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TV-Nostalgie-Forum

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Lutz Zander



Beiträge: 495

06.11.2015 13:44
Die Spur führt in den 7. Himmel Antworten

Hans Schaffner hat hat für meine Begriffe wieder einmal bewiesen, welch eine geniale Spürnase er doch besitzt, wenn es um das ausgraben längst vergessener, aber immer wieder auch sehenswerter TV-Raritäten geht.
In diesem Fall geht es um einen spannenden Krimi-Fünfteiler aus dem Jahr 1963, der für den ehemaligen DFF im DEFA-Studio produziert wurde.
Ich selber kannte diese schwarz-weiß-Produktion bis dato auch nicht.
Inzwischen habe ich mir aber die 5 Teile angesehen und mein persönliches Urteil lautet: Sehenswert für alle die solche Krimi-Rätsel-Klassiker wie "Der Andere" oder auch "Das Halstuch" mögen.
Falls sich jemand für nähere Infos dazu interessieren sollte, kopiere ich hier mal die von mir für Amazon verfasste, aber im Augenblick dort noch nicht online gestellte, Rezension ein:

Zitat:

Zitat


Eine Kriminalfilm-Rarität aus dem Archiv des ostdeutschen Fernsehens

Die Spur führt in den 7. Himmel
5-teiliger Kriminal-Fernsehfilm
des Deutschen Fernsehfunks (DFF)
von Karl Georg Külb aus dem Jahr 1963
mit: Peter Sturm, Thomas Weisgerber, Horst Schäfer,
Marion van de Kamp, Gerry Wolff, Gisela Morgen, Evelyn Cron,
Erich Altrock, Jürgen Frohriep, Christel Bodenstein, Kurt Kachlicki,
Ivan Malré, Joachim Tomaschewsky, Arno Wyzniewski, Katja Paryla,
Otto Stark, Vera Oelschlegel u.v.a.
Regie: Rudi Kurz
Hergestellt vom DEFA-Studio für Spielfilme, Berlin
im Auftrag des Deutschen Fernsehfunks (DFF) 1963
©+℗ DEFA/DFF 1963

Inhalt:

Der Wiener Kriminalkommissar Hermann Müller (Peter Sturm) hat sich, unterstützt von seinen Assistenten Kasparek (Thomas Weisgerber) und Haberkorn (Horst Schäfer), mit einer Reihe von Morden und anderen Verbrechen zu beschäftigen, deren Spuren alle in das Nachtlokal '7. Himmel' führen. In diesem sehr exklusiven Klub verkehrt die elegante Lebewelt Wiens:
Reiche Snobs, Hasadeure und Zuhälter der bürgerlichen Gesellschaft. Im '7. Himmel' geschehen außerdem rätselhafte Dinge, die allesamt den Verdacht der Kriminalpolizei erhärten.

Folge 1 (DFF-Erstausstrahlung: 12.12.1963, Laufzeit: 56:21 min)
Am späten Abend waren mehrere Besucher bei Juwelier Pröbstel (unbekannter Kleindarsteller), der am nächsten Morgen ermordet aufgefunden wird. Wenig später geschieht ein zweites Verbrechen. Als Schuldige am gewaltsamen Tod des Geldverleihers Josef Lehnert (Erich Altrock) kommen diverse Verdächtige in Frage ...

Folge 2 (DFF-Erstausstrahlung: 14.12.1963, Laufzeit: 51:15 min)
Der Playboy Bob Radtke (Kurt Kachlicki) wird des Mordes am alten Lehnert verdächtigt. Da Bob in Haft auch weiterhin seine Unschuld beteuert, gerät Emmi Lehnert (Gisela Morgen) in Verdacht. Da geschieht auf dem Maskenball im '7. Himmel' ein weiterer Mord. Das Opfer ist Cesare Cenutti (Ivan Malré) ...

