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TV-Nostalgie-Forum

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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 1.000 mal aufgerufen
 Western - Bonanza im Big Valley am Fuß der blauen Berge
shakinjonny

09.10.2007 00:27
KUNG FU antworten

Wer erinert sich noch an die Westernserie "Kung Fu", mit David Carradine als Kwai Chang Caine?

Das was in den 70´ern, meine absolutte lieblingsserie.

Petra hat nichts über diese serie aufgefürt (Ich hab jedenfalls nichts gefunden), also möchte Ich mal hier an die serie ein bisschen erinneren.

Plot: Der halbchinese Kwai Chang Caine, wandert zu fuss im wilden western herum, und sucht seinen halbbruder.
In (fast) jede episode kommt Er in eine neue gegend/stadt, und trifft dort gute und böse leute.
Den guten hilft er, und den bösen bekämpft Er mit, nun ja... Kung Fu! ;-)

Was die serie so toll macht finde ich sind die lebens-filisofien, die Caine nachlebt.
Ob wohl es in der serie sich um chinesiche shaolin mentalität handelt, sind Es doch eigentlich grundsächlich Kristliche idéen, die caine versucht nachzuleben:

"Sei gut zu Deinen mitmenschen, und behandle andere wie du selber behandelt werden möchtest."
"Benuze nur agressivitet und gewalt, wenn du alles andere versucht hast."
"Sei Höflich, und bescheiden"...usw.

Ich denke wir alle könnten aus Diese serie viel lehrnen! ;-)






Lonewolf Pete

11.11.2007 18:02
#2 RE: KUNG FU antworten

Was die Serie besonders machte, war die Vermischung von westlichen und orientalischen Lebensarten. Und natürlich die Vermischung des Westerngenres mit dem des damals sehr beliebten Eastern-Genres, also "Martial Arts". Die Shaw Brothers überschwemmten mit ihren karatefilmen aus Hong Kong den Markt in den USA und Europa, und vor allem hierzulande sprangen die Jugendschützer wegen der harten Kloppereien auf der Kinoleinwand im Viereck. Nahezu jeder Karatefilm landete auf dem Index. In Amerika waren die Martial Arts Filme ungemein beliebet, ebenso wie in England, und selbst heute noch haben sie in deutschland und ´weltweit eine riesige Fangemeinde (zu der auch ich gehöre...)

Der Western allerdings war in Amerika in den 70er Jahren tot. Dass man dann zu diesem Mittel griff, um das genre wiederzubeleben, war geschickt, aber nach Kung Fu war der Western wirklich erledigt. Die Kung Fu Einlagen wurden zudem in Slow Motion gedreht und die Kameraführung entsprach der berüchtigten matten Art, wie man sie aus zahlreichen Krimiserien der 70er kennt und mit der ich mich nie anfreunden konnte.

Toll war natürlich die Figur des Kwai Chang Caine. In Rückblenden wird sein Leben und Reifen als Shaolin Mönch erzählt. Er lernt viel von seinen Meistern, lernt zu kämpfen und die menschlichen Werte und die buddhistischen Regeln zu lieben und zu akzeptieren. Immer, bevor er im Wilden Westen in Aktion schreitet, erinnert er sich an eine ähnliche Begebenheit im Shaolin Tempel.

Leider war die Slow Motion allerdings auch der große Nachteil der Serie, denn die Action war so lahm, dass ich sie persönlich als langweilig empfand und auch heute noch empfinde. Dass Hauptdarsteller david Carradine sein Handwerk verstand, steht ohne Zweifel fest. Und die Rolle brachte ihm Starruhm - zwar vorwiegend in Low Budget Produktionen - ein, aber er durfte auch in einem meiner Lieblingsfilme mit "meinem Helden" Chuck Norris antreten und sich mit ihm ein Wahnsinns Duell liefern - "McQuade der Wolf" (der inoffizielle Vorgänger von "Walker Texas Ranger"). Seine "Hommage" erlebte Carradine schließlich mit dem zweiten Teil des Quentin Tarantino Erfolgs "Kill Bill", als er gegen Uma Thurman antritt. Ich habe fast alle David Carradine Filme gesehen und bin ein Fan von ihm. Meist spielt er die Bösen, aber die spielt er richtig fies. Ich mochte und mag ihn seit "Kung Fu". Die neuauflage der Serie fand ich nicht mehr gut.

Aber als innovativer Versuch, zwei beliebte Genres ins Fernsehen zu bringen und miteinander zu verknüpfen und den westlichen Zuschauern auch die östliche Philosophie etwas näher zu bringen, schrieb die Serie Fernsehgeschichte. Und dafür gebührt den Produzenten Lob. Das einzige Genre, das allerdings davon profitierte, war der Eastern. Dieser wurde nämlich hierzulande noch beliebter, und als einige Jahre später das ZDF den legendären Eastern "Die 36 Kammern der Shaolin" zur Prime Time zeigte, war das eine kleine Sensation. Auch die Werkschauen des legendären Eastern-Kult-regisseurs King Hu im ZDF waren einzigartig und eine willkommene Abwechslung, die wohl ohne den Erfolg von "Kung Fu" kaum stattgefunden hätte.

Der Lonewolf Pete



Träumerle

Beiträge: 721

12.11.2007 16:38
#3 RE: KUNG FU antworten

Aber war denn nicht das vorleben dieses Kung Fu-Westernhelden nicht noch Interessanter. Gab es da nicht nen mehrteiler, wo Carradine als junge durch die Klosterschule musste und dann zum Abschluss glühende Kessel hochheben musste und sich dadurch ein Zeichen in seine Arme gebrannt hat. Ist daraus dann nicht die Westernserie entstanden? Oder bin ich da auf dem falschen Dampfer?



Lonewolf Pete

12.11.2007 23:27
#4 RE: KUNG FU antworten

Ja, daran kann ich mich auch erinnern. Allerdings haben die Amis diese Szene mit den glühenden kesseln von den Chinesen geklaut. Denn dieses Ritual war bereits von den Kung Fu Filmern aus den Shaw Brother Studios in Hong Kong benutzt worden. Das trifft im Übrigen auch auf die Stockkampfsequenzen und andere kleine Lektionen zu, die Kwai Chang Caine lernen muss...

Der Lonewolf Pete



Elaine

Beiträge: 213


11.05.2010 18:35
#5 RE: KUNG FU antworten

Ich habe die Serie geliebt!! Jeden Samstagnachmittag (da lief sie, oder?) saß ich mit meinen 12 Jahren vor der Flimmerkiste!
Das Ritual mit den rotglühenden Kesseln für die Tätowierung kam meiner Meinung nach in der ersten Folge oder im Pilotfilm vor.



manni 49

Beiträge: 3

27.08.2010 19:47
#6 RE: KUNG FU antworten

muss mal was korrigieren, Kwai chan Kain suchte nicht seinen Bruder, sondern er wurde gejagt von Soldaten des Kaisers von China, er soll angeblich den Sohn oder Neffen des Kaisers ermordet haben.

lg manni



Leopoldine

Beiträge: 55

27.08.2010 23:17
#7 RE: KUNG FU antworten

Sowohl als auch. Einerseits wurde er gejagt, andererseits suchte er aber auch ganz nebenbei nach seinem Halbbruder.

Früher habe ich diese Serie geliebt. Ich muss etwa fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein, als sie im Fernsehen lief. Von Kwai Chang Caine (nicht David Carradine) war ich damals absolut begeistert und beeindruckt. Ich hatte sogar ein Buch über die Serie "Kung Fu" (obwohl ich damals noch nicht, bzw. kaum lesen konnte).



Lonewolf Pete

Beiträge: 30

28.01.2011 15:44
#8 RE: KUNG FU antworten

Das ist korrekt.
Kwai Chang Caine tötete den Neffen des Kaisers, nachdem dieser den blinden Meister Po erschossen hatte, und wurde steckbrieflich gesucht. Der Steckbrief gab eine Belohnung von 5.000 Dollar für den toten und 10.000 Dollar für den lebenden Caine an, denn den Chinesen war es wesentlich lieber, ihn zu deportieren und in der Heimat öffentlich köpfen zu lassen. Auf seiner Wanderung durch den Westen erfährt Kawai Chang Caine, dass er einen Halbbruder namens Daniel aus der ersten Ehe seines Vaters hat. Diesen sucht er mehr oder weniger intensiv und findet ihn schließlich auch.

Viele der Kung Fu Szenen wurden von den Eastern-Filmen der Shaw Studios und anderer Produktionsstätten in Hong Kong übernommen. Darunter war auch die Szene mit dem Kessel, die unter anderem in Filmen wie "Die 36 Kammern der Shaolin" oder "Die 18 Bronzekämpfer" vorkommen (die allerdings NACH "Kung Fu" produziert wurden). Viele Szenen werden nur angedeutet oder in abgewandelter Form übernommen und manchmal, wenn der Gaul mit den Autoren durchging, vermischte man auch Kung Fu mit japanischen Eastern-Filmen. So benutzen die Shaolin-Mömnche Shuriken, also Wurfsterne, die im Film eigentlich meist von Ninjas benutzt wurden, und auch ein Ninja kommt in der Serie vor. Ganz schlimm wird es dann in der dritten Staffel, als ein auf Caine angesetzter Attentäter nicht nur die Kampfkunst der Shaolin beherrscht, sondern auch die japanische Samuraikunst und dazu noch die Kunst der nepalesischen Llamas, mit Geisteskraft ihren Körper verdoppeln zu können oder Trugbilder entstehen zu lassen. Das wurde dann richtig albern. Genauso albern waren auch die Szenen, in denen der Kaiser seine Armee zu dem Shaolin Tempel schickt und die Heerführer dann mit einem halben Dutzend Männer den Tempel belagern. Das erinnerte stark an die alte Robin Hood Serie von 1955, in der ein Sheriff von Nottingham mit zwei Mann vor einer Burg auftauchte und ihnen den Befehl gab, die Burg zu "umzingeln"...

Aber ich bin gerade dabei, Kung Fu in der Originalfassung und ungeschnitten (ja, auch Kung Fu war hierzulande gekürzt) zu sichten und muss sagen, dass sie gar nicht mal so schlecht war. Es gab zwar zahlreiche "kuriose" oder auch eher langweilige Folgen, aber alles in allem wird die asiatische Kultur und die Philosopie der Shaolin-Mönche unaufdringlich vermnittelt. Die beiden Meister Kahn und Po werden übrigens von zwei Asia-Amerikanern großartig dargestellt. Und wem es nicht aufgefallen ist - sogar der Carradine-Familienclan gibt sich ein Stelldichein - Davids Papa spielt in zwei Folgen mit, ebenso wie sein Onkel, im Vorspann ist sein Bruder Keith zu sehen und sein jüngerer Bruder Robert spielt ebenfalls in einer Folge mit. Und um das Familientreffen perfekt zu machen, hat David Carradine gar eine Romanze mit seiner damaligen Freundin Barbara Hershey, mit der er sich auch ein paar Kung Fu Duelle liefert...

Alles in allem ein guter und größtenteils gelungener Versuch, zwei Genres zu verbinden, wenn die Kampfszenen eingefleischten und langjährigen Eastern-Fans wie mir auch allenfalls nur ein müdes Lächeln zu entlocken vermögen. Dennoch - ich wurde durch Kung Fu zum leidenschaftlichen fan der asiatischen Kampfsport-Filme. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn, wie ursprünglich vorgesehen, der große Bruce Lee die Rolle des Kwai Chang Caine gespielt hätte - aber dann wären die Kung Fu Szenen wohl brutaler und härter ausgefallen, was der Serie bestimmt den frühen Garaus beschert hätte. Zudem war ja Bruce Lee zum Zeitpunkt der Produktion anderweitig beschäftigt und starb auch, während die Serie gedreht wurde.

Der Lonewolf Pete



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