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 Abenteuerserien - Arpad trifft die Globetrotter
Petra



Beiträge: 7.307

17.06.2007 20:14
Petes Abenteuerserien Antworten

Pete war in der alten Yahoo-Group ja berühmt-berüchtigt für lange Postings, hier habe ich eines seiner längsten ausgegraben, das über die Abenteuerserien:



Unter „Abenteuer-Serie“ verstehe ich nicht etwa eine Western- oder eine
Krimiserie, sondern ich vermag sehr wohl zu unterscheiden. Selbst die
beliebten Tier-Serien wie „Flipper“, „Skippy“ oder „Fury“ reihe ich nicht in
die Kategorie „Abenteuer“ ein. Dadurch wird die Liste der Serien nicht
übermäßig lang und wesentlich übersichtlicher. Ich werde in meinen
Erinnerungen hin und wieder mal auf die Abenteuer-Vierteiler verweisen, doch
ich selbst bin eigentlich kein Fan der Vierteiler – es gab nur wenige, die
mich wirklich nachhaltig beeindruckt haben. Deshalb möchte ich diesmal auch
nur meinen absoluten Lieblings-Vierteiler erwähnen und hoffe, ihr nehmt es
mir nicht allzu übel, wenn ich nicht an „Schatzinsel“, „Seewolf“, „Tom und
Huck“ und „David Balfour“ erinnere...



Meine frühesten Begegnungen mit „Fernsehabenteurern“ liegen Mitte der 60er
Jahre. Da gab es zwei gestandene amerikanische Mannsbilder namens Ted
McKeefer und Jim Buckley (gespielt von Larry Parnell und Ken Curtis, dem
späteren „Festus“ aus „Rauchende Colts“). In einer der ersten Serien des auf
Natur-Abenteuer spezialisierten Ungarn Ivan Tors schnallten sich die beiden
Ritter der Lüfte ab März 1963 den Fallschirm auf den Rücken, stiegen mit
einer Cessna in den Himmel und sausten dann wieder zu spektakulären
Rettungs- und Verfolgungsaktionen dem Erdboden entgegen. „Sprung aus den
Wolken“ (im Original „Ripcord“ = „Reißleine“) war nicht nur eine der ersten
Spannungsserien, die sich in der ARD ungemein großer Beliebtheit erfreuten,
sondern auch die erste Serie, zu der ich ein Fernsehbuch bekam! Eines jener
inzwischen heiß begehrten Bücher aus dem Engelbert/PEB-Verlag, das meine
Sammelleidenschaft für Fernsehbücher und Fernsehserien viele viele Jahre
später neu entfachen und aufflammen lassen sollte. Es dauerte immerhin die
letzten vier Jahre, bis ich Band Zwei dieses Fernsehbuches endlich mein
Eigen nennen konnte!

Nun, Ted McKeefer und Jim Buckley bannten mich vor den Fernsehschirm.
Es war einfach atemberaubend, wie „meine“ Helden sich durch die Lüfte
schwangen. Doch dann gab es noch ein anderes Element, das für meine Helden
wichtig war: Das Wasser. Mike Nelson nannte sich ein von Lloyd Bridges
gespielter Taucher, der seine spannenden und mitreißenden Abenteuer in den
Tiefen des Meeres bestand. Wieder war Ivan Tors ein Hit gelungen (sein
letzter war glaube ich „Mein Freund Ben“), und „Abenteuer unter Wasser“ (im
Original „The Sea Hunt“) war die erste amerikanische Serie, die zu zwei
Dritteln im und unter Wasser handelte. Lloyd Bridges war prädestiniert für
die Rolle des Tauchers Mike Nelson und sein Konterfei zierte schon bald die
Regale der Zeitschriftenhandlungen, denn der Tessloff-Verlag brachte die
Comic-Reihe „Fernsehabenteuer“ heraus. Auch zu dieser Serie gab es Romane
aus dem Engelbert-Verlag, die der Spannung der Serie nicht nachstanden.

