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TV-Nostalgie-Forum

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Dieses Thema hat 107 Antworten
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 Filme - Winnetou, Immenhof oder gar Sissi? ;-)
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Brigitte



Beiträge: 531

09.01.2011 16:19
#46 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Wurde schon "Johnny Guitar - wenn Frauen hassen" erwähnt, mit Joan Crawford, aus den 50ern? Ganz klassische Bilder, mit jedem Verhalten und jedem Dialog die Handlung vorangetrieben, und die Farbe zum Vermitteln der Atmosphäre genutzt (was heutzutage nix Besonderes ist): Joan Crawford mal in schwarzer Hosenkluft, mal im roten Kleid, mal im weißen Kleid. Und jedesmal hat es eine Bedeutung.
Was mir nicht so gefallen hat, war, dass sie ihre Gegenspielerin (ja, diesmal ein Kampf zwischen zwei starken Frauen und nicht zwischen zwei Männern) nicht so gut aussehend gemacht haben, das ging dann für mich in die Klischee-Richtung "die Schöne die Gute, die Hässliche die Böse".

Berggeist1963 ( gelöscht )
Beiträge:

09.01.2011 16:20
#47 RE: Der beste Western aller zeiten? antworten

Einer der mich von der ganzen Atmosphäre her beeindruckt habender Western ist (auch heute noch) "Chuka" aus dem Jahr 1967 mit Rod Taylor als Titelheld. Ich kann schlecht beschreiben, wie diese ganze "Stimmung" des Films auf mich wirkte. Irgendwie "bedrohlich" halt. Als ich den Film als Jungspund so mit ca. 12 Jahren zum ersten mal im TV sah, wirkte er auf mich fast schon "unheimlich" oder auch "gruselig" von der ganzen Atmosphäre her. Wie gesagt, kann das schlecht in passende Worte kleiden. Ich lasse dann lieber ein paar Bilder sprechen:

Berggeist1963 ( gelöscht )
Beiträge:

09.01.2011 16:23
#48 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Für mich waren beide "Amazonen" in "Johnny Guitar" keine Schönheiten. Und Joan Crawford sogar die hässlichere von beiden. Ist aber mal wieder ganz persönlicher Geschmack...

Berggeist1963 ( gelöscht )
Beiträge:

14.01.2011 09:50
#49 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Hier noch vier "Spätwestern" bzw. "entmythologisierende" Western aus der Hoch-Zeit dieses Genres:

"Monte Walsh" mit Lee Marvin und Jack Palance von 1970:




"Der weite Ritt" aus dem Jahr 1971 von und mit Peter Fonda und Warren Oates:




"Männer des Gesetzes" aus dem Jahr 1975 von und mit Kirk Douglas und Bruce Dern:




"Der letzte der harten Männer" von 1976 mit Charlton Heston und James Coburn:

charlotte ( gelöscht )
Beiträge:

14.01.2011 17:49
#50 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Mit den sogenannten „Spätwestern“ hab ich immer so meine Probleme. Warum weiß ich eigentlich selbst nicht so genau ….. aber wahrscheinlich brauch ich meine Klassischen Western-Klischees (die dann schon mal ganz gehörig an der Realität vorbeigehen)
.
Das fängt schon zum Teil bei der Kulisse an…..Monument Valley in fast allen John Ford Western ….. kleine Städtchen mit einem Saloon, einer Bank, einem General Store, einem Frisör , einer Schule und einer Kirche (wie Virginia City bei Bonanza)…… die Prärie mit einem Tipi-Indianer-Dorf, Fort Laramie oder Fort Apache.....

Postkutschen- und Eisenbahnüberfälle, Rinder, Lassos, Colts und Winchester- oder Henry-Gewehre, Duelle, Bohnen und Kaffee am Lagerfeuer, Blauröcke, der Held tötet in Sekundenschnelle drei Kerle, ist ritterlich zur Heldin, auch wenn dies eine Prostituierte ist …. und ein bisschen Walter Brennan-Humor darf auch dabei sein.