Folge 3 (DFF-Erstsendung: 15.12.1963, Laufzeit: 45:14 min)
Emmi Lehnert unternimmt einen Selbstmordversuch. Als sie wieder zu sich kommt, bezichtigt sie sich selbst des Mordes an ihrem Vater und an Cenutti. Als man ihr nicht glaubt, behauptet sie, ihr Bruder, der Konsul Arthur Lehnert (Gerry Wolff), habe die beiden Morde begangen. Wenig später wird auf Emmi ein Mordanschlag mit einer Drahtschlinge verübt ...

Folge 4 (DFF-Erstausstrahlung: 17.12.1963, Laufzeit: 50:30 min)
Der Mordversuch an Emmi Lehnert ist fehlgeschlagen. Sie fürchtet, dass ihr Bruder ihr nun nach dem Leben trachtet. Als die Polizei anfängt, den Tennis-Trainer Bernd Vanderheyd (Jürgen Frohriep) und Freddy Zahbusch (Otto Stark), den Kellner aus dem '7. Himmel', zu verdächtigen, geschieht ein weiterer Mord: Konsul Arthur Lehnert ist vergiftet worden ...

Folge 5 (DFF-Erstausstrahlung: 19.12.1963, Laufzeit: 52:55 min)
Konsul Lehnert wird in seinem Jagdhaus vergiftet aufgefunden. Auf Grund eines Abschiedsbriefes wird Selbstmord konstatiert. Die Echtheit des Briefes wird jedoch angezweifelt. Neue Ermittlungen fördern schließlich die kriminelle Vergangenheit eines bereits wieder fast entlasteten Verdächtigen zutage. Als ihm die Morde angelastet werden, versucht er zu entkommen ...

Hintergrund:

Für die DDR war im Dezember 1963 die TV-Konkurrenz der Systeme, neben der ARD, mittlerweile um das erst im April des Jahres gestartete ZDF gewachsen. Diese Konkurrenzsituation war, insbesondere auf dem Gebiet des Krimigenres, stets eine heikle Angelegenheit. Einerseits wollte man beim Deutschen Fernsehfunk (DFF) in Berlin-Adlershof auf dieses Genre, das den Zuschauern Unterhaltung, Spannung, aber auch Entspannung versprach, nicht verzichten. Schließlich zählten doch Kriminalfilme und Kriminalspiele auch in der DDR mit Abstand zum beliebtesten Genre, das die potentiellen TV-Zuschauer damals im Abendprogramm des DFF ab 20:00 Uhr sehen wollten. Erst auf dem zweiten und dritten Platz folgten mit erheblichen Abstand Spiel- und Fernsehfilme sowie Unterhaltungssendungen. Auf der anderen Seite war aber, nach der offiziell geltenden Sichtweise, gerade seit dem Mauerbau am 13. August 1961, dem Verbrechen in der DDR, durch den nun geltenden realen Sozialismus, der Boden entzogen worden. Woher also die Fälle nehmen?
Da nach dieser Sichtweise die Ursachen für Kriminalität einzig auf westlicher Seite liegen konnten, spielten die ab 1961 für den DFF produzierten Fernsehkrimis eben auch weiterhin ausschließlich dort.
Erst ab 1971 sollte es dann mit dem 'Polizeiruf 110' so etwas wie einen eigenen DDR-Fernsehkrimi geben.
Einige der in den 1960er Jahren beim DFF entstandenen Fernsehkrimis mussten in ihrem Handlungsablauf zumeist auch immer wieder ideologisch eingefärbte Anspielungen und Hinweise zu schädlichen Einflüssen aus dem Westen oder gesellschaftlichen Unterschieden in Ost und West enthalten.
Die hier vorliegende 5-teilige Produktion 'Die Spur führt in den 7 Himmel' aus dem Jahr 1963 kommt allerdings völlig ohne derartige Hinweise und Anspielungen aus. Was möglicherweise wohl auch darin zu sehen ist, das die Filmhandlung nicht direkt auf westdeutscher Seite, sondern im, damals auch von der DDR anerkannten, neutralen Österreich spielt.

