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TV-Nostalgie-Forum

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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 226 mal aufgerufen
 Adventsvierteiler und Weihnachtsserien - Vom Seewolf zu Anna
loe



Beiträge: 87

12.08.2019 01:32
Lösungen zum Jubiläumsquiz (21.8.2009 - 21.8.2019) Antworten






A c h t u n g !

Das hier sind die

L Ö S U N G E N

z u m

J U B I L Ä U M S Q U I Z !







A U S W E R T U N G

Dieses Quiz ist nicht leicht.
Sogar ich als Quizbauer hätte bloss 6-7 Fragen richtig beantworten können.

Man zähle seine richtigen Antworten zusammen: Antworten gleich Punkte.

0-3: gute Flasche
4-6: ausgezeichnete Flasche
7-9: auf dem Weg zum Kenner & Könner
10-12: Kenner & Könner
13-15: grosser Kenner & grosser Könner
16-18: riesengrosser Kenner & riesengrosser Könner
19-21: Titan
22-26: Koloss
mehr als 26: kolossaler Schummler




L Ö S U N G E N

z u m

J U B I L Ä U M S Q U I Z


1.a
Kapitän Smollet zu Trelawney und Dr. Livesey in der Kajüte vor Beginn der Schatzfahrt.

2.a
1964: EIN KIND VOM HÜGEL (Un gosse de la butte; alternativ: Rue des Cascades)

3.b
Die Bezeichnung "Das Erste (Deutsche Fernsehen)" für die ARD gab es erst 1963, nachdem das "Zweite (Deutsche Fernsehen)" begonnen hatte.
Also stimmt die Geschichte mit der Auszeichnung 1962 so nicht. Und überhaupt ist von einer Auszeichnung an Millowitsch für diese Live-Aufführung nichts bekannt. Die blossen Angaben über den Rekord stimmen. (Die Einschaltquoten bezogen sich damals tatsächlich auf die Anzahl der angemeldeten Fernsehgeräte und nicht wie heute bloss auf den Marktanteil.)
Es gab aber schon von Juni 1961 an ein befristetes "Zweites Programm" der ARD im UHF-Frequenzbereich, das von 20 bis 22 Uhr sendete. Es endete mit dem Start des "Zweiten Deutschen Fernsehens".

4.h

5.
Dies war eine halb-scherzhafte Frage. Als Entschädigung gab es zwei halb-verdeckte Hinweise auf die Lösung.
Richard Kiel war 2 Meter und 17 Zentimeter gross. Seine weniger grossen Grosseltern verliessen die deutsche Stadt Kiel just in der Zeit, als Kiel Grossstadt wurde. Berühmt wurde Richard Kiel als der "Beisser" in James-Bond-Filmen der 1970er Jahre.
Wovon Kiel sich "nie ganz lösen konnte", war der Name, den ihm die Stadt gab. Dies war der erste halbverdeckte Hinweis. Der zweite war der Ausdruck "der unbestreitbar grösste".

6.c

7.a

8.a
51 %: Teil 2 von TOM SAWYERS & HUCK FINNS ABENTEUER
49 %: Teil 2 von LEDERSTRUMPF
47 %: Teil 2 von SEEWOLF
45 %: Teil 2 von ZWEI JAHRE FERIEN
45 %: Teil 2 von LOCKRUF DES GOLDES
(Kellner, Marek: Seewolf & Co., Berlin 2005, 471)

9.c

10.c

11.a
Die Geschichte ist möglich, denn:
Lina Carstens wurde 1892 in Wiesbaden geboren.
Lina war bei unserer Geschichte (1897) erst 5 Jahre alt. Linas Kostüm diente einem von Kindern dargestellten Krippenspiel.
Schon 1885 wurden die Telefonnetze von Wiesbaden, Frankfurt, Mainz, Heidelberg und Mannheim verbunden.
Aber Strom erhielt Wiesbaden erst 1898.
Lina musste die Petroleumlampe anzünden. Bis sie diese in der Dunkelheit gefunden hatte und die Streichhölzer dazu, war das Klingeln des Telefons verklungen.