Hab drei Anläufe genommen, mir die erste DEADWOOD-Staffel reinzuziehen – weiter als bis zur dritten Folge hab ich’s nicht geschafft ….. der alte STAGECOACH von 1939 ist mir lieber (hust)

cessnaritter ( gelöscht )
Beiträge:

14.01.2011 19:11
#51 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Charlotte, ich stimme dir voll und ganz zu. Lieber ein Klischee mehr als weniger und ein großartiger James Stewart, Kirk Douglas, Richard Widmark oder natürlich "Duke" John Wayne" als so ein realitätnaher, aber knochentrockener Gegenwartswestern.

Die Tante meines Vaters, meine Großtante also, mochte die alten Western und die Westernserien. Ihr trocken-berlinischer Kommentar zum Wild-West-Film: "Einer schießt, Zehne fallen um"

Berggeist1963 ( gelöscht )
Beiträge:

15.01.2011 04:18
#52 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Ich mag es nun mal nicht (mehr), wenn es zu klischeebehaftet in den Western zugeht. Ist so, seit ich mich mit dem "wahren" Westen etwas eingehender befasst habe.
Aber es gab ja durchaus auch schon vorher Filme, die "kritischer" waren. So z.B. "Bis zum letzten Mann" von John Ford als Schlüsselfilm über Lt. Col. Custer. Hier wurde erstmalig versucht, am Mythos vom Nationalhelden Custer zu kratzen. Trotz der veränderten Namen der historischen Vorbilder wusste jeder Amerikaner, wer gemeint war: Lt.Col. Thursday (Henry Fonda) = Custer, Captain York (John Wayne) = Captain Benteen und Captain Collingwood (George O´Brian) = Major Reno.

Auch "Der Mann, der Liberty Valance erschoss" ist als "kritischer Western" anzusehen, da er die Entstehung von (falschen) "Westernlegenden" thematisiert.

"In Acht und Bann" aus dem Jahr 1955 mit Fred MacMurray ist ebenfalls einer meiner favorisierten "Altwestern". Wie hier aus dem zunächst strahlenden Helden (biederer Kaufmann ohne jegliche Erfahrung im Umgang mit Waffen erschiesst dank eines Glückstreffers einen fliehenden Bankräuber) samt seiner Familie zur unerwünschten Person wird (Kumpane des Erschossenen wollen sich am Kaufmann und der Stadt rächen) fand ich durchaus beeindruckend. Ach ja, und Walter Brennan war hier mal nicht als kauziger "Oldtimer" zu sehen, sondern als Arzt.

charlotte ( gelöscht )
Beiträge:

15.01.2011 10:17
#53 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

"Bis zum letzten Mann" ist ein erstklassiger Western und mein Lieblingsfilm aus der sog. Kavallerie-Trilogie von John Ford. Aber auch die beiden anderen "Der Teufelshauptmann" und "Rio Grande" gefallen mir sehr gut. Das liegt wohl nicht zuletzt auch an der Besetzung der Filme. So agiert ja z.B. Victor McLaglan in allen drei Verfilmungen als dickschädliger und sehr menschelnder irischer Sergeant.... wundervoll.
Und das Zusammenspiel Wayne/Maureen O'Hara .... man hört's förmlich knistern

Es ist jetzt nicht so, dass ich überhaupt keine neueren Western mag (ich liebe zum Beispiel "Little Big Man" sehr), aber irgendwie ist's mir "wohliger" mit den alten Haudegen a'la Wayne, Stewart, Fonda, Cooper usw - und wenn dann der Regisseur noch John Ford heißt (wie ja auch bei Liberty Valance), dann kann ja eigentlich nix mehr schiefgehn

Kaschi


Beiträge: 3.076

15.01.2011 16:51
#54 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Auch "Cheyenne Autumn" ist ein Ford-Western, der den Versuch macht, Klischees zurecht zu rücken. Hier insbesondere das des einfach nur blutrünstigen und wilden Indianers - an dem auch Ford zuvor mitgewirkt hatte.

charlotte ( gelöscht )
Beiträge:

15.01.2011 17:46
#55 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Eigentlich hatte ich bei John Fords Western immer den Eindruck, dass er seine Indianer immer gerechter behandelt hat als andere Regisseure des Genres ... er hat sie nie wirklich schlecht aussehen lassen ....

