Murdoch LANCER (Andrew Duggan) hat nicht mehr die Kraft seine Ranch gegen jene zu verteidigen, die ihm seinen Besitz streitig machen wollen. Da eilen ihm seine Söhne zu Hilfe, die unterschiedlicher kaum sein können. Nicht nur weil sie aus zwei verschiedenen Ehen Murdochs entsprungen sind. Da ist zum einen Johnny Madrid Lancer (James Stacy - links im Bild), ein Mann der lieber zum Schiesseisen greift als unsinnige Fragen zu stellen. Sein Halbbruder Scott Lancer (Wayne Maunder) war College Student in Boston und hat sich beachtliches Wissen angeeignet. Die Brüder mögen sich nicht sonderlich, doch sie respektieren einander. Schließlich verbindet sie der gemeinsame Vater und das gemeinsame Erbe - die Ranch - die es zu verteidigen gilt. Die weibliche Note der Serie verkörpert Elizabeth Baur als Teresa O´Brien, ein Pflegekind, das Murdoch und seine Frau (als diese noch lebte) bei sich grossgezogen haben. In der deutschen Synchronfassung sprachen: Andrew Duggan = Heinz Engelmann; James Stacy = Jürgen Clausen; Wayne Maunder = Manfred Seipold; Elizabeth Baur = Marion Hartman
Die Serie habe ich zwar nie gesehen, aber ein Buch dazu auf dem Flohmarkt gefunden:
Auf der Rückseite steht:
"Lancers Besitz ist größer, als ein Mann an einem Tag umreiten kann. Doch er ist allein. Nach Jahrzenten kehren seine Söhne heim. Da stehen sie vor ihm: Scott - ehrlich, besonnen, und ein ganzer Kerl! Und Johnny Madrid: mehr Draufgänger, dabei ein guter Junge! Doch voller Mißtrauen gegen den Vater. Trägt der die Schuld am Tod der Mutter? Plötzlich taucht Johnnys Ziehvater mit seinen Banditen auf der Ranch auf! Der Kampf ist unvermeidbar. Wird sich Johnny für Lancer entscheiden?"
Leider habe ich an diese Serie überhaupt keine Erinnerungen bzw. ich glaube ich habe sie nie gesehen. Aber bei YouTube gibts eine Menge "Lancer"-Videoclips.
Irgendwie sind bei mir von den Westernserien nur Bonanza, Shiloh-Ranch, High Chaparell und Rauchende Colts in guter Erinnerung geblieben, was wohl auch mit den vielen Wiederholungen dieser Serien zu tun hat.
Ganz dunkel kann ich mich an "Westlich von Santa Fee" erinnern und an eine Serie namens "Von Cowboys, Sheriffs und Banditen", die ebenfalls im ZDF lief. Das ZDF bediente sich bei "Von Cowboys, Sheriffs und Banditen" gleich aus - ich glaube - 3 verschiedenen Westernserien, wobei die bekannteste wohl "Johnny Ringo" gewesen sein dürfte.
Es gab zu Lancer nicht nur dieses Schneider-Buch, sondern auch eines (oder vielleicht sogar mehrere) aus dem Engelbert-Verlag (peb-Bücherei). Meines heißt "Verfolgungsjagd in den Mountains", und auf dem Buchrücken steht Lancer 1. Daher meine Vermutung, dass es vielleicht mehrere gab. In dem Buch sind, wie bei dem Schneider-Buch, auch Bilder drin. Ich war, wie an anderer Stelle schon mal erzählt , ein Riesenfan der Serie und kann mich noch ganz gut daran erinnern. Diese Serie würde ich sofort erstehen, wenn es sie auf DVD geben würde
Ja, dieses Buch (Peb) habe ich auch, swingdee. Ein Mitglied meiner alten Yahoo-Group hat mir mal für wenig Geld ein paar alte Fernsehbücher in gutem Zustand verkauft, u. a. eben auch "Lancer", "High Chaparral", "Shiloh Ranch", "Bonanza", "SOS Charterboot", "Woobinda" und einige andere.
An "Lancer" kann ich mich allerdings gar nicht mehr erinnern. Komisch, dabei war das doch keine so frühe Serie, oder?
