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TV-Nostalgie-Forum

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Dieses Thema hat 26 Antworten
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 TV-Nostalgie-Stammtisch
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Berry



Beiträge: 190

08.10.2014 19:20
#16 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

Neben Matt Dillon ist sicherlich Festus Haggen eine interessante und wichtige Figur der Serie. In Season 8, Folge 13, taucht er als rauer und kauziger Typ zum ersten Mal auf. Festus verfolgt seinen Onkel Blackjack Haggen (Denver Pyle), weil dieser Festus Zwillingsbruder Fegus ermordet hat. Matt ist zuerst vorsichtig gegenüber Festus, aber lernt ihm zu vertrauen als er von dessen Onkel angeschossen wird. Am Schluss muss Matt den Onkel in Notwehr erschießen und Festus nimmt sich der blonden April Clomley (Elisabeth McRae) an, die seinen Onkel begleitet hatte. Als Haggen fühlt er sich für sie verantwortlich.
Erst in Season 9 taucht Festus wieder auf und gehört ab dieser Staffel zu dem “Stammpersonal” der Serie. In Staffel 10, Folge 17, ist er zum ersten Mal Deputy Marshall. Seine Freundin April ist mit ihrem lustigen “Southern Accent” in drei Folgen dabei, dann verschwindet sie ohne Erklärung aus der Serie.

Petra



Beiträge: 7.161

11.10.2014 19:28
#17 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

So, ich habe jetzt die Folge ansehen können. Interessant, dass es sich wohl um eine Folge handelt, die sehr gut restauriert ist und mit Original-Vorspann versehen ist. Dazu noch der Name des Uploaders - na ja :-)

Die Folge selbst fand ich nicht so spannend, aber viele Möglichkeiten hatten wir ja bei "Rauchende Colts" nicht, es war ja die einzige, die man sich anschauen konnte. Was mir aufgefallen ist: sie kommt gänzlich ohne Humor aus. Und ich glaube, das hat mich auch immer bei der Serie gestört. Klar, da war Festus. Aber er allein macht es eben nicht. Viele empfanden die Serie wohl deshalb als härter und spannender als andere Westernserien, ich habe das nie richtig verstanden, aber jetzt, nach so vielen Jahren und dem Wiedersehen, verstehe ich es. Ich fand sie zwar nicht direkt langweilig, aber die Hauptfiguren ohne Ausstrahlung, humorlos, die waren langweilig - wie gesagt, bis auf Festus. Es ist kein Wunder, dass gerade Festus mir hin und wieder geradezu albern erschien, er musste albern scheinen in dieser Einöde der Humorlosigkeit.

James Arness könnte ich mir durchaus gut als Nebendarsteller in einer Westernserie vorstellen, als Hauptdarsteller war er (für mich) kein Hit. Aber ich liege offenbar absolut falsch mit meiner Meinung, da die Serie die langlebigste Westernserie aller Zeiten war und durchweg erfolgreich.

Die Unterschiede zu anderen Westernserien sind schnell klar: hier gibt es keine Familie, nur vier Hauptfiguren. Es spielt sich meist an einem Ort ab (bei Bonanza oder der Shiloh Ranch, auch in Laramie kam man öfter mal in andere Städte - mag sein, dass dies bei den Rauchenden colts auch so war, aber soweit ich mich erinnere, spielte es sich wirklich meist in Dodge City ab). Wobei ich jetzt auch die vier Hauptfiguren mal zurücknehme, denn eigentlich geht es ja fast nur um Matt Dillon, in den anderen Serien wurde sich abgewechselt. Dann, wie schon angesprochen: der Humor! In allen anderen Serien stets vorhanden (ohne, dass es ins komödienhafte abdriftete), in Dodge kaum anzutreffen. Und wie mag es erst im O-Ton gewesen sein? Denn Ken Curtis wurde ja auch sehr "humorvoll" synchronisiert.