..... mit CHEYENNE hat er den Versuch unternommen, die Geschichte mal aus der Sicht der Indianer zu beleuchten - und ich finde, der Versuch ist ihm schon ganz gut gelungen - auch wenn es hier viele kritische Stimmen dazu gab:

"C.A. ist schon deshalb ein Fehlschlag, weil John Ford sich nicht in die Indianer hineinversetzen kann, die er adeln will" schrieb z.B. der amerikanische Filmkritiker Andrew Sarris und die Autorin der literarischen Vorlage Mari Sandoz drückte es in einem Interview noch krasser aus: "....ein schlechter Film, langweilig und erbärmlich, und Ford habe sich große Freiheiten mit den großen Männern des Stammes genommen und ihnen Handlungen unterstellt, die sie nie begangen haben." (Quelle Joe Hembus)

Nixdestotrotz .... I mog den Film a ;o))
___________________________________________________

"wenn a Fra sacht "passt scho" - dann passt goa nix"

Kaschi


Beiträge: 3.076

15.01.2011 22:57
#56 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Ist es nicht "Der Teufelshauptmann" von John Ford, in dem die Indianer einfach nur blutrünstig gezeigt werden, etwa, als sie einen Soldaten mehrfach durchs Feuer ziehen? Ganz genau kenne ich den Film aber nicht.

cessnaritter ( gelöscht )
Beiträge:

16.01.2011 00:17
#57 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Kaschi, ich glaube, es war kein Soldat, aber ein Weißer... der Waffenhändler, aber mit Bestimmtheit kann ich es jetzt nicht sagen. Habe den Film vor einem halben Jahr das letzte Mal gespielt.

Jenzi



Beiträge: 1.237

16.01.2011 14:25
#58 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Oh ja, gut dass Du "Chuka" erwähnt hast. Das ist ein Western, der mich bis heute sehr sehr beeindruckt. Ich denke besondersan die Schlusseinstellung, wenn Rod Steiger neben all den toten Soldaten steht und der Häüptling ihn verschont. Großes Kino
Sehr beeindruckt hat mich im übrigen auch ein Western mit sean Connery, der eine illustre Reisegruppe von europäischen Jägern durch das Indianereservat führt. Geht sehr unter die Haut. Hab aber leider den Titel vergessen.
Bis zum letzten Mann ist ein sehr guter Western und auch Rio Bravo und El Dorado sollten an dieser Stelle keineswegs vergessen werden. Aber auch ich würde am Ende meine Stimme für das grandiose Meisterwerk "Der Mann, der Liberty Valance erschoss" abgeben und John Wayne für seine gebrochne Rolle des enttäuschten Helden einen Oscar verleihen.
Apropos: Trotzdem ist mein absoluter Lieblingswestern " Stagecoach- Ringo- Höllenfahrt nach santa Fee" Ein dramaturgisches Meisterwerk, dass mit Mitteln des Kammerspiels alle ingridenzien eines Westerns ins sich vereinigt und von Anfang bis Ende zu gefallen weiß!

charlotte ( gelöscht )
Beiträge:

16.01.2011 19:56
#59 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Ein laaaanger, arbeitsreicher Tag liegt hinter mir und jezz kann ich wieder mitmischen bei meinem Lieblingsthema

Also Kaschi und Cessna, aus dem Effeff kann ich die Frage nach dem durchs Feuer gezogenen Weißen auch nicht beantworten. Werde mir den Film morgen mal anschauen ... die Handlung des Films spielt ja kurz nach der Schlacht am Little Big Horn .... und war eigentlich eher von Rachegedanken der Weißen domoniert als umgekehrt.
Was ich damit meinte, ist, dass Ford seine Indianer nie einfach aus reiner Lust oder Boshaftigkeit Greueltaten verrichten ließ, sondern meistens hatten sie dazu einen schwerwiegenden Grund. Soweit ich mich noch erinnern kann, waren Captain Brittles (Wayne) und der alte Apachen-Häuptling nach jahrelangem Krieg zwischen Apachen und der Armee (also gegeneinander) sogar Freunde geworden.

