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TV-Nostalgie-Forum

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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 1.526 mal aufgerufen
 ...und nicht so richtig in die anderen Kategorien paßt...
Kaschi


Beiträge: 3.062

02.09.2007 23:25
Das ausgefüllte Leben des Alexander Dubronski antworten
Die Satire "Das ausgefüllte Leben des Alexander Dubronski" von 1967 ist kürzlich im Rahmen des Schwarzweiß-Tages auf 3sat wiederholt worden. Ein großes Kompliment an den Sender, daß er diese Perle wieder ausgegraben hat!

In der EDV-Abteilung des Gaswerks begeht der kleine Angestellte Krake (gespielt von Horst Bollmann) einen Eingabefehler: er tippt den Nachnamen "Dubronski" ein statt "Dubrowonski". Weil just in dem Moment zwei Direktoren hinter ihm über Entlassungen sprechen, traut er sich nicht, den Fehler zu korrigieren - so entsteht der Gasverbraucher Alexander Dubronski ("Kein Mensch! Ein Verbraucher!"). Doch Krake muß nun, um den Fehler weiterhin zu vertuschen, Dubronski eine Adresse verschaffen, dann eine eigene Gasuhr, eine polizeiliche Anmeldung, einen Ausweis. Das Finanzamt wundert sich, warum Dubronski nicht bei ihnen gemeldet ist. Das erledigt Krakes Frau (Ida Krottendorf), nachdem sie "von Dubronski" mit einer kompletten herzergreifenden Biographie ausgestattet hat (verfolgter russischer Adel) - woraus eine Artikelserie in einer Illustrierten entsteht. Schließlich fliegt nach einem Tobsuchtsanfall von Krake, dem das alles über den Kopf wächst, das Haus in die Luft. "War da einer drin?" fragt ein Polizist. "Ja - Dubronski!" antwortet Krake - doch nun geht's richtig los: Krake wird des Mordes an Dubronski angeklagt und entgeht einer Verurteilung nur dadurch, daß seine Frau dem Gericht glaubhaft machen kann, daß der arme Fürst Selbstmord begangen hat. Somit kommt es zu einer würdigen Beerdigungsfeier ...

Herrlich! Übrigens wurde der Richter von Eduard Wandrey gespielt - einer der markantesten Synchronsprecher der 60er Jahre (Yogi Bär, Fred Feuerstein, Charles Laughton u.a.). Eine der seltenen Gelegenheiten, ihn mal vor der Kamera zu sehen.
Petra



Beiträge: 7.165

02.09.2007 23:35
#2 RE: Das ausgefüllte Leben des Alexander Dubronski antworten

Auf Grund Eures Tipps letzte Woche habe ich ihn mir auch angesehen und fand ihn auch sehr gut. Sobald ich herausgefunden habe, wie ich den Inhalt meiner Festplatte auf DVD kriege, wird er gebrannt, so was sollte man behalten.

Wunderbar grotesk, das ganze. Unglaublich, wie sich das ganze entwickelt hat. Ida Krottendorf habe ich bisher nur als Exfrau von Klausjürgen Wussow wahrgenommen, das erste Mal, das ich sie bewußt als Schauspielerin gesehen habe.

Kaschi


Beiträge: 3.062

02.09.2007 23:42
#3 RE: Das ausgefüllte Leben des Alexander Dubronski antworten

Besonders schräg wird's im Gericht: verängstigt gibt Krake die Wahrheit über Dubronski preis. Doch angesichts der zahlreichen bürokratischen Belege wird ihm nicht geglaubt. "Gibt es einen überzeugenderen Beweis für die Existenz eines Menschen als den, daß er seine Steuern zahlt?" ruft triumphierend der Staatsanwalt in den Gerichtssaal.

Erste Sahne!

Tobi ( gelöscht )
Beiträge:

03.09.2007 14:37
#4 RE: Das ausgefüllte Leben des Alexander Dubronski antworten

Ja, echt ein Top- Film!

Ich empfand die Geschichte als unglaublich gut durchdacht.
Sie spiegelt die bürokratischen Hürden und die bedenken der damaligen Gesellschaft gegenüber der Computertechnik wieder.

Lustig waren auch die hypermodernen Computer mit Kuckröhre!

Petra



Beiträge: 7.165

08.07.2014 20:53
#5 RE: Das ausgefüllte Leben des Alexander Dubronski antworten

Horst Bollmann ist am Montag gestorben, er war wohl schon länger krank. Er war kein großer Star, wirkte aber immer sehr sympathisch und glaubwürdig - und so herrlich normal. Er wurde 89 Jahre.

Brigitte



Beiträge: 513

09.07.2014 18:16
#6 RE: Das ausgefüllte Leben des Alexander Dubronski antworten

Ich kenne diesen Film nicht im Geringsten, aber er hört sich völlig abgedreht an (also saugut)!

Kaschi


Beiträge: 3.062

10.07.2014 09:30
#7 RE: Das ausgefüllte Leben des Alexander Dubronski antworten

Er ist auch abgedreht und saugut!

Zu Horst Bollmann fällt mir eine zweite TV-Satire ein: "Das Ding an sich und wie man es dreht". Da spielt er einen von zwei Ganoven, die sich oben in einem Hochhaus eingenistet haben, um eine Bank auszurauben - die sich aber im Erdgeschoss befindet. Sie bohren sich dann einfach von oben bis unten durch - mit aberwitzigen Erklärungen für die Bewohner in den Zwischenetagen. Wie auch immer - sie kommen durch. Würde ich gerne mal wieder sehen.

Toll ist auch der Vierteiler "Was wären wir ohne uns". Eine Nachkriegsrevue im Stil eines "Bunten Abends" (auf einer Studiobühne, ähnlich wie bei "Ein Herz und eine Seele") mit Horst Bollmann als Friseurmeister Otto Baumann, Gerd Vespermann als Moderator - und Evelyn Hamann, die praktische Haushaltsvorschläge von Anfang der 50er parat hält.

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