Rezension:

'Die Spur führt in den 7. Himmel' habe ich zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung im Dezember 1963 noch nicht bewusst gesehen. Denn zu diesem Zeitpunkt war ich erst ein Jahr alt. Aber auch an eventuell in späteren Jahren erfolgte Ausstrahlungen kann ich mich nicht wirklich erinnern. Damit ist die Veröffentlichung dieser 5-teiligen TV-Rarität auf DVD auch für mich eine echte Premiere. Was ich irgendwo auch als einen kleinen Vorteil ansehe. Denn dadurch kann ich diesen 5-teiler ausschließlich mit dem Blick von Heute, also frei von irgendwelchen verklärenden Erinnerungen, beurteilen. Rein von der Gestaltung her hätte diese Produktion damals sicher ohne weiteres auch bei ARD, ZDF oder ORF entstehen können.
Das ganze kommt als Rätsel-Krimi daher, in dem Kommissar Hermann Müller auf dem Bildschirm erscheint, den Zuschauern zunächst die Hauptakteure vorstellt, zwischendrin immer wieder den einen oder anderen nützlichen Hinweis zum Mitraten parat hat und am Beginn jeder neuen Folge, in einem kurzen Rückblick, jeweils das in der vorangegangenen Folge geschehene zusammenfasst. Deshalb kam mir die von Regisseur Rudi Kurz, stellenweise sehr auf Dialoge bezogen, inszenierte Handlung, manchmal wie ein abgefilmtes Hörspiel vor. Das ganze tut zwar der Spannung überhaupt keinen Abbruch, zwingt den Zuschauer aber natürlich auch zum genauen hinhören. Ansonsten wurde die Kriminalgeschichte recht zügig umgesetzt. Man spürt aber geradezu auch jene Ruhe, Gelassenheit und vor allem Zeit, die man sich in früheren Zeiten, hüben wie drüben, im TV eben noch, zum erzählen solcher Dinge, genommen hat und nehmen konnte. Manch jüngerer Zuschauer und heutige Zeitgenosse dürfte diese Produktion, auch wegen der etwas langsameren Erzählweise und der daraus resultierenden hier und da vorhandenen Längen, als ziemlich Langweilig ansehen. Mir jedenfalls hat das ganze gefallen. Am Ende des fünften und letzten Teiles kommt sogar noch eine, zumindest für damalige Verhältnisse, doch recht aufwendig inszenierte Actionszene vor.
Neben den bereits genannten Darstellern sind u.a. Marion van de Kamp als Anette Lehnert, Evelyn Cron als Bruni Lehnert, Christel Bodenstein als Lilly Lauenburg, Joachim Tomaschewsky als Carlo Cenutti, Arno Wyzniewski als Angelo Cenutti, Katja Paryla als Bardame 'Zuckerl' und Vera Oelschlegel als Chansonsängerin Janine (wobei das von ihr in einer Szene vorgetragene Lied rein stimmlich von der französischen Chansonsängerin Nicole Felix gedoubelt wurde) zu erleben.
Überzeugend klingt sogar der von einigen Akteuren vorgetragende österreichische Dialekt. Was weiter auch kein Wunder ist, besaßen doch die allermeisten wie Peter Sturm, Thomas Weisgerber, Horst Schäfer, Katja Paryla, oder Otto Stark österreichische Wurzeln bzw. hatten vormals im Alpenland einen nicht unbeträchtlichen Zeitraum ihres Lebens verbracht.