Zur Folge als solche fällt mir gar nicht so viel ein, es war wohl keine sehr ungewöhnliche. Matt Dillon erschießt versehentlich einen "guten Bekannten", einen Gauner. Offenbar haben die beiden aber eine relativ gute Beziehung zueinander, und Dillon macht sich große Vorwürfe, er gibt deshalb sogar seinen Stern zurück und der "Aushilfs-Marshall" (Claude Atkins) übernimmt das Kommando. Dann tauchen der vermeintliche Sohn des Toten und ein Kopfgeldjäger auf, es gibt noch eine Schießerei, und Matt Dillon übernimmt wieder. Die Szene auf dem Friedhof wirkte wie im Studio aufgenommen, und die Rede des Pfarrers (na ja, vielleicht doch eine Spur von Humor ...? war irgendwie merkwürdig.

Ich werde mir die Serie sicher nicht kaufen, auch aus Nostalgiegründen nicht. Manchmal wird man ja durchaus positiv überrascht, wenn man nach vielen Jahren etwas wieder sieht, was man damals nicht mochte, hier wurde ich jedoch bestärkt. Da schaue ich mir lieber Hoss im Osterhasenkostüm an :-) Ich bin eine Banause, ich weiß.

Lonewolf Pete


Beiträge: 67

11.10.2014 20:49
#18 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

Was kaum einer weiß, ist, wer der mann in Schwarz war, dem Marshal Dillon im Vorspann immer zum Duell gegenüber tritt. Ich lüfte das geheimnis: Es war der Mann, der James Arness und vielen anderen Hollywood- und Fernsehwesternstars das Schießen und Umgang mit Colt und Winchester beibrachte. Er war Finne und offizieller Gun Coach für Hollywood-Studios. Sein name: Arvo Ojala.
Der Lonewolf Pete

Lonewolf Pete


Beiträge: 67

11.10.2014 20:55
#19 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

James Arness war ja "zweite Wahl" für die Rolle des Matt Dillon gewesen. ursprünglich sollte John Wayne die Rolle übernehmen, lehnte jedoch ab. Die Serie basierte zudem auf einer erfolgreichen radio-Show und auf Zeitungscomics, in der Radio-Version sprach William "Cannon" Conrad den Matt Dillon. Aber auch er stand für die Verfilmung nicht zur Verfügung, wohl wegen seiner Leibesfülle und der Tatsache, dass er, sofern er als gaststar in Westernserien auftrat, den Bösewicht spielte. John Wayne hatte mit Jim Arness in Hondo gespielt und schlug ihn für die Rolle vor. Arness hatte einen Vorteil - die erste Folge der Serie war so angelegt, dass Matt gleich niedergeschossen wird und mit dem Tode ringt. Das entsprach kaum einem der anderen "Serienhelden" Hollywoods. Zum anderen war Rauchende Colts ein "Erwachsenenwestern", gleich von Anfang an sehr melancholisch. Weil die 25 Minuten Folgen sehr erfolgreich waren, behielt man Arness als Hauptdarsteller, zumal ihn ja mit Kitty eine stets unausgesprochene Liebesbeziehung verbindet.
Bis die 50 Minuten Folgen begannen, hätte ich mir keinen anderen darsteller für die Rolle des Matt Dillon mehr vorstellen können.
Der Lonewolf Pete

