle Karl-May-Bücher gelesen und finde, dass die Winnetou-Bücher hinsichtlich Schwülstigkeit und Edelmut noch nicht die oberste Spitze erreicht haben.

Lyfja ( gelöscht )
Beiträge:

09.01.2011 17:54
#50 RE: Karl May antworten

Da muss ich mal... tschuldige:

Zitat
Und dann dieses ewige "beschleichen"...



"...und immer boom boom und immer so laut!" Da mag man schon mal mit der Gesamtsituation unzufrieden sein.

OT Ende...

Brigitte



Beiträge: 513

09.01.2011 18:04
#51 RE: Karl May antworten

Apropos "Schuh des Manitu" - den Film muss ich einfach loben.

Und zwar nicht nur deswegen, weil er sehr witzig war (das schönste Zitat war meiner Meinung nach, als Sky du Mont zu Marie Bäumer sagt: "Ich nehme Dich zu meiner Frau", und sie verblüfft antworte: "Was soll ich denn bei Deiner Frau?").

Ich fand, es gab einzelne Stellen darin, da hat er die Optik eines Sergio Leone geschafft - statische Landschaften, Großaufnahmen von wartenden Männern in wehenden Mänteln, Stille, Einsamkeit, Staub, Dreck - und dann... wroommm - haut er dazwischen mit einem coolen Gag und bricht Alles wieder auf. So was mag ich.

cessnaritter



Beiträge: 2.438

10.01.2011 09:28
#52 RE: Karl May antworten

"Der Schuh des Manitu"...? Ich habe dem Film zwei Chancen gegeben. Jedesmal habe ich nach den ersten 5 Minuten umgeschaltet...

Lyfja ( gelöscht )
Beiträge:

10.01.2011 10:30
#53 RE: Karl May antworten

So unterschiedlich können die Geschmäcker sein. Ich mag diesen Humor von Bully. Und ich muss sagen, dass Sky du Mont auf eine unbeschreibliche Art diesen Staubmantel-Bösewicht in bester Tradition spielen kann, der dann schlagartig zur Parodie wechselt, ohne auch nur eine Idee von dieser Ernsthaftigkeit abzuweichen.

Aber gerade beim Thema Humor und worüber der einzelne lachen kann, gibt es kaum Allgemeinplätze. Humor wird individuell empfunden.

Um mal wieder zu den Winnetou-Filmen zurückzukommen: Viele, die ich kenne und kannte, waren begeistert von den Ralf-Wolter-Humoreinlagen. Ich fand sie einfach nur peinlich. Das gleiche gilt für Otto-Filme (aber das ist ein anderer Thread)

charlotte ( gelöscht )
Beiträge:

10.01.2011 11:03
#54 RE: Karl May antworten

Zitat von cessnaritter
"Der Schuh des Manitu"...? Ich habe dem Film zwei Chancen gegeben. Jedesmal habe ich nach den ersten 5 Minuten umgeschaltet...


Ich hab ihm nicht einmal eine zweite Chance gegeben .... und dem "Traumschiff Surprise" gar keine . Da hab ich meine Patenkinder ins Kino gesetzt und bin "Stadtgebummelt". War glaube ich ne weise Entscheidung .... sogar meine Jungs fanden den Film grauenvoll

cessnaritter



Beiträge: 2.438

10.01.2011 11:05
#55 RE: Karl May antworten

Mit Ralf Wolter bei den Karl-May-Filmen gebe ich Dir recht. Das war immer zum Fremdschämen, schlimmer noch als bei Eddi Arent und Chris Howland, die ja auch ihre humorigen Einlagen hatten.
Otto-Filme sind auch nicht mein Ding, den ersten habe ich mir noch im Kino angesehen, den zweiten dann schon nur noch im Fernsehen und dann gar keine mehr.
Heinz-Erhardt-Filme (nicht die letzten, sondern die aus den Fünfzigern)sehe ich mir hingegen immer wieder gern an.

cessnaritter



Beiträge: 2.438

10.01.2011 11:08
#56 RE: Karl May antworten

Stimmt, Charlotte! Bei "Traumschiff Surprise" haben mir die Ausschnitte im Fernsehen genügt, um nicht ins Kino zu gehen.

Berggeist1963 ( gelöscht )
Beiträge:

11.01.2011 03:31
#57 RE: Karl May antworten

@Lyfja, ich bin nicht mit der Gesamtsituation unzufrieden, sondern nur mit der Karl-May-Situation. Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi, Old Surehand, Old Firehand - alles Zipfelklatscher!

Petra



Beiträge: 7.158

11.01.2011 07:43
#58 RE: Karl May antworten

Stimme dir zu, Lyfja: "Der Schuh des Manitu" ist einer er lustigsten deutschen Filme. Und ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum Pierre Brice so humorlos darauf reagiert hat. Parodie ist ja im Grunde nichts als ein Ausdruck der Bewunderung. (Okay, vielleicht nicht gerade bei Switch, ich kann nicht glauben, dass jemand Frauke Ludowig bewundert!).

Der Traumschiff-Surprise-Film war absolut grottig, aber "Der Schuh des Manitu" war gut. Wenn man jedoch großer Fan der alten Karl-May-Verfilmungen ist, kann es sein, dass man das praktisch als "Blasphemie" empfindet.

Lyfja ( gelöscht )
Beiträge:

11.01.2011 09:27
#59 RE: Karl May antworten

Zitat
Und ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum Pierre Brice so humorlos darauf reagiert hat.



Naaaajaaaaaaa... Pierre Brice ist nun mal a) recht konservativ und gehört b) einer Generation an, die bestimmte Lebensweisen - ich sage mal - aus verschiedenen tradtitionellen Gründen nicht so ohne weiteres tolerieren kann. Ist halt alles eine gesellschaftliche Entwicklung. Ich kann das zwar nicht nachvollziehen, aber ich respektiere das. Gerade diese Männerfreundschaft ist so ein Selbstläufer von Männlichkeit und Ehre und Edelmut geworden, da passt der homoerotische Teil nicht wirklich rein (oder gerade zu sehr und dann muss man sich auch abgrenzen; wer weiß das schon?).

Dennoch hat er ja quasi einen Cameo-Auftritt (das Foto des Vaters auf der Puderrosa-Ranch).

Rüdi ( gelöscht )
Beiträge:

29.04.2011 10:36
#60 RE: Karl May antworten

Zitat von Kaschi
nur leider alles blanke Phantasie ...


Eben nicht. May selber hat geäußert, er bringe rein deutsche Begebenheiten in persischem [bzw.: exotischem] Gewande ... Das ist alles übertragbar, mit ein bißchen geistiger Flexibilität ...

Ein Paradebeispiel, das mir dazu immer gleich einfällt: in "Old Firehand" (später seitens May überarbeitet in Winnetou II eingegangen) sind der Erzähler und Ellen (aus der in der späteren Version Harry wird, mit entsprechenden inhaltlichen Änderungen und Streichungen ...) frisch & ernsthaft ineinander verliebt und mit dieser neuen Erfahrung sogleich in Todesgefahr ... das kann jederzeit wieder so erlebt werden, auf der Intensivstation oder auch dem Flur davor, z.B. ... das geht sozusagen ganz ohne Indianer und äußeres Spektakel ...

Es gäbe jede Menge weiterer Beispiele. Karl May schreibt im Grunde über Begebenheiten aus seinem Leben, überhöht, verfremdet, wie immer man das nennen mag, für entsprechend Gestrickte sehr und teilweise schmerzlich nachvollziehbar.

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