Bildbewertung:

Diese im Jahr 2015 erschienene Veröffentlichung von Studio Hamburg Enterprises, bietet, unter der Marke 'DDR TV-Archiv' auf zwei DVDs, ein Wiedersehen mit der kompletten 5-teiligen Kriminalfilm-Rarität aus dem Jahr 1963. Die Gesamtlaufzeit beträgt ca. 257 Minuten.
Sämtliche Bildinhalte liegen in schwarz-weiß im Vollbildformat 4:3 vor. Diese können aus einem animierten DVD-Menü heraus, wahlweise einzeln oder fortlaufend, angewählt werden. Die Bildqualität ist aus meiner Sicht wesentlich besser, als ich das auf Grund des Alters des filmischen Ausgangsmaterials, von immerhin schon 52 Jahren (vom Zeitpunkt der DVD-Umsetzung im Jahr 2015 aus gesehen), vermutet und erwartet hätte. Kleinere Bildmängel, wie ein bei einigen Szenen vereinzelt auftretendes leicht verwischtes, kurzzeitig etwas unscharfes schwarz-weiß-Bild, können und müssen deshalb dessen Alter geschuldet bleiben.
Die schwarz/weiß Werte des Bildes erscheinen ansonsten im großen und ganzen sauber, kontrastreich und kräftig. Alle Konturen sind klar und deutlich zu erkennen. Grobe Verunreinigungen oder Laufstreifen sind nicht sichtbar, bzw. nur noch zu erahnen, weil das filmische Ausgangsmaterial vor dem DVD-Mastering offensichtlich einer gründlichen digitalen Bildrestaurierung unterzogen wurde.

Tonbewertung:

Alle Ton, Sprach und Musikinhalte sind im Format Dolby Digital Mono 2.0 vorhanden. Größere grobe Mängel waren bezüglich der Tonqualität nicht festzustellen. Altersbedingt zeitweise auftretende Störgeräusche lassen sich diesbezüglich vernachlässigen.
Alternativ anwählbare Tonspuren oder Untertitel, die für Hörgeschädigte hilfreich wären, bzw. anderes filmisches Bonusmaterial oder ein der DVD-Veröffentlichung beiliegendes gedrucktes Booklet, sind nicht vorhanden.

An dieser Stelle gebührt ganz sicher wieder einmal auch Hans Schaffner aus Groß-Gerau ein ganz großes Dankeschön, dessen Spürsinn zweifellos entscheidend mit dazu beigetragen hat, das diese TV-Rarität des ostdeutschen Fernsehens seinen Weg aus dem Tiefen des TV-Archivs auf DVD nehmen konnte. Denn schon so mancher TV-Klassiker hätte ohne Menschen wie ihn, der sich beispielsweise auch um die Klärung der Veröffentlichungsrechte für verwendete Musikstücke, Autorenrechte u.s.w. kümmert, garantiert niemals das Licht der digitalen DVD-Welt erblicken können.

Gesamturteil:

Falls ihnen als Zuschauer derartige Krimi-Klassiker der 60er Jahre aus der schwarz-weiß Ära des deutschen Fernsehens, wie zum Beispiel 'Der Andere' oder 'Das Halstuch', gefallen können, dann sollte ihnen diese DVD-Veröffentlichung aus dem Hause Studio Hamburg Entertainment ebenfalls eine Kaufempfehlung wert sein. Denn selbst wenn der Autor hier mal nicht Francis Durbridge, sondern Karl Georg Külb, heißt. Die nötige Krimispannung kommt unter Garantie auch bei diesem TV-Klassiker des Genres aus dem Jahr 1963 auf.

Fazit:

Diese DVD bietet ihnen die Gelegenheit zu einer kurzweiligen und unterhaltsamen Zeitreise zurück in die TV-Krimiwelt der frühen 60er Jahre.

Absolute Kaufempfehlung!




Zitat Ende

Amazon hat diesen Fünfteiler momentan gleich in zwei verschiedenen DVD-Versionen im Angebot, die von ihrer Aufmachung her zwar unterschiedlich aussehen, vom Inhalt her aber völlig identisch sind.
Das zweite Angebot ist, von seinem Verkaufspreis her, sogar noch etwas günstiger zu haben als das erste Angebot.
Angebot 1: 16,49 Euro (Stand: 06.11.2015)
Angebot 2: 12,95 Euro (Stand: 06.11.2015):


Die Spur führt in den 7. Himmel (DDR-TV-Archiv) [2 DVDs]

Die Spur führt in den 7. Himmel - DDR TV-Archiv [2 DVDs]


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