Tja, und dann wechselte ich von den Lüften und dem nassen Element
wieder in festere Gefilde. Ein wagemutiger Reporter einer amerikanischen
Zeitung bestand zwar bereits 1961 auf deutschen Bildschirmen atemberaubende
Abenteuer in „Die Abenteuer des Hiram Holiday“, aber da hatten meine Eltern
noch kein TV-Gerät, und ich war noch ein Hosenscheißer. Ich musste bis Ende
der 60er Jahre warten, um Reporter bei ihren Abenteuern begleiten zu können.
Denn da lief dann im ZDF die von mir sehr geliebte Serie „Die Globetrotter
mit Edward Meeks und Yves Renier.

1964 durfte der beliebte deutsche Schauspieler Paul Klinger
(„Kommissar Brahm“ und die „Immenhof“-Filme) uns in der Serie
„Abenteuerliche Geschichten“ in die Welt der Bildschirmabenteuer einführen,
aber auch das habe ich nur am Rande mitbekommen. Nein, mich zog es erst mal
ins Mittelalter. (“Royal Canadian Mounted Police“ und „Sergeant Preston vom
Yukon“ erwähne ich in diesem Zusammenhang nicht, da sie im weitesten Sinn
Westernserien sind...). Im Mittelalter allerdings tummelten sich dann alle
Helden, die in mir auch ein Faible für strahlende Ritter, Burgen (und die
dazugehörigen Fräulein) und Schwerterklirren weckten: Robin Hood, Richard
Löwenherz, Ivanhoe, Sir Francis Drake, Quentin Durward...und so weiter. Sie
machen für mich das Mittelalter lebendig, und ich war nicht mehr vom
Bildschirm wegzukriegen!

„Ivanhoe“ hieß der erste Held, der auf deutschen Bildschirmen für
Volk, Vaterland und die Krone den wipfelbehelmten Kopf und den geharnischten
Body hinhalten musste. Es war die Debütrolle eines jungen Engländers namens
Roger Moore, der sich später mit „Mein Name ist Bond – James Bond
vorstellen sollte. Ich selbst kam erst in den 90er Jahren auf Arte in den
Genuss, Sir Ivanhoe und seine treuen Begleiter Gurth und Bart beim Fechten
und Kämpfen zu beobachten. Die Serie war in ihrer ebenso schlichten wie
heute wohl eher zum Schmunzeln anmutenden Machart aus einer ganzen Reihe
ähnlicher britischer TV-Serien nicht mehr wegzudenken.

Mein persönlicher Favorit aber, und wohl die beste Ritterserie ihrer
Zeit, war eine britische Produktion aus dem Jahre 1955: „Die Abenteuer von
Robin Hood“ (The Adventures of Robin Hood) hieß sie, und wenn Richard Greene
sonntags nachmittags seinen Pfeil auflegte und ihn schwirren und mit sattem
Zittern in den Baumstamm schnellen ließ, war der Tag für mich gerettet!
Richard Greene spielte den Robin sehr sympathisch, sein Gegenspieler war der
großartige Mime Alan Wheatley als Sheriff von Nottingham, und Maid Marian
wurde von Bernadette O’Farrell gegeben. Hier begegneten mir alle Helden
wieder, die ich schon aus dem berühmten Robin Hood-Sagenbuch von Howard Pyle
kannte: Bruder Tuck, Little John, Will Scarlett, Alan of Dale und viele
andere. Besonders das Titellied vergaß ich nie:



„Robin Hood, Robin Hood,

reitet durch die Lande,

voller Stolz und Wagemut

folgt ihm seine Bande.

