Mich auch, Petra. Heute wurde meine Loriot-DVD-Box geliefert, und als meine Kollegin sie sah, sagte sie "Evelyn Hamann ist tot". Meine Güte, ich weiß gar nicht, ob ich mir das so schnell ansehen kann.
Loriot ist heute übrigens bei Beckmann zu Gast. So bekommt das eine erschreckende Aktualität, die sich keiner gewünscht hat.
Für ihn muss das auch schlimm sein. Tut mir wahnsinnig leid für ihre Familie und für ihn auch.
Frau Hoppenstedt ist tot, und die Jodelschule trauert um ihre beste Schülerin. Denn sie hat das Jodeln salonfähig gemacht, schließlich hat man da was eigenes.
Wie hieß Frau Hoppenstedt eigentlich mit Vornamen? Renate? Ach nein, Renate war ja die Sekretärin von Herrn Melzer. Die beiden sahen sich so ähnlich, daher der Irrtum. Hildegard? Nein, Hildegard war eine ganz andere. Hildegard liebte Nudeln, besonders wenn sie in Männergesichtern herumhingen.
Ja, ich weiß, Evelyn Hamann spielte auch Frau Michaelis in der Schwarzwaldklinik und die Tratschtante beim Landarzt, sie war die Adelheid in der Serie "Adelheid und ihre Mörder" (eine Serie, die ich immer doof fand), aber für mich bleibt sie immer Frau Hoppenstedt, Renate, Hildegard oder die Fernsehansagerin mit den zwei Kusinen.
Evelyn Hamann war eine Frau, bei der man nie über ihr Alter nachdachte, so wie das bei anderen Schauspielern der Fall ist. Sie wirkte eigentlich immer gleich, finde ich. Wir hatten auch nie Gelegenheit, ihr schauspielerisches Talent wirklich schätzen zu lernen, denn sie zeigte nur eine Seite, aber die eben sehr gut: ihre komische Seite. Ihre dramatischste Rolle war die der Frau Michaelis, der Haushälterin von Professor Brinkmann. Da war sie schon immer recht streng! Privates wusste man wenig von ihr (oder ich habe immer die falschen Zeitschriften gelesen). Sie brauchte das nicht. Sie war einmal verheiratet, steht bei Wikipedia, mehr nicht. Trotzdem kannte sie fast jeder in Deutschland. Wer war noch mal Yvonne Catterfeld?
Nachrufe liegen mir nicht, ich finde es immer blöd, wenn jemand stirbt und alle schreiben: Danke für die schönen Stunden, Paul (oder in dem Fall Evelyn). Ich bin der Meinung, dass Evelyn Hamann die einzig richtige Sketchpartnerin für den großen Loriot war. Insofern hat er ihr auch einiges zu verdanken, und ich bin sicher, er wird zumindest heute denken: (ein Klavier, ein Klavier) Evelyn, ich danke dir.
Eine kraftvolle Frau mit viel Herz und viel Witz. So wirkte sie jedenfalls auf mich. Vielleicht würde ihr allzuviel Traurigkeit anläßlich ihres Todes gar nicht gefallen. Könnte jedenfalls zu ihr passen. Ich bin aber trotzdem traurig.
Unglaublich: ich habe selten erlebt, dass die Sender noch am gleichen Tag ihr Programm umstellen (Kerner bringt gerade eine Extra-Talkshow) und mehrere Specials bringen. Der Sonntag steht wohl ganz im Zeichen von Evelyn Hamann. Das Interview mit Loriot bei Beckmann wird ergänzt.
Soviel Aufmerksamkeit - du hast völlig Recht, Kaschi - hat sie zwar verdient, aber wahrscheinlich gar nicht gewollt.
Sehr nett, was Loriot zu ihrem Tod sagte, nämlich mit einem Lächeln sinngemäß: "Du warst immer gut getimed. Nur heute hast du die Reihenfolge nicht eingehalten." Pause, ein Lächeln. "Na warte!" Das hätte ihr sicher gefallen.
Hallo Ihr Lieben, ich bin auch total geschockt! Sie war mir immer als agile, lebenslustige Powerfrau in Erinnerung. Das sie krank war, haben auch nur die nächsten Angehörigen gewußt und natürlich ihr auch privater Freund Loriot. Ende letzten Jahres hat sie es selber erfahren und sich so ziemlich in ihr Domizil in Hamburg zurückgezogen. Gestorben ist sie in der Nacht zum Montag. Ihr Lachen, ihre Augen und auch die etwas schiefen Zähne machten sie zu einer Type, mit der sich unzählige Frauen identifizieren konnten, jemand wie Du und ich. Mit ihr verlieren wir eine sensationelle Schauspielerin! Ein Stern am Bildschirmhimmel ist für immer verloschen, aber in unseren Herzen lebt sie ewig weiter. Danke, Evelyn! LG Heidi
Ja, dieses Statement von Loriot habe ich auch gesehen und genauso spontan das Gefühl, dass dies genau die Art von Kommentierung ist, die ihr gefallen würde. Irgendwie sehr stimmig und passend.
Den Rest der Sendung bzw. das Interview hab ich noch auf Band - mal sehen, vielleicht kann ich es heute abend ansehen.