Das schwer zu beantworten. Als Schülerin sicher die Bundestagsdebatten, die wird uns regelmäßig in der Aula ansahen und die uns politisch einiges mit auf den Weg gaben. Als Kind habe ich mal eine Serie gesehen, ich glaube die hieß Zivilcourage. Die hat mich ungeheuer beeindruckt. Da waren verschiedene Lebenswege von Personen -ich glaube 30 Min. lang- gezeigt worden. Eine Person ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Harriet Tubman, eine frühe Kämpferin für die Bürgerrechte der damals noch versklavten Afroamerikaner/innen. Sie hat unter großer Gefahr für sich selbst entflohene Sklaven/Sklavinnen in die Freiheit geführt, obwohl sie sogar selbst gesundheitliche Einschränkungen hatte. Die Serie war um 1966.
In der Aula unserer Realschule stand ein Fernseher. Und wenn es Bundestagsdebatten gab, sahen wir