12.
Kirk Douglas wird in weniger als vier Monaten 103 Jahre alt. Der Film heisst WEGE ZUM RUHM (PATHS OF GLORY) aus dem Jahr 1957. Dies war der einzige Fall von Filmzensur in der Schweizer Nachkriegszeit.

13.b
Der Film heisst PATTON (1970) und lancierte zugleich die Karriere des Regisseurs Francis Ford Coppola. George C. Scott lehnte den Oscar für den besten Hauptdarsteller 1971 ab.
Der Schauspieler mit dem aussergewöhnlich reichen und markanten Ausdruck wurde bekannt durch den Gerichtsfilm ANATOMIE EINES MORDES (1959) mit James Stewart, brillierte in Stanley Kubricks Meisterwerk DR. SELTSAM ODER WIE ICH LERNTE, DIE BOMBE ZU LIEBEN (1964) und begeisterte in dem Remake von DIE 12 GESCHWORENEN (1997).

Marlon Brando lehnte den Oscar als zweiter ab (1973).
Einen dritten Fall gibt es (leider) nicht.

14.d

15.
Tatsächlich ist Seidenschwan von dort oben runtergesprungen. (Offen gesagt: Ich hätte den Mut nicht gehabt. Früher hatte ich den Sprung von Seidenschwan in diesem Forum einmal bezweifelt. Das war falsch.)
Seidenschwan springt vom vorderen der zwei Masten (Fockmast), und zwar von der untersten waagrechten "Stange" (Fockrah), die auf halber Höhe des Fockmastes (17 Meter) liegt, also ein Sprung im schweren Filzmantel aus einer Höhe von knapp 9 Metern!
Die Angaben im Buch "Seewolf & Co" sind falsch!
Dort ist von drei Masten und einer Masthöhe von 25 Metern die Rede!
Tatsächlich sind es aber zwei Masten, wobei der vordere 17 Meter hoch ist und der hintere 18 Meter hoch ist (jeweils über Wasser). Diese richtigen Angaben finden sich auf rumänischen Webseiten. Wir konnten das anhand guter Fotografien durch Rechnen mit Proportionen bestätigen.
Das Schiff des SEEWOLFS und später das der Jungs in ZWEI JAHRE FERIEN wurde vom Rumänen Marin Deboveanu konstruiert, zu Teilen in Braila und Tulcea angefertigt und dann in Braila zusammengebaut. Das Schiff wurde damals von einem deutschen Schiffsbauingenieur geprüft und in Deutschland im Schiffsregister eingetragen (Germanischer Lloyd), natürlich nicht unter "Ghost" oder "Sloughi", sondern unter dem richtigen Namen "Speranta".

16.a

17.b
wir (= mind. 2)
mit unseren Kumpanen (= mind. 2)
sahen den Paaren zu (mind. 2 à 2)
Kapellmeister (1)
Kellnerin (1)
Demnach: 2 + 2 + (2 x 2) + 1 + 1 = 10
Die Geschichte über die gestrichene Drehbuchpassage ist erfunden.

18.a
Zwar wurde auch Didier Gaudron (Brian) nicht aufgeführt.
Aber die Auslassung von Seidenschwan ist nicht sehr passend mit Blick auf das Filmplakat mit bloss drei Gesichtern (darunter Seidenschwan).

19.a
Die Person im Pflegeheim hatte recht. Der Film heisst GERN HAB' ICH DIE FRAUEN GEKILLT (1966). Weitere Darsteller waren u.a.: Stewart Granger, Klaus Kinski, Pierre Brice. (Tita Barker heisst heute Carmen Cervera.)

20.c
Carola Höhn & Marika Rökk: 52 Jahre
1936: DER BETTELSTUDENT
1988: SCHLOSS KÖNIGSWALD

Walter Giller & Nadja Tiller: 56 Jahre
1953: SCHLAGERPARADE
2009: DINOSAURIER – GEGEN UNS SEHT IHR ALT AUS!