Vielleicht liegt es daran, dass die Serie relativ kurz lief und meines Wissens auch nie wiederholt wurde (leider!). Sie lief Anfang der Siebziger. Ich kann mich erinnern, dass wir auf dem Schulhof immer Titelmelodien-Raten gespielt haben und die Titelmusik von Lancer war ziemlich eingängig. Ich war immerhin schon 14 oder 15, als die Serie lief und mein erster Schwarm war wie gesagt James Stacy alias Johnny Lancer. Mir hat gefallen, dass es in der Serie meist um den Zusammenhalt der Brüder ging, darum, dass Familie wichtig ist. So eine Familie hätte ich mir gewünscht. Das Gute hat immer gesiegt. Ist vielleicht kitschig, aber ich fands gut
Ich habe noch einen Beitrag von Pete gefunden, den ich hier auch mal reinkopiere, Mitglieder der alten Yahoo-Group kennen ihn vielleicht schon:
"LANCER hieß die Serie, die mit einem ansprechenden Vorspann (Das Brandzeichen der Lancer-Ranch) und einer eingehenden Titelmelodie aufwarten konnte. In Deutschland lief sie Anfang der 70er im sonntag nachmittäglichen ARD-Programm und läutete so etwas wie das Ende des großen TV-Western ein. Offenbar war die Serie in der ARD (und dort waren seit "Maverick" und "Am Fuß der Blauen Berge" wahrlich kaum Westernserien gelaufen) als Gegenstück zu den ZDF-Westernhighlights "Die Leute von der Shiloh Ranch" oder auch "Big Valley" gedacht, aber die Rechnung wollte nicht so recht aufgehen.
Warum? Ganz einfach - wenn man Lancer heute betrachtet, hat man das Gefühl, zwischen zwei Welten zu wandern. Einmal hat die Serie schon noch Qualitäten und Atmosphäre der Spät-Sechziger, andererseits sind aber auch die Einflüsse der Siebziger bereits deutlich spürbar. Da wird streckenweise, wie das gegen Ende von Bonanza war, mit matter Kamera und Zeitlupe gearbeitet, und oftmals kommen die Geschichten nur recht langsam in Gang.
Dabei hätte LANCER zu einem Hit (auch in den USA) werden können. Die Darsteller waren durchweg sympathisch, es gab kaum Gewalt und die Stories hoben sich oftmals erfrischend von dem Einerlei vieler Westernserien ab. Man achtete darauf, nicht sehr oft die selben Schauspieler in immer verschiedenen Rollen auftreten zu lassen (dies war in BIG VALLEY beispielsweise aus Kostengründen der Fall), und man achtete auf schauspielerische Qualitäten. Es gab zahlreiche humorvolle Episoden, deren Humor aber nicht an den Haaren beigezogen und aufgesetzt wirkte wie beispielsweise bei Bonanza (ich sag nur: "Hoss als Osterhase"), sondern wirklich noch aus der Situation und der Geschichte heraus entstand. Warum also war die Serie kein Erfolg?
Man kann für die USA nur vermuten, dass es am unaufhaltsamen Abstieg des Fernsehwestern lag. LANCER kam einfach zu spät, hatte zu wenig Action und war oftmals zu gefühlsduselig und "brav" für eine amerikanische Westernserie und amerikanische Verhältnisse bzw. den Geschmack der Amis. In Deutschland dürfte sicherlich die Zensur einen maßgeblichen Anteil an dem eher dürftigen Erfolg dieser Serie gehabt haben, die ziemlich schnell in Vergessenheit geriet, bis Leo Kirch sie ins Programm nahm. Denn man kürzte zahlreiche Episoden drastisch auf 43 Minuten herunter, um nur ja den lieben Kleinen am Sonntag Nachmittag keine Schießerei präsentieren zu müssen. (Hatte hier vielleicht der Bayrische Rundfunk gar die Hand im Spiel?). Nun, man ging mit Lancer ziemlich hart ins Gericht. Sogar im Vorspann wurde die Szene, in der man Schüsse HÖRT und Johnny Lancer im Sattel schwankt, teilweise komplett geschnitten (bei "Sheriff Cade" gab es im Nachtprogramm ähnliche Dummheiten, denn es war uns dort nicht zuzumuten, zu sehen, wie Gewehre aus dem Gewehrregal geholt wurden), oder aber man ersetzte die akkustischen Schüsse durch das Zischen eines Lassos, das nun wirklich zu der Sequenz passte wie die Faust aufs Auge. Der Schlusskampf in der Pilotfolge war derart verhunzt, dass dem Cutter offenbar jeglicher Sinn und Verstand gefehlt haben muss. Und in einigen Episoden verzichtete man sogar auf die Tag-Scene, also die "entspannende" Szene am Schluss, in der es meist eh nur Geplänkel und Gelächter gab. Es gab mitunter am Ende einer Folge ganz rapide Schnitte, dann die ohnehin verkürzte Abspannmusik, das wars. Zum Glück hat Premiere versucht, die Folgen möglichst in Originallänge zu zeigen, was jedoch auch nicht immer gelang. So sind manche Episoden gar 51 Minuten lang (für amerikanische Verhältnisse ZU lang), andere dagegen nur 43 Minuten kurz.