Lonewolf Pete


Beiträge: 67

11.10.2014 21:01
#20 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

Festus tauchte bereits früher auf, und zwar in den 50 Minuten Schwarzweiß-Episoden. Er war Mitglied des haggen Clans, das waren Büffel- und Wolfsjäger, und er war ganz und gar nicht komisch, sondern eher ein grimmiger Einzelgänger. In der Serie war er, wenn ich mich nicht irre, als so genannter "Wolfer" bekannt...also ein Wolfsjäger. Als komisches Element hatte man ja Chester B. Goode (allein der name hat komische Elemente), der zum einen durch seine Einfältigkeit, sein ewiges gejammer, seine Tollpatschigkeit, aber auch seinen bis zum Äußersten getriebenen Akzent für Humor sorgte. Als er gestrichen wurde, musste man was neues finden. Der festus, wie wir ihn kennen, ist weit davon entfernt, wein taffer Wolfsjäger zu sein. Er kann zwar schießen, und grimmig gucken, ist aber nix anderes als sowas wie "Hannes" von Hannes und dem Bürgermeister, also ein mit allen Wassern gewaschener, bauernschlauer Hinterwäldler, der sich allein schon deshalb immer mit dem Doc kabbelt, weil der studiert hat und für ihn all das darstellt, was ihm nie vergönnt war. Daraus entspann sich dann so manches tierisch komisches Zwiegespräch, sehr zur freude der Drehbuchautoren, die sich hier so richtig austoben konnten und Festus einen Südstaatenslang in den Mund legten, der jedem Englisch-Fan entweder tierische Bauchschmerzen bereitet aber auch freudentränen in die Augen treibt.

Kaschi


Beiträge: 3.062

12.10.2014 11:52
#21 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

Die Humorlosigkeit hat mich nicht gestört. Die Serie verfolgt eben ein anderes Konzept als viele der übrigen Westernserien, ist damit also eine Abwechslung. Auch durch die Nicht-Einbindung der Serienhelden in familiäre Zusammenhänge.

Petra, vielleicht ist das der Unterschied, wie damals Jungs und Mädchen solche Serien gesehen haben. Jungs interessierten sich wohl überwiegend für das Abenteuer, die knisternde Spannung oder die bedrückende Atmosphäre, die das bedeutete. Da konnten flotte Sprüche oder gar Slapstick-Aktionen eher stören. "Satteln wir die Hühner!" finde ich in dieser Folge deswegen ausgesprochen unpassend, als Matt Dillon mit Festus mal ausspannen will. Das waren wohl die zaghaften Anfänge von Rainer Brandt, Serien mittels flapsiger Sprüche in der Synchronisation aufzupeppen. Er taucht ja auch gleich zweimal selber als Sprecher auf:
http://215072.homepagemodules.de/t514351...html#msg7177195

Nein, wir fanden damals Typen wie Matt Dillon klasse, die mit Fäusten und Colt für Ordnung sorgten, natürlich immer im Dienst der Gerechtigkeit ... Deswegen war auch der abgeklärte, aber zupackende Adam Cartwright mein Held auf der Ponderosa, nicht der tollpatschige Hoss oder der unreife Little Joe. Überdreht komischge Typen wie der spätere Festus oder Hop Singh haben mich in Westernserien eher genervt.

An dieser Folge hat mir gefallen, dass der Held nach dem Todesschuss nicht - wie so oft - zur Tagesordnung übergeht, sondern mit sich selbst nicht mehr im Reinen ist. Dabei kommt es dann nicht - wie üblicherweise - der Frau zu (hier: Kitty), ihn zum Nachdenken zu bringen, sondern dem Doc. Das Gespräch über schwere Fehler im Beruf und dem Weitermachen oder nicht hätte für meinen Geschmack ruhig noch mehr Tiefe vertragen können.

Viel habe ich von den "Rauchenden Colts" nicht mehr in Erinnerung. Eine Folge, in der es auch um einen Kopfgeldjäger ging, aber sehr wohl ("Stranger in Town"). Gespielt von Pernell Roberts will dieser sich in Dodge City zur Ruhe setzen, weil er die Schnauze voll hat und weil dort seine Exgeliebte mit seinem kleinen Sohn wohnt - und mit einem neuen Mann. Gleichfalls eher eine düstere Folge, ohne echtes Happy End.
https://www.youtube.com/watch?v=UoS1Fz2BMqw