@Jenzi .... Du meinst sicherlich SHALAKO mit Sean Connery und Brigitte Bardot .... das Filmplakat hängt in meinem Flur (siehe Anhang - ganz links)... gegenüber hängt "Clinster" Eastwood und Shirley MacLaine (Foto 2)
und was STAGECOACH anbelangt, da geb ich Dir vollkommen recht ... es ist ein Meisterwerk und ich glaube, das war damals (1939) der Durchbruch für DUKE John Wayne.

Angefügte Bilder:
plakate2.jpg   plakate.jpg  
Berggeist1963 ( gelöscht )
Beiträge:

17.01.2011 04:23
#60 RE: Der beste Western aller Zeiten? antworten

Zwei der ersten Filme, die versuchten, die Indianern nicht als blutrünstige Wilde darzustellen, waren "Der gebrochene Pfeil" aus dem Jahr 1950 und "Die weisse Feder" von 1955. Allerdings wurden zu jener Zeit die "indianischen Hauptrollen" ausschliesslich mit weissen Darstellern besetzt (so z.B. Jeff Chandler als "Cochise" in "Der gebrochene Pfeil"). Die "richtigen" Indianer durften lediglich Statistenrollen übernehmen. Der von James Steward im "gebrochenen Pfeil" dargestellte Tom Jeffords ist übrigens eine historische Figur und das er mit Cochise einen respektvollen und vertrauenswürdigen Umgang pflegte ist ebenfalls wahr.



Um noch mal auf die Klischees zurückzukommen: Ich gebe zu, ein Western ganz ohne die gängigen Klischees wäre für die allermeisten Westernfreunde schon etwas "gewöhnungsbedüftig".
Wer will schon von Pferdeäpfeln und anderen Fäkalien übersäte oder vom Schlamm aufgeweichte Strassen sehen? Oder die in vielen damaligen Westernstädten sich hinter Saloons oder anderen Etablissements getürmt habenden Lebensmittel-Abfallhaufen (den dadurch überall in diesen Städten dauerhaft herrschenden Gestank bekommt man im Kino oder TV ja nicht mit*grins*)?

Oder aber ein Saloon ohne die obligatorischen Schwingtüren? Diese wurden aller Wahrscheinlichkeit erst zu Beginn des 20. Jhds. "erfunden" und sind erst ab dann in Gebrauch gekommen. Bis dahin hatten alle Saloons ganz "normale" Holztüren, je nachdem halt mit oder ohne Glasfenster drin. Auf sämtlichen historischen Fotos, auf denen auch Saloons von aussen zu sehen sind (und das sind nicht wenige), verfügt nicht ein einziger über diese Schwingtüren (auch nicht der Original-"Long Branch" in Dodge City).

Die stabilen Gefängnisse bzw. Zellen (zumeist in den Marshal- oder Sheriffbüros zu sehen) waren auch eher die ganz grosse Ausnahme als die Regel. Meist waren die "City Jails" simple windschiefe Bretterbuden, aus denen man meist schneller wieder raus- als wie reinkam. Oder einfache Erdlöcher, welche dann, wenn jemand dort drin "einsass", mit einem "Deckel" verschlossen wurden. Ich glaube, ziemlich am Anfang von "Young Guns II" ist so ein "Erdlochknast" zu sehen.
Auch das anbinden eines Gefangenen an einen Baum konnte mangels einer geeigneten "Unterbringungsmöglichkeit" praktiziert werden.

Soviel dann für heute zu meinem Lieblingsthema.

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