Worum geht es bei Lancer? Nun, Murdoch Lancer, gespielt von dem Urgestein Andrew Duggan, ist Besitzer einer Ranch im südlichen Kalifornien. Als er von einem Outlaw niedergeschossen wird, erholt er sicht nicht mehr so recht von seinen Verletzungen und zerbricht schier daran. Da er aber die Ranch, sein Lebenswerk, nicht aufgeben will, lässt er seine Söhne Scott und Johnny ausfindig machen, die aus zwei früheren Ehen (Lancer ist zweifacher Witwer) entstammen. Scott ist ein Filou und Lebemann, der Bostons Damenwelt mit Charme die sorgfältig frisierten Köpfe verdreht und deren Ehemännern mit Tücke regelmäßig Hörner aufsetzt. Johnny hingegen hat als Johnny Madrid einen zweifelhaften Ruf als Revolvermann erlangt, und Murdochs Detektive müssen ihn buchstäblich vor den Flinten eines mexikanischen Erschießungskommandos wegholen. Ungleicher können die beiden Brüder nicht sein, und gleich bei der ersten Begegnung sind sie sich nicht besonders grün. Aber das ändert sich im Verlauf der Serie. Der gemeinsame Kampf um den Erhalt der Lancer-Ranch schweißt nun mal zusammen, und bald hat die Ranch drei gleichberechtigte Besitzer. Zur Stammbesetzung gehört auch noch der alte Jelly, gespielt von Paul Brinegar, der in zahlreichen Westernserien Nebenrollen hatte, und Murdoch Lancers Ziehtochter Teresa, die Tochter seines ermordeten Verwalters, die von der Debütantin Elizabeth Baur gespielt wird.
In Deutschland schalteten überwiegend weibliche Zuschauer am Sonntag Nachmittag ein, um Johnny und Scott Lancer zu sehen. Scott, gespielt von Wayne Maunder, war durchaus gutaussehend und sympathisch, aber vor allem Johnny's Darsteller James Stacy hatte es der Damenwelt angetan. Leider wurde Stacy nicht lange nach Beendigung der Dreharbeiten Opfer eines tragischen Motorradunfalls, bei dem er einen Arm und ein Bein verlor und nun ein derbes und ärmliches Leben im Rollstuhl darben muss. Jene Episoden, die wir in Deutschland zu sehen bekamen, waren zudem mit routinierten Synchronsprechern wie Heinz Engelmann oder auch Manfred Seipold bestens besetzt, aber die Sprecher von Jelly wechselten ständig. Das kann einer Serie nicht gut tun.
Anmerken möchte ich noch, dass die junge Stephanie Powers (Mrs. Hart aus "Hart aber herzlich") in zwei Folgen äußerst überzeugend und humorvoll spielt. Alles in allem ist LANCER eine Westernserie, die man sich durchaus anschauen kann, die aber die Qualität früherer Genrevertreter nicht mehr erreichen kann. Nach Lancer folgten noch "Der Australien-Express" (Five Mile Creek), eine US/Australische Westernserie, in der ARD, und im ZDF "Der Marshal von Cimarron", der wenig überzeugen konnte, sowie "Die Spur des Jim Sonnett", die letzte 25-minütige Westernserie in den Siebzigern. Danach war lange Zeit Schluss mit Westernserien, bis man in den 80er Jahren die "Sacketts", eine Verfilmung der Romane des berühmten Westernautors Louis L'Amour, ins Rennen schickte und mit dieser Mini-Westernserie noch einmal so etwas wie eine Renaissance des TV-Western bewirkte. Bis "Paradise - Ein Mann, ein Colt, vier Kinder" (Guns of Paradise) war es dann aber noch ein sehr weiter Weg, um den Western wieder fernsehfähig zu machen. Diese erfolgreiche Serie lief dann aber nicht mehr in den öffentlich-rechtlichen..."
Komisch, ich erinnere mich überhaupt nicht an diese Serie... Verstehe ich gar nicht, ich denke, mir hätte das gefallen.
Mal sehen, was sich machen läßt. Pete hat mir zwar mal erlaubt, alles, was er in der Yahoo-Group (also auch den obigen Bericht) geschrieben hat, auf meiner Seite zu veröffentlichen, ich möchte es trotzdem nicht tun, bevor ich ich mal wieder Kontakt zu ihm hatte und ihn fragen kann. Ich kenne "Lancer" kaum und kann nichts dazu schreiben, aber soviel ich weiß, haben wir ja noch einen großen Lancer-Fan hier im Forum. ;-)
An die Titelmelodie müßte irgendwie ranzukommen sein.
Demnächst wird es was zu Lancer auf meiner Seite geben, ich darf den obigen Bericht verwenden. Wenn jemand noch gute Fotos hat, wäre ich dankbar, wenn er die mir schicken könnte (per E-Mail). Allerdings wird es erst in ca. zwei oder drei Wochen so weit sein.
Wie schön, dass es bald etwas zu Lancer geben wird. Ich bin ja auch Riesenfan, aber leider traue ich mich an einen solchen Text nicht ran. Ich habe die Titelmelodie auf meinem Rechner, allerdings nur als WAVE-Audio-Datei. Nützt dir das etwas? Dann würde ich sie schicken. Oops, ist ja alles schon passiert, wie ich gerade sehe. Super!