Horace



Beiträge: 480

12.10.2014 12:15
#22 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

Heldentypen à la John Wayne waren zumindest zu dieser Zeit tatsächlich stark gefragt, und auch ich fand Marshal Dillon klasse. Auf ihn konnte man vertrauen. Wenn es Ärger gab, war er der Richtige - der Macher, um in Dodge City wieder für Ruhe zu sorgen. Deswegen sind die Parallelen zu einem John Wayne auch da, der ja eigentlich die erste Wahl für "Rauchende Colts" war. Dann hat man ihm irgendwann den schrägen Festus zur Seite gestellt, der dem Heldentypus so gar nicht entsprach, aber dennoch überaus beliebt bei den Zuschauern war. Ich war vor ein paar Tagen bei meinen Eltern, und wollte wissen, ob sie sich noch an die Serie erinnern können. Klar konnten sie, und meine Mutter meinte sofort: "Ach das war doch die Serie mit Festus".

Berry



Beiträge: 190

12.10.2014 12:19
#23 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

Zitat von Petra im Beitrag #17

Ich werde mir die Serie sicher nicht kaufen, auch aus Nostalgiegründen nicht. Manchmal wird man ja durchaus positiv überrascht, wenn man nach vielen Jahren etwas wieder sieht, was man damals nicht mochte, hier wurde ich jedoch bestärkt. Da schaue ich mir lieber Hoss im Osterhasenkostüm an :-) Ich bin eine Banause, ich weiß.

Nein, bist Du nicht. Auch ich habe etwas Probleme mit dieser Westernserie. So habe ich die Serie aus dem Fernsehen noch mit den Sprüchen von Festus in Erinnerung. Meine Mutter konnte sich über die Sprüche köstlich amüsieren.
Inzwischen habe ich unterschiedliche Folgen auf YouTube gesehen (sind leider nur in Englisch drin) und ich habe einen anderen Eindruck von der Serie bekommen. Wie Pete beschrieben hat, in den schwarz/weiß Folgen spielt Festus einen anderen raueren Charakter, obwohl er auch hier schon das Herz an der richtigen Stelle hat. Jedoch, schon in der 2. Hälfte von Staffel 9, wechselt sein Charakter in Richtung Humor und Witz.
Zum anderen gibt es, besonders in den Staffeln 17 -19, teilweise sehr harte Folgen, in denen Matt Dillon außerhalb von Doge City, ohne seine Freunde, als einsamer Held gefährliche Abenteuer besteht.
Die Serie “Rauchende Colts” ist vielseitiger als man denkt. Deshalb ist, meiner Meinung nach, ein Pauschalurteil über die Serie sehr schwierig.

Petra



Beiträge: 7.161

12.10.2014 12:21
#24 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

Hm, da ist wahrscheinlich was dran - an der Mädchen- und Jungentheorie. Ich bin also noch heute ein echtes Mädchen :-)

Horace



Beiträge: 480

13.10.2014 19:35
#25 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

Zitat von Petra im Beitrag #24
Hm, da ist wahrscheinlich was dran - an der Mädchen- und Jungentheorie. Ich bin also noch heute ein echtes Mädchen :-)



Sieht man doch auf Deinem Avatar.

Berry



Beiträge: 190

14.10.2014 10:42
#26 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

Ich freue mich, dass es diese Westernserie ab November auch in Deutschland auf DVD gibt. Da haben die Fans lange warten müssen, und dann erscheinen gleich 2 Staffeln auf einmal. Nach Bonanza, Big Valley, High Chaparral, Rawhide und “Am Fuß der blauen Berge” war diese Serie schon länger fällig.

Berry



Beiträge: 190

19.10.2014 12:45
#27 RE: TV-Nostalgie-Stammtisch 3: Rauchende Colts/Matt Dillon gibt den Stern zurück antworten

Ich sehe gerade bei Amazon und Weltbild, der DVD Veröffentlichungstermin wurde vom 6.11. auf dem 20.11. verschoben. Bei Amazon ist noch immer die Season 1 angegeben. Obwohl man bei Paramount nach Anfrage die Information bekommt, dass erst ab Season 13 veröffentlicht wird. Bei dem Label scheint die rechte Hand nicht zu wissen was die linke macht.

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