Walter Giller & Ralf Wolter: 58 Jahre
1951: DIE FRAUEN DES HERRN S.
2009: DINOSAURIER – GEGEN UNS SEHT IHR ALT AUS!

Es gibt mindestens diese drei, vielleicht sogar noch mehr!
Dagegen sehen Kirk Douglas und Lauren Bacall alt aus.

21.b
Irene (auch: Irene Lentz oder Irene Gibbons) fertigte Kleider an für Ginger Rogers, Jean Arthur, Carole Lombard, Ingrid Bergman, Claudette Colbert, Marlene Dietrich, Rita Hayworth, Joan Bennett, Lana Turner, Doris Day.
Ein Jahr nach Coopers Tod 1961 beging Irene Selbstmord, indem sie aus dem 11. Stock des Knickerbocker Hotels in Los Angeles sprang, nachdem sie Doris Day von ihrer Trauer über Coopers Tod erzählt hatte.

22.c
"O meine geliebte Insel, ich wünschte, ich hätte dich niemals verlassen!"

23.
In einem Interview gab Belle mit anerkennenswerter Aufrichtigkeit zu, dass die SCHATZINSEL und der SEEWOLF "einfach nicht mehr zu übertreffen" waren, und zwar aufgrund ihrer "Substanz".
Dann sagte er, sein Favorit sei DIE SCHATZINSEL, den er "mindestens 20 Mal mehr gesehen" habe als seinen DAVID BALFOUR.
(Kellner, Marek: Seewolf & Co., Berlin 2005, 400)

24.b
Huck Finn zu Tom Sawyer

25.
"Zeigt seine Kraft, plattmachend eine rohe Kartoffel."
DER SEEWOLF mit dieser vielleicht überflüssigen Szene. Ohne sie hätte sich die Aufmerksamkeit und die Erinnerung vielleicht mehr an der durchgehenden Qualität des Films festgemacht statt an diesem Effekt.
Esperanto zu Ehren des unvergessenen Kapitäns der "Speranta", die im Film bekanntlich "Ghost" hiess.

26.a

27.e
Der BND weiss nichts.
Die Securitate wusste manches, aber beileibe nicht genug.
Das Buch "Seewolf & Co." weiss bloss: Schwarzes Meer + Donaudelta.
Wikipedia weiss bloss, was das Buch "Seewolf & Co." schreibt.

Dagegen weiss TV-Nostalgie dank Elaine und Mariposa:

Von Oktober bis Dezember 1971:
in den Filmstudios von Buftea bei Bukarest sowie im Donaudelta.

Vom 11. Mai bis zum 8. Oktober 1973:
in den Filmstudios von Buftea bei Bukarest;
am Schwarzen Meer in Mangalia und bei Vama Veche;
an den Donaustädten Braila, Tulcea und Harsova;
in der Gegend um Rasnov im Kreis Brasov.

28.c
Oberst Munroe zu seiner Tochter Cora in DER LETZTE MOHIKANER.

29.b
Nach einem Schuss von Beckenbauer in der ersten Viertelstunde.

30.b
"Arnold" ist aus den gleichen Buchstaben gebildet wie "Roland", bloss umgestellt.
"Goetemond" ist aus den gleichen Buchstaben gebildet wie "Demongeot", bloss umgestellt.
Mit anderen Worten:
"Arnold" ist ein Anagramm von "Roland", und "Goetemond" ist ein Anagramm von "Demongeot".
Wenn man sieht, dass hinter "Arnold Goetemond" sich "Roland Demongeot" verbirgt, dann kann man wissen, dass "Arnold Goetemond" mit einem der Adventsvierteiler zu tun hat, nämlich als ein Anagramm des Namens jenes Schauspielers, der in TOM SAWYER & HUCK FINN den "Tom Sawyer" spielte.

31.a
Die ARD betrieb vom 1. Juni 1961 bis zum 31. März 1963 ein ZWEITES PROGRAMM im UHF-Frequenzbereich. Die erste SPORTSCHAU wurde sogar in diesem ZWEITEN PROGRAMM der ARD ausgestrahlt! Gesendet wurde sonntags (Juni bis Ende Dezember 1961).
Also ist der Satz, der Trudi gegenüber geäussert wurde, wahr! Der im Juni 1961 verwendete Satz war nicht nur damals wahr, sondern ist natürlich auch auf heute bezogen noch wahr, weil wir seine Wahrheit heute beurteilen können.
(Vgl. auch die Antwort zu Frage 3.)

Alle Quizfragen sind frisch ersonnen. Nach Prüfung mit startpage und duckduckgo hat bis heute (12.8.2019) noch niemand diese Quizfragen öffentlich gestellt.

loe



Beiträge: 87

20.08.2019 14:31
#2 RE: Lösungen zum Jubiläumsquiz (21.8.2009 - 21.8.2019) Antworten

Gestern kontaktierte mich ein ehemaliger Mitarbeiter der früheren rumänischen Securitate und bat mich um eine kleine Korrektur ehrenhalber.
(Dass er meine wirkliche Identität hinter "Leo" herausgefunden hatte, zeigt, wie fähig diese Leute waren und noch sind. Der Schreck war nicht gering.)

An der richtigen Lösung ändert sich nichts.
Trotzdem – das ist Ehrensache – hier die nun leicht verbesserte Antwort zu Frage 27:

Statt alt:

"27.e
Der BND weiss nichts.
Die Securitate wusste manches, aber beileibe nicht genug.
[...]"

Setze neu:

"27.e
Der BND wusste und weiss nichts, nicht einmal, dass er nichts wusste und nichts weiss.
Die Securitate wusste alles, aber dieses Wissen ging verloren (ausgenommen jenes, dass genau dies geschah).
Der KGB wusste vieles, vergass aber auch vieles,
da die Leute sich betranken und kollabierten,
bevor sie das Wissen protokollierten.
[...]"Der entscheidende Rest bleibt unverändert.

Lieber Unbekannter und Alt-Genosse,
ich schüttle mit Dank und beiden Pfoten deine Flosse.

Eiwennho


Beiträge: 97

25.08.2019 21:11
#3 RE: Lösungen zum Jubiläumsquiz (21.8.2009 - 21.8.2019) Antworten

Dein Quiz hat mir echt Spaß gemacht und ich kann mich da zu den Kennern und Könnern zählen.
Denn ich habe da 11 Richtige erzielt aus dem einfachen Grund weil ich die auch wusste.
Drei weitere habe ich dann noch richtig erraten die kann ich aber leider nicht dazuzählen.
Beim großen Rest musste ich dann aber echt passen weil keine Ahnung.

Für die große Fangemeinde des Robinson habe ich dann noch zwei Buchtipps parat um manche Rätsel darüber lösen zu können.
Einmal "Robinsons Insel" von Oskar G. Foerster erschienen im Franz Schneider Verlag
Erzählt wird darin die wahre Geschichte der Juan Fernandez Inseln westlich von Chile von ihrer Entdeckung an bis in die 50er Jahre.

Zum zweiten "Die Höhle des Robinson" von Arne Falk Rönne erschienen 1955 in der Francksche Verlagshandlung.
Geschildert wird darin die damals noch mühsame Reise mit Flugzeug und Schiff zur Insel des Alexander Selkirk mit vielen schönen Fotos.

Beide Bände können Interessierte mit Glück und Suchfunktion immer noch erwerben. Machen sich gut in einer Bibliothek zu Weihnachtsvierteilern.

loe



Beiträge: 87

26.08.2019 15:11
#4 RE: Lösungen zum Jubiläumsquiz (21.8.2009 - 21.8.2019) Antworten

Danke Eiwennho!
Die drei richtig erratenen Lösungen kannst Du zu den gewussten dazuzählen, weil gewiss aus einem richtigen Gefühl heraus erraten.
Das nennt man manchmal "kluges Raten", und das braucht man in diesem Quiz unbedingt!
Demnach hast Du 14 Richtige und bist ein "grosser Kenner & grosser Könner". Ich gratuliere.

Danke auch für die beschriebenen Buchtipps zu Selkirk und zu den Juan-Fernandez-Inseln.
Für meine Frage zu Selkirk verwendete ich das Buch "Selkirks Insel – Die wahre Geschichte von Robinson Crusoe" von Diana Souhami (Goldmann Verlag, 2004).

Die von Dir genannten Titel kenne ich nicht, aber sie machen mich jetzt sehr neugierig, denn die Sache ist unendlich spannend.

loe



Beiträge: 87

29.08.2019 22:26
#5 RE: Lösungen zum Jubiläumsquiz (21.8.2009 - 21.8.2019) Antworten

Bei einem Quiz-Selbsttest erzielte ich 7 Punkte.
Erst da merkte ich, wie schwierig das Quiz ist, gewiss zu schwierig.
Eiwennho kam auf 14 Punkte. Ich bin froh und ein klein bisschen entlastet, dass jemand so weit kam!
Im Frühling mache ich ein neues Quiz: massvoller, altmodischer. Das Thema weiss ich noch nicht. Vielleicht grosse Westernfilme.

loe



Beiträge: 87

01.09.2019 18:55
#6 RE: Lösungen zum Jubiläumsquiz (21.8.2009 - 21.8.2019) Antworten

Können wir uns in einem Quiz Punkte zuschreiben lassen und als "Kenner & Könner" gelten, wenn wir die Antwort "bloss" geraten haben, da wir sie gar nicht wussten?

Ja, weil wir in den meisten Fällen nicht wirklich ins Blaue raten, sondern zu einer "richtigen Einschätzung" kommen. Dieter Kürten drückte das einmal wie folgt aus:
"Ich habe so ein dunkelgrünes Gefühl".
Bei einer solchen Einschätzung benutzen wir blitzschnell mehrere kleine Wissensbrocken und verbinden sie ahnungsvoll, und zwar derart, dass wir gar nicht merken, wie rasant und gewieft wir das tun.

Drei Beispiele:


Frage Nr. 7 war:

Der Chingachgook im LEDERSTRUMPF wurde 1969 vom korsischen Schauspieler Pierre Massimi gespielt.
1961 spielte Pierre Massimi zwar nicht an der Seite von Hellmut Lange, aber an der Seite eines anderen Deutschen, nämlich Curd Jürgens.
Der Film hiess:

(a) Der Triumpf des Michel Strogoff
(b) Der Triumpf des Generals
(c) Der Triumpf im Sumpf

In uns sammeln sich ein paar Dinge:

(1)
Die Antwort (c) fällt weg. Warum? Ein so alberner Filmtitel und ein so alberner Reim wäre heutzutage nichts Besonderes und passte gut in die Filmlandschaft. Aber als Nostalgiker wissen wir tief in uns, dass ein solcher Blödel-Titel in den 1960er Jahren (und schon gar nicht Anfangs der 1960er Jahre) überhaupt nicht in die Zeit gepasst hätte. Im Sumpf geht man unter, dort triumphiert man nicht.
Wir sehen auch, dass die Worte "Triumpf" und "Sumpf" nur für den Reim arrangiert wurden, auch erkennbar an der falschen Rechtschreibung: "Triumpf" (falsch) statt "Triumph" (richtig); gilt natürlich für alle drei Titel.

(2)
Die Antwort (b) fällt weg. Warum? Im Hinterkopf haben wir den Film DES TEUFELS GENERAL (1955) mit Curd Jürgens, einen Film, den die meisten von uns spätestens in den 1970er Jahren gesehen haben. Es ist nun kaum wahrscheinlich, dass Curd Jürgens sechs Jahre später nochmals in einem so ähnlich klingenden Film gespielt hat. Der uns im Quiz angebotene Titel will mit der Ähnlichkeit bloss unser Gedächtnis foppen und uns reinlegen.

Alles, was wir haben, sind bloss Indizien. Aber zusammen geben uns (1), (2) und (3) genug für eine richtige Einschätzung, auch "kluges Raten" genannt.
Wir aktivieren ein paar Wissensbrocken, verbinden sie und gelangen so zur richtigen Antwort, auch ohne Auswendigwissen. Das ist eher Kennen und Können, aber weniger ein Raten.



Frage Nr. 11 war "Lina Carstens sowie das klingelnde Telefon und das Licht":

"Warum schaltete Lina Carstens das Licht nicht an?"
"Weil es noch keine Elektrizität gab."

(a) Diese Geschichte ist möglich.
(b) Diese Geschichte ist nicht möglich.

Wieder sammeln sich ein paar Dinge in einem bestimmten Licht in uns:

(1)
Die Umstellung von guter, alter, zuverlässiger Analog-Telefonie auf die IP-Telefonie hat viele Nachteile. Einer der grössten ist, dass unser Telefon heute nicht mehr funktioniert, wenn der Strom vor Ort ausfällt. Das war früher gar kein Problem. Das Telefon brauchte keine Verbindung zum Stromnetz vor Ort, denn es funktionierte einfach unabhängig davon. Das wissen wir alle.

(2)
Wenn wir jetzt noch daran denken, dass auch Kinder schon schauspielern und dass Lina Carstens auch einmal jung war, so geraten wir in eine Zeit, wo auch der Strom noch jung und die Elektrifizierung der Welt ein Thema war, auch in Stummfilmen.
In Stummfilmen werden manchmal noch Petroleumlampen oder Kerzen angezündet. Aber Telefon gibt es schon.

Rufen wir (1) und (2) in uns wach, so gelangen wir zur richtigen Einschätzung der Sache und zur richtigen Antwort. Wir wissen die Antwort für Wiesbaden nicht auswendig, aber wir gelangen auf begründete Weise zu ihr, weil wir kleine Wissensspuren in uns wachrufen und in einer Art von heller Ahnung zusammenführen. Das ist eher ein Kennen und Können als ein Raten.



Letztes Beispiel ist die Frage Nr. 18:

Auf dem damaligen sowjetischen Filmplakat von ZWEI JAHRE FERIEN waren nur drei Personen gross und von vorne abgebildet:

Franz Seidenschwan (Dick Sand)
Werner Pochath (Forbes)
Michael Berechet (Kapitän Hull)

Frage:
Welcher Darsteller wurde im sowjetischen Abspann von ZWEI JAHRE FERIEN nicht aufgeführt?

(a) Franz Seidenschwan (Dick Sand)
(b) Werner Pochath (Forbes)
(c) Marc di Napoli (Doniphan)

Was sammelt sich nun in uns?

(1)
Diese Frage macht ja nur dann Sinn und Witz, wenn einer der drei auf dem Filmplakat abgebildeten Schauspieler eben gerade nicht im Abspann aufgeführt wird.
Damit fallen Michael Berechet und Marc di Napoli schon weg.

(2)
Die Frage verkürzt sich auf: Seidenschwan oder Pochath?
Nun, wer kennt schon die wahren Gründe, warum man den einen von ihnen im Abspann nicht genannt hat?
Angenommen, es war keine Vergesslichkeit, sondern Absicht. Dann ist die dunkelgrün-gefühlte Wahrscheinlichkeit höher, dass man in der Sowjetunion einen Westdeutschen mit einem typisch deutschen Namen weggelassen hat, als dass man einen Österreicher mit einem leicht "östlichen" Namen weggelassen hat ("Pochath" hiess ursprünglich "Pochlatko").
Die sowjetischen Zuschauer sahen im Abspann eine lange Reihe rumänischer Namen und eine weniger lange Reihe französischer Namen. Die Zuschauer werden geglaubt haben, der Blonde auf dem Plakat (Seidenschwan) sei ein Franzose oder sogar ein rumänischer Genosse.

Die Kombination aus (1) und (2) führt zu der begründeten Vermutung, dass die Antwort (a) für "Seidenschwan" richtig sein muss. Kein blosses Raten ins Blaue, sondern ein "dunkelgrünes Gefühl".
Man kann auch von Anfang an die empörende Ahnung haben, dass der Witz der Frage darin liegen muss, dass der Deutsche Seidenschwan gross auf dem Plakat zu sehen ist, aber nicht genannt wird.

Wenn solche Dinge beim "klugen Raten" mitspielen, sollte man die Punkte unbedingt zu den rein gewussten Dingen dazuzählen!

Eiwennho


Beiträge: 97

06.09.2019 19:47
#7 RE: Lösungen zum Jubiläumsquiz (21.8.2009 - 21.8.2019) Antworten

Na so systematisch bin ich nun doch nicht vorgegangen bei meinen Ratelösungen.
Ich hab das einfach aus dem Bauch raus gemacht und hatte da halt drei richtige Treffer.

Aber wenn man da sich die Mühe macht und das weltweite Netz befrägt dann findet man sicher auch noch wesentlich mehr heraus.
Doch dazu fehlte mir die Zeit und auch die Lust dazu. Ich war da in 10 Min. fertig mit etwas mehr Mühe wären es vielleicht 1 2 Punkte mehr geworden.
Aber ich habs halt so genommen wie es wahrscheinlich auch gedacht war, als großen Spaß.

Und auf das Westernquiz freue ich mich schon.

loe



Beiträge: 87

08.09.2019 21:34
#8 RE: Lösungen zum Jubiläumsquiz (21.8.2009 - 21.8.2019) Antworten

Den Weg des ahnungsvollen Ratens, das "dunkelgrüne Gefühl", hatte ich an drei Beispielen in der gewöhnlichen Sprache beschrieben, natürlich rückblickend.
Hierdurch erhielt dieses schöne und blitzschnelle Raten aus dem Bauch heraus ins Dunkelgrüne nun leider das gräulich-künstliche Kleid der Ausführlichkeit, das nicht dem Zusammenwirken von Bauch und Kopf entspricht, wie es in der farbigen Wirklichkeit vor sich geht.

Viel passender wäre am Beispiel der Frage mit Lina Carstens und dem Telefon etwa das hier, mehr in Echtzeit als im Rückblick:

linacarstens,
knurr, blubberblubber,
klingel-und-nichtblitz, soso, nichtklingel-oder-blitz,
rumor, brummelbrummel, kratzkratz,
wumm, leuchtblitz.
"Ja, möglich!"

Die Beschreibung in dieser "Zwischensprache" kommt dem Vorgang des Ratens aus dem Bauchgefühl wohl näher.

Wenn man aber den Lösungsweg rückblickend in unserer gewöhnlichen Sprache beschreiben will, so bekommt er eben dieses allzu Systematische und allzu Ausführliche, wie wir es selbst gar nicht erlebt haben.

Darum hast Du recht, Eiwennho!
Meine Beschreibung der drei Beispiele waren mühselige Sätze, welche die Art, wie wir es wirklich tun, gar nicht wiedergeben können.

Und nicht zu vergessen:
Es gibt viele mögliche Wege, darunter gewiss bessere, elegantere, kürzere Wege als die von mir beschriebenen.

Sogar beim guten alten Thoelke traten damals Kandidaten mit ihren langgepflegten Spezialgebieten auf und haben bei so mancher Frage zugegeben, dass sie jetzt raten müssten!

Aber wer ratet schon wirklich rein zufällig, also etwa so:
Hand auf die Augen, Finger über Blatt kreisen, Finger auf Blatt niedersausen.

Wir raten ja zumeist mit einer Art von Knurr-Blubber-Kratzkratz-Blitzblitz-Methode.
In diesem Fall sind die Punkte genauso verdient wie bei den Kandidaten von Thoelke & Co.

Das, was Du über den "Spass" gesagt hast, Eiwennho, war schön!

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