Die Bösen sind ihm bös,

die Guten sind ihm gut,

Robin Hood, Robin Hood, Robin Hood…”



Wenn man allerdings die Serie heute betrachtet, kann man sich des
Schmunzelns nicht erwehren...da belagert doch der Sheriff von Nottingham
eine Burg, in der sich Robin und seine Schützlinge verschanzt haben, mit
einer Armee, und die besteht aus...ZWEI MANN !!! Auch erfand der Produzent
der Serie aus Kostengründen die sehr effektive Drehbühne, die es
ermöglichte, ein und die selbe Szenerie durch Drehen der Bühne aus vielen
verschiedenen Blickwinkeln zu filmen und so den Eindruck zu erwecken, man
habe es mit verschiedenen Drehorten zu tun.

Auch unser allseits bekannter „Wilhelm Tell“ durfte in England sein
Unwesen in pseudo-schweizer Kulissen treiben – Conrad Phillipps verkörperte
den schweizer Freiheitshelden wunderbar spannend, aber uns Deutschen blieb
die Serie leider vorenthalten.

Erst in den späteren 60er Jahren tummelten sich wieder zwei Helden in
Strumpfhosen auf deutschen Bildschirmen und brachten mich dazu, nicht nur
die sonnengefluteten Nachmittage vor der Flimmerkiste zu verbringen, sondern
auch meine Fingernägel abzukauen (eine blöde Angewohnheit): Dermot Walsh
schwang das Schwert für England und gegen Prinz John, denn als „Richard
Löwenherz“ kehrte er aus österreichischer Gefangenschaft in die Heimat
zurück und holte an seinem Bruder Johnny nach, was dessen Papa in jungen
Jahren versäumt hatte... Wenig später (im Film allerdings ein paar
Jahrhunderte später) zückte Terence Morgan als „Sir Francis Drake – Pirat
der Königin“ sein ellenlanges Rasiermesser und stutzte bösen Spaniern die
Schnurrbärte. Er trug immer ein nietenbesetztes glänzendes Lederwams, und
lehrte seine Widersacher das Fürchten. Meine Güte, hatte dieser Degen
geblitzt!

Der Frauenschwarm Amadeus August schließlich verteidigte als „Quentin
Durward“ Anfang der 70er Jahre im ZDF mit Schwert und Herz die Ländereien
der gar lieblichen Gräfin Isabelle de Croye gegen die habgierigen Griffel
des Herzogs von Burgund. Ich hab schon mal über diese Serie geschrieben und
musste mich für die letzte Folge, den Entscheidungskampf, so zu sagen durch
den Dreck robben, um ihn sehen zu können. Aber was tut man nicht alles, wenn
man Fernsehverbot bekommt?

Außer der Reihe tanzte der Holländer Rutger Hauer, inzwischen zum „B
“-Picture-Star in den USA aufgestiegen, als „Floris von Rosemund“, der wohl
ersten Mittelalter-Comedy-Serie aus dem Jahre 1969 (die erst sechs Jahre
später zu uns kam), die sich durch eine ausgesprochen dämliche und dümmliche
deutsche Synchronisation auszeichnete. Zusammen mit seinem depperten Kumpel
Sindala schreitet Floris von Rosemund immer dann zu Taten, wenn es darum
geht, holde Maiden vor bösen Burschen zu bewahren. Dabei geht allerdings
alles schief, was schief gehen kann, was uns beweist, dass ein gewisser
Murphy und sein Gesetz bereits vor mehreren hundert Jahren existiert haben
müssen...

Was die Engländer konnten, konnten die Franzosen schon immer! Ende
der Sechziger prügelte sich ein wagemutiger Husar durch die französischen
Provinzen – Chevalier de Ricci hieß er und focht nicht nur fürs Vaterland,
sondern auch für seine Angebetete Isabelle...“Die Abenteuer des Chevalier de
Ricci“ (Im Original: La Chevalier Tempete) lief bei uns am Samstag
Nachmittag, und wer, glaubt ihr wohl, spielte diesen wagemutigen
Draufgänger? Ja, genau der: ARPAD, DER ZIGEUNER !!! Robert Etcheverry führte
den Degen wie kein Zweiter, um das Herz von Genevieve Cassile als Isabella
zu erobern. Nun ja, nur wenig später wechselte er ins Lager der Zigeuner und
bekämpfte die ungarische Obrigkeit als „Arpad“, jener Rolle, die ihm in
Deutschland den endgültigen Durchbruch und im Film das Herz der wirklich
schönen Rilana (Edwige Pierre) bescherte. Nein, keine Sorge, ich hab sie
nicht mit „Ribana“ verwechselt, die gehörte nämlich dem Winnetou...

In Italien spuckt derweil Italiens Robin Hood dem Grafen von Ticino
in die Suppe, was diesem natürlich gar nicht schmecken will. „Rinaldo
Rinaldini“ nennt sich der ehemalige Adlige, der zum Räuberhauptmann
avanciert, um die Reichen zu beklauen und die Armen zu betrauen (sollte sich
mal einer bei uns überlegen...). Gespielt wird unser Held in dieser überaus
erfolgreichen Vorabendserie der ARD von dem Münchner Fred Williams, der mit
dieser Rolle zu Ruhm und Ehre gelangte und später in zahlreichen
italienischen Sexploitation-Filmen auftrat. Seine geliebte Rosalie wurde von
Ursula Mellin gespielt, die später leider wieder in der Versenkung
verschwand.

Anfang der 70er Jahre brachte England ein „neues Gesicht“ hervor –
einen Abenteuerhelden, wie er im Buche stand: Oliver Tobias war „König Artur
“. In der Serie war er unsterblich in die Barbarentochter Gila von
Weitershausen verknallt und stritt an der Seite von Alt-Kollege Rupert
Davies („Maigret“) und...Georg Marischka, den wir als Produzenten von
deutschen Lederhosen-Sexfilmchen und als Sägewerksbesitzer vom bayrischen
Küblach („Forsthaus Falkenau“) kennen...

Oliver Tobias begegnet uns wieder in der großartigen Produktion „Das
neue Land/Firbecks neues Land“ als Luke Firbeck, der versucht, sein Land im
australischen Outback des 18. Jahrhunderts gegen die britische Obrigkeit zu
verteidigen. Eine wunderbare Serie, die uns das ZDF hier bescherte und an
die ich mich nachhaltig gern erinnere. In australischen Gewässern spielte
auch die Serie „Die Überlebenden der Mary Jane“, in der sich eine Gruppe
Schiffbrüchiger, Reisende und für die australischen Sträflingskolonien
vorgesehene Deportierte gegen die Tücken der Natur behaupten müssen. Mit
„Gegen den Wind“ schließlich bringt das ZDF eine ebenso schöne wie spannende
australische Serie, die uns mit John English und Mary Larkin ein Traumpaar
beschert und auch noch einen tollen Titelsong von John English. Auch hier
geht es um Deportierte (ein sehr beliebtes Thema), und wir erhalten eine
realistische Schilderung, wie die Kolonialisierung Australiens vor sich
ging.

Noch einen Helden wollen und dürfen wir nicht vergessen – den Helden
meines Lieblings-Adventsvierteilers des ZDF – „Michael Strogoff – Kurier des
Zaren“. Raimund Harmstorff schlägt, schwimmt, rennt, reitet und prügelt sich
für die Rolle durch tausend Meilen unwegsamstes Sibirien, begleitet von der
schönen und begehrenswerten Nadja. Scharmützel, spannende und
hochdramatische Kämpfe, schöne Frauen, eine ansprechende Geschichte und ein
wahrlich heldenhafter Raimund Harnstorff verkürzten uns die Zeit bis
Weihnachten. Ich habe diese Serie geliebt und liebe sie noch! An Dramatik
und Stunts war die deutsch-französische Co-Produktion kaum zu überbieten,
und die Titelmusik war schlichtweg kultig!

Nicht unerwähnt sollten zwei Mehrteiler mit Matthias Habich in der
Hauptrolle bleiben, die mich damals beeindruckt hatten: Zum einen war da
„Des Christoffel von Grimmelshausens abenteuerlicher Simplicissimus“ aus dem
Jahre 1975, der die Schrecken des 30-Jährigen Krieges recht unverblümt
zeigte und Themen wie Hexenwahn und das Lotterleben der Söldner ziemlich
drastisch aufgriff. Eine Serie, die selbst unter meinen eher
fernsehfeindlichen Mitschülern für Gesprächsstoff sorgte...

Der andere Mehrteiler mit Matthias Habich ist „Die merkwürdige
Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck“, die zwar nicht so
eindringlich war wie der „Simplicissimus“, dennoch aber beeindruckend
gespielt war. Allerdings gefiel mir die Neuverfilmung mit Ben Becker und
Alexandra Maria Lara vor einem halben Jahr auch gut.

In den Achtziger Jahren erleben wir dann Michael Praed und Jason Connery in
der Titelrolle des „Robin of Sherwood“, die uns die Sage um Robin Hood
mystischer und in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt und die neben
dem Serienklassiker mit Richard Greene wohl die beste Verfilmung des Stoffes
darstellt.

Begeben wir uns zurück in die Moderne. Die Australier hatten ja schon
öfters ein Händchen für „Abenteuerserien“ bewiesen, und so bereitete uns das
ZDF mit „Bumerang“ relativ spät aber dennoch eine Serie um einen Jungen, der
mit einem magischen Bumerang allerlei aufregende Abenteuer erlebt. Nie werde
ich die Folge „Der Buschbrand“ vergessen, in der sich Tom und seine Freunde
vom Feuer eingeschlossen im australischen Busch wiederfinden und Tom in
höchster Not den Bumerang schleudert. Denn so lange sich das Teil in der
Luft befindet, können sich Tom und seine Freunde einen Weg durch das Feuer
bahnen...

„SOS Charterboot“ war eher eine Krimiserie, aber es gab noch „Die
Abenteuer der Seaspray“. Der amerikanische Captain John Wells dümpelt mit
seinen Teenager-Kindern Mike und Susan auf der Motoryacht Sea Spray durch
polynesische Gewässer und erlebt allerlei Aufregendes. Bei uns ging es im
ARD-Regionalprogramm zur Sache, und ich mochte die Serie ausgesprochen gern.

„Barrier Reef“ schließlich erzählt die Geschichte eines Teams von
Ozeanologen, das mit seiner Yacht „Endeavour“ am Barrier Reef kreuzt. Der
eigentliche Star der Serie ist aber „Grandma“, ein ultramodernes
Computersystem. Die Serie begeisterte nicht nur die Zuschauer in Down Under,
sondern auch auf unserer Seite des Planeten, und damals hätte der Spruch,
dass man mit dem Zweiten besser sieht, auch gut gepasst.

Bleiben wir im nassen Element: „Der Mann aus Atlantis“, gespielt von
Patrick „Bobby Ewing“ Duffy, taucht und schwimmt im Jahre 1977 durch
amerikanische Gewässer, um allerlei Unheil zu verhindern. Eine sehr
mystische Fantasy-Abenteuerserie, die sich aber inzwischen zum Kult-Hit
entwickelt hat.

Die deutschen Sender warteten ebenfalls mit Abenteuer-Produktionen
auf. Da gab es 1968 „Der Staudamm“, in der sich Horst Niendorf durch die
bayrischen Berge buddeln durfte (schon Jahre zuvor war mit „Wolken über
Kaprun“ ein ähnliches Projekt realisiert worden, bei dem sich die
Schauspieler durch die Geröllmassen des Großglockners wühlen mussten.) Dann
gab es „Semesterferien“ mit Gerhart Lippert und Raimund Harmstorff, eine
mystische, bisweilen auch gruselige Serie, mit der uns das ZDF den Vorabend
versüßte.

1970 schickt wiederum das ZDF den feschen Rittmeister von Rotteck ins
Rennen, gespielt von Klausjügen Wussow, der mit seinem treuen Begleiter
Padua als „Kurier der Kaiserin“ zwischen die Fronten feindlicher Armeen
gerät. Eine actionreiche, kurzweilige und bisweilen recht lustige
Vorabendserie.

Karl Michael Vogler und Heinz Schuberth mimen schließlich 1973 „Kara
Ben Nemsi Effendi“ und dessen Begleiter mit den drei Hadschis (Gesundheit!)
im Namen.

Damit kommen wir in afrikanische und asiatische Gefilde, wo sich auch
allerlei Abenteuer im Dschungel bestehen lassen. „Daktari“ beispielsweise
entwickelt sich zum Renner unter den samstäglichen ZDF-Serien. Doktor Marsh
Tracy (Marshall Thompson) und seine Tochter Paula betreiben zusammen mit den
Assistenten Jack Dane und Mike die Tierpflegestation Wameru im afrikanischen
Busch. Ein stets gern gesehener Gast ist der Wildhüter Hedley. Eigentliche
Stars der Ivan Tors – Serie aber sind Judy, die Schimpansin, und Clarence,
der schielende, zahme Löwe. Mehr zu Daktari erfahrt ihr auf Petra’s
Fernsehserien-Hompage.

In Afrika wird Daktari von einem jungen lendenbeschurzten,
lianenschwingenden Krakeeler namens Ron Ely abgelöst, der den zwei- und
vierbeinigen Bösewichten das Fürchten lehrt. „Tarzan“ wird zu einer der
erfolgreichsten ZDF-Samstags-Serien. Und da wir schon im Dschungel sind,
wechseln wir flugs über einen Ozean hinweg nach Indien, wo der junge
Amerikaner Terry Bowen seinen Pappi sucht. Weil der aber im Urwald
verschollen ist, haben Terry und der indische Elefantenboy Jay zusammen mit
der Elefantendame „Maya“ achtzehn Folgen lang Zeit, den alten Herrn
aufzustöbern. Die Serie wurde dem US-Spielfilm „Gefahr im Tal der Tiger
nachempfunden und sorgte achtzehn Wochen lang für spannendes
Wochenendvergnügen. Auch die ARD hatte übrigens einen „Elefantenboy“, der
immerhin dem deutschen Schauspieler Uwe Friedrichsen ein festes Einkommen
bescherte.

Bleiben wir in den Wäldern und begleiten die Forest Rangers vom
„Indian River“ in die kanadischen Forste. Die Serie war sehr kurzweilig,
spannend und lief sonntags nachmittags (meist vor dem sonntäglichen
obligatorischen Familien-Spaziergang).

„Sierra“ schließlich war eine Vorabendserie der ARD, die eine Gruppe
Forest Rangers im Yosemite Nationalpark in den USA bei ihrer aufregenden
Arbeit begleitet. Die Truppe muss in jeder Folge mehrere Einsätze bestehen
und sich mit unerfahrenen Touristen, Verbrechern und vor allem einem
gefräßigen Braunbären herumschlagen, der ständig für Panik und Aufregung
sorgt. Das Titellied wird von dem inzwischen leider verstorbenen John Denver
gesungen.



Dies war also mein kleiner Streifzug durch die Welt der
„Bildschirm-Abenteurer“. Ich hoffe, ich konnte einige Fernseh-Erinnerungen
bei euch wecken und euch wieder mal über Ostern in die wunderbare
Nostalgie-Welt des Heimkinos entführen. Mit Sicherheit habe ich zahlreiche
Serien vergessen, und wenn sie euch einfallen, scheut euch nicht, sie
nachträglich zu erwähnen...

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