In einer Art Selbstversuch ziehe ich mir gerade sämtliche Episoden von Familie Tetzlaff rein. Bin jetzt bei den Folgen mit Helga Feddersen und Klaus Dahlen angekommen. Ein krasser Unterschied!
Selbstversuch? Was für eine Art Selbstversuch soll das sein?
Hm, so richtig konnte ich mich mit den Tetzlaffs nicht anfreunden (weißt du ja auch). Lag aber ganz sicher auch am Einfluß von Mutter und Oma, die sich solche Sprüche nicht anhören wollten. Ich war damals ja 12 oder 13, als das anlief. Mein Stiefvater war damals begeistert, meine Mutter rümpfte die Nase, und ich fand diesen Herrn sehr merkwürdig ;-) Mit 16 sah man das sicher anders, das sind Welten. Warst du von Beginn denn so begeistert von den Tetzlaffs? Oder kam das erst später?
Die Feddersen-Dahlen-Folgen haben mir noch weniger gefallen, aber wie gesagt, das ist kein Maßstab. Ich muss auch gestehen, die Folgen auch später in der Wiederholung nicht sehr oft gesehen zu haben.
Na ja, mein Auftreten heute morgen im Pausenraum war dem eines Herrn Tetzlaff nicht ganz unähnlich, sehr zur Freude insbesondere meiner Kolleginnen!
Ja, mir hat die Serie in der Urbesetzung (und nur in der!) von Anfang an gefallen, anno 1973/74. Ich fand das richtig klasse!
Auch heute noch erstaunt mich die Genauigkeit der Charaktere immer wieder. Vater Tetzlaff mit seiner Doppelmoral, seinen absurden Verschwörungstheorien, seiner Ich-Bezogenheit, seiner Niederträchtigkeit; Mutter Else in ihrer Verzweiflung, Gehemmtheit, Unterwürfigkeit, mit ihrem tief zerstörten Selbstbewußtsein, ihrer vergeblichen Hoffnung auf ein trautes Heim; Schwiegersohn Michael, der Alfred immer wieder demaskiert, rücksichtsvoll mit seiner in vielen Dingen ungebildeten Schwiegermutter umgeht, aber sich auch manchmal daneben benimmt - und Tochter Rita, die am meisten von allen versucht, die Familie zusammen zu halten.
Das wurde 1976 alles viel platter, klamaukhafter, einfach schlechter! Die Charaktere paßten nicht mehr zusammen! Eine Else, wie Helga Feddersen sie gab, die sich Alfred nicht unterordnete, sondern dagegen hielt, verweichlichte die bitterböse Botschaft der ursprünglichen Serie, verwandelte die Tetzlaffs in ein Millowitsch-Spektakel. Dazu paßten auch die ständigen "Gags" über die Leibesfülle von Michael à la Klaus Dahlen.
Hm, vielleicht hat man auch einigen einen Spiegel vorgehalten - und wer mag das schon? Ich könnte mir vorstellen, dass die Serie auch deshalb so viel Empörung hervorgerufen hat.
Ich hoffe, du hast deine Kolleginnen nicht als "dusselige Kühe" bezeichnet ;-)
Mit Sicherheit wurde einigen, wenn nicht gar vielen der Spiegel vorgehalten!
Die Satire wurde nicht überall verstanden. Manche fanden die Sprüche von Alfred unerhört. Es gab sogar Zuschauerbriefe, die Alfred aufforderten, sich nicht einschüchtern zu lassen, er hätte völlig recht mit seinen Ansichten ...
Nee, die "dussligen Kühe" kamen von den Kolleginnen selber! Ich habe ihnen vorher mit meinem Patschehändchen auf die Kekse gegrapscht: "Der da ist besonders lecker!" und ihn dann in die Kaffeetasse bugsiert ... Hat viel Freude ausgelöst!
Tetzlaff-Fan Axel (den ich übrigens gestern und vorgestern hier in Kiel getroffen habe) hat auf der gleichen Seite ja die Silvester-Punsch-Folge von "Ein und Herz und eine Seele" bei youtube verlinkt. Die Folge kenne sogar ich ;-)
An drei Feiertagen laufen ja entsprechende Tetzlaff-Folgen regelmäßig: "Rosenmontag" (Karneval), "Silvesterpunsch" und "Besuch aus der Zone" (Tag der deutschen Einheit). Spricht auch für die Qualität der Serie, obwohl viele Gags und Wortspiele heute kaum noch zünden, weil der aktuelle Zusammenhang von damals zumeist nicht mehr präsent ist.
Hallo Ihr Lieben, also ich hab diese Serie auch geliebt und schaue sie heute noch gerne-allerdings nur die mit Dieter Krebs und Elisabeth Wiedemann. Nichts gegen Helga Feddersen, die ich sehr verehre, aber sie paßte irgendwie überhaupt nicht in diese Rolle-war mir zu überdreht. Da kam Frau Wiedemann ehrlicher rüber-man meinte wirklich, sie wäre Else Tetzlaff! Die Sendung am Sylvester gehören für mich einfach dazu, wie Dinner-for-one-bei den anderen bin ich mir nicht so sicher, ob ich sie dauernd sehen möchte-über die Wiederholungen der alten Folgen würde ich mich sehr freuen! LG Heidi
Ich weiß, ich falle mit meinem Alter mal wieder aus der Reihe, aber: Ich finde die Serie einfach nur klasse.
Bin da durch meine Familie erneut sehr "vorbelastet" und freue mich immer wie ein Schneesieber, wenn die Folgen ausgestrahlt werden. Schon 100000 Mal gesehen, da meine Mutter alle Folgen auf VHS aufgezeichnet hat... Die Kassettenhüllen hat sie mit passenden Ausschnitten ausm TV- Programm, etc. beklebt.- Eine Kunst für sich, das hat sie bei keiner anderen Serie gemacht. *lach*
Ein Herz und eine Seele ist immernoch total kultig und einfach... einzigartig. Und vor allem unterhaltsam.
Ich glaube, da ist alles schon gesagt worden! "Ein Herz und eine Seele", vor allem die Folgen vor 76 sind einfach unübertroffen! Fernsehe-Geschichte pur. Einfach Klasse. Ich fand das schon damals mit 12 Jahren. Keine Ahnung , warum, aber ich mochte die Serie. Und mein Onkel schimpfte immer über diesen linken Schwiegersohn, und fand das alles unmöglich, höchstens das ein oder andere, was Alfred so meinte. Da muss ich schon gespürt haben, es ist was faul im Staate Dänemark und fing an, an den Lippen von Dieter Krebs zu hängen... dem alten Sozi! Und überhaupt: Da kann ich nur wiederholen: Alfred: Samstag gehn wir zu Hertha auf Schalke! Else: Wie? Hertha Suhrbier geht auch mit zum Fussball? Seit wann denn das? Alfred: Dusselige Kuh!
Else träumt: "Wenn der Herr SCH-mittt mal bei uns die Briefe austragen würde! Das wär doch mal was anderes, hier in unserer Gegend! So ein gut aussehender Mann!"