Zitat von JenziUnd Glückwunsch zur Champions-League Quali
"Diss is' mal wieder typisch! Da spielen die Fußballer aus unserer Hauptstadt fair un' anständig, wie sich det jehört, komm'n deswejen in'n Uefapokal un' keine Sau interessiert diss!"
Zitat von JenziUnd Glückwunsch zur Champions-League Quali
"Diss is' mal wieder typisch! Da spielen die Fußballer aus unserer Hauptstadt fair un' anständig, wie sich det jehört, komm'n deswejen in'n Uefapokal un' keine Sau interessiert diss!"
Das war nicht Kaschi, sondern mein zweites Icke!
Doch, mir interessiert det janz jewaltich, und ick hab ma ooch'n Loch in'n Bauch jefreut! Ha Ho He! Und ville Erfolch, jute alte Tante Hertha!
Auch meine Patentante war sellemols ein großer Fan vom viel zu klein geratenen Ekel Alfred mit der Riesenklappe. An dieser Stelle mal noch ein Extra-Dankeschön an Kaschi fürs post humum Interview mit demselbigen nach so langer Zeit ...
Heute im Dritten war bei "Ich trage einen großen Namen" Heinz Schuberts Tochter Katrin Faikil (oder so ähnlich) zu Gast und andere Gäste mussten raten, um wem es sich bei der schwarzhaarigen Dame handelte. (Erinnerte mich irgendwie sogar an die Tochter vom Wussow). Sie hat gemeint, jeder hat im Ekel jemanden wiedergefunden, sei es ein verhasster Schwiegervater, ein verhasster Nachbar oder sonst ein Hassobjekt. Deswegen der Riesenerfolg. Ihren Aussagen zu folge war Heinz Schubert ein richtiger Familienmensch mit Hang zum Fotografieren von Schaufensterpuppen. Er hätte immer nach Besonderheiten/ Ungereimtheiten an den Puppen gesucht und die Dekorateure dachten schon, er klaue Ideen wenn er mit seiner Kamera auftauchte. Seine Tochter hat ein Hotel auf Sylt und Heinz Schubert sei oft dort zu Gast gewesen, ohne dass andere Feriengäste über die Familienbande informiert gewesen wären. Er hätte es gehasst, mit Alfred angesprochen zu werden und hätte nur auf Heinz oder Herr Schubert reagiert.
Mir selbst hatte er immer am meisten imponiert, als er beim Sylvesterpunsch seine Mauken in der Kartoffelschüssel kühlte oder später mit der dusseligen Kuh einen Tango aufs Parkett legte. Darüber kann ich mich jedes Sylvester wieder neu ergötzen, jedenfalls mehr als über Dinner for One, was mir gar nicht gefällt. Aber bis dahin ist es ja noch ein Weilchen ...
Erstmal vielen Dank fürs Kompliment! War kein leichtes Unterfangen ...
Manche Schauspieler werden im Rückblick nur mit einer zentralen Rolle identifiziert: Inge Meysel als Mutter Scholz von den "Unverbesserlichen", Eddi Arendt als Edgar-Wallace-Scherzbold, Horst Tappert als Derrick, Erik Ode als Kommissar u.v.a. - und eben Heinz Schubert als Alfred Tetzlaff. Und manchen von ihnen ist das offenbar nicht recht - sie fühlen sich zu Unrecht reduziert. Insbesondere von Inge Meysel kann ich mich an entsprechende Äußerungen erinnern. Auch die Erzählungen von Schuberts Tochter könnten dazu passen. Immerhin ist Heinz Schubert dereinst von einem gewissen Bertolt Brecht ans Theater geholt worden.
Ich finde, diese Sicht ist falsch. Im Gegenteil: einen Platz im kollektiven Bewusstsein der Bevölkerung erobert zu haben - das schaffen die wenigsten! Ohne Tetzlaff, Edgar Wallace, "Die Unverbesserlichen" usw. würden wir besagte Schauspieler (es ließen sich noch etliche andere Beispiele nennen) heute kaum noch kennen, geschweige denn über sie in Erinnerungen schwelgen.
Besser als Filmfigur - auch wenn es ein allseits bekanntes und beliebtes Ekel ist - im Herzen der Zuschauer weiterzuleben als in Vergessenheit zu raten. Ich selbst finde es zwar auch blöd, nur als Sekretärin von dem und dem Chef oder als Gast von dem und dem Hotel oder als Freundin von dem und dem Typen angesehen zu werden, da geht die eigene Persönlichkeit flöten. Da ist man halt nur Sekretärin oder Freundin, aber so als Ekel, da schafft man ja Persönlichkeit
Omar Sharif hat sich ja auch vehement dagegen gewehrt, immer mit Doktor Schiwago in Verbindung gebracht zu werden. Er hätte noch mehr Rollen gespielt. Und so geht es sicherlich vielen Filmstars. Für mich wird Raimund Harmstorf immer der Seewolf bleiben, da kann die Rolle noch so oft vergeben werden. Kein Wunder dass er sich als Strogoff nicht mehr so richtig durchsetzen konnte. Und Charlton Heston war Ben Hur und Gregory Peck Captain Ahab, daran ist nichts zu rütteln
Zitat von Mariposaauch wenn es ein allseits bekanntes und beliebtes Ekel ist
"Diss is' mal wieder typisch! Kaum sacht mal einer die Wahrheit, in einfachen normalen Worten, wie jeder vernünftige und anständige Mensch diss tut - schon wird er jahrelang von den Schmarotzern und Nichtstuern als Ekel niederjemacht!"
Zitat von KaschiNa ja, mein Auftreten heute morgen im Pausenraum war dem eines Herrn Tetzlaff nicht ganz unähnlich, sehr zur Freude insbesondere meiner Kolleginnen!
Ja, mir hat die Serie in der Urbesetzung (und nur in der!) von Anfang an gefallen, anno 1973/74. Ich fand das richtig klasse! Auch heute noch erstaunt mich die Genauigkeit der Charaktere immer wieder. Vater Tetzlaff mit seiner Doppelmoral, seinen absurden Verschwörungstheorien, seiner Ich-Bezogenheit, seiner Niederträchtigkeit; Mutter Else in ihrer Verzweiflung, Gehemmtheit, Unterwürfigkeit, mit ihrem tief zerstörten Selbstbewußtsein, ihrer vergeblichen Hoffnung auf ein trautes Heim; Schwiegersohn Michael, der Alfred immer wieder demaskiert, rücksichtsvoll mit seiner in vielen Dingen ungebildeten Schwiegermutter umgeht, aber sich auch manchmal daneben benimmt - und Tochter Rita, die am meisten von allen versucht, die Familie zusammen zu halten.
Das wurde 1976 alles viel platter, klamaukhafter, einfach schlechter! Die Charaktere paßten nicht mehr zusammen! Eine Else, wie Helga Feddersen sie gab, die sich Alfred nicht unterordnete, sondern dagegen hielt, verweichlichte die bitterböse Botschaft der ursprünglichen Serie, verwandelte die Tetzlaffs in ein Millowitsch-Spektakel. Dazu paßten auch die ständigen "Gags" über die Leibesfülle von Michael à la Klaus Dahlen.
Das trifft es ziemlich genau.
Keiner hat zunächst den Spiegel,der ihm davor gehalten wurde und niemand hat so recht die Doppelbotschaft bemerkt, die eigentlich dahinter stand. Ähnlich wie bei dem Song "Wenn man mich mal fragen würde" von 1979 des inzwischen leider verstorbenen niederländisches Liedermachers Robert Long. Die hitparadenverdächtige Melodie, die viele auch noch zum Mitklatschen animierte, führte einen dann zunächst auch völlig in die Irre:
Wenn man mich mal fragen würde was am Fernsehn mir nicht paßt. Ja zum Beispiel dieses blöde Protestieren. Sollen die doch bitte sehr Rüber in die DDR Statt bei uns in einem fort zu demonstrieren. Die Tagesschau hat überhaupt Mir oft den Appetit versaut Die zeigen, wie die Schwarzen irgendwo krepieren. Wenn man das in Farbe sieht Schlägt es einem auf Gemüt Und dafür kassieren die auch noch Gebühren Da lob' ich mir den Kulenkampf Oder die Schau von dem Carell. Und dem Lembke, wo sie die Berufe raten. Aber sowas kommt fast nie. Dafür diskutieren sie Über irgendwelche Zulu-Kaffer-Staaten.
Wenn man mich fragen würde, dann, Gäb's ein anderes Programm Ohne diese Affen mit den langen Haaren. Das sind alles Kommunisten Die bei uns verschwinden müßten Ja mit denen würd ich richtig Schlitten fahren Ja schon im Nachmittagsprogramm Stiften Sie die Kinder an. Kein Wunder wenn aus denen Terroristen werden Andauernd Negerbeat und Rock, nur ab und zu der Blaue Bock Klar, so wollen Sie die Jugend schon verderben Da lob ich mir den Zimmermann, Wo man Ganoven jagen kann Aber leider läßt man die ja alle leben Der Knast der hat doch keinen Zweck Da hilft nur ein: Die Rübe weg, Dann würd es diese Typen bald schon nicht mehr geben.
Ja wenn man mich mal fragen würde Gäb' es das Gequatsche nicht Um den Umweltschutz und um die Reaktoren. Denn Fortschritt muß ja schließlich sein, Den die dagegen sind und schrein, Die haben sowieso bei uns hier nichts verloren. Die nimmt man alle viel zu wichtig, Die sind alle nicht ganz richtig, Wie der Schwule, den wir in der Firma haben. Neulich machten wir 'nen Scherz, Und da wurde der dann frech, Natürlich haben wir ihm eins auf's Maul geschlagen. Da lobe ich mir meine Frau, Mit der ich abends Fernsehn schau, Die nickt zu allem mit dem Kopf, wenn ich was sage. Und brauche ich ein frisches Bier Steht sie auf und bringt es mir. Wer der Her im Haus ist, das ist keine Frage.
Ja wenn man mich mal fragen würde, Was am Fernsehn mir nicht paßt, Wär' ich mit dem Reden nicht so schnell zu Ende. Doch ich weiß, auf unsereiner Hört da oben leider keiner, Obwohl ich sowas demokratisch fände.
[Gesprochen:] Da schau an, bald sind wieder Wahlen. Da lag so'n Werbezettel im Briefkasten. "Das Ohr am Herz des Bürgers" steht da. Na, vielleicht legen die doch Wert auf meine Meinung. Wir werden ja sehen.
Vor kurzem lief ja die Folge "Frühjahrsputz" im Fernsehen... Ich fand sie ganz witzig, aber irgendwie gab es da eine Stelle, die ich nicht ganz verstanden habe.
Es ging ja darum, dass Alfred nicht zu dem Fußballspiel gegangen ist, weil Koslowski zu feige war, Alfred im Auto mitzunehmen - wegen der "Fahne von Hertha". Vielleicht habe ich etwas missverstanden, aber Alfred sagte dann sowas wie, er würde doch nicht mit einer ROTEN Fahne durch die Gegend laufen...
Aber die Fahne von Schalke 04 ist doch auch blau-weiß... Da wäre Alfred mit seiner blau-weißen Fahne von Hertha doch gar nicht weiter aufgefallen? Oder war die Fahne von Schalke früher mal rot? (Glaube ich allerdings nicht.)
Tja, da steht man mal wieder vor einigen Rätseln. Aber die Serie gefällt mir immer noch (mit Ausnahme der letzten vier Folgen mit Feddersen und Dahlen). Schön, dass es hier auch ein paar Fans (und Experten?) dieser Serie gibt.
Die rote Fahne steht doch eigentlich für den Kommunismus und Alfreds "Sozis" sind doch auch rote Socken . Das war also eher politisch als sportlich gemeint .
Zitat von ZementaDie rote Fahne steht doch eigentlich für den Kommunismus und Alfreds "Sozis" sind doch auch rote Socken . Das war also eher politisch als sportlich gemeint .
Danke für die Erklärung. So etwas hatte ich mir schon gedacht. Also (wieder mal) eine völlig zusammenhanglose politische Anspielung, wie es für die Serie typisch ist. Aber "Ekel Alfred" ist ja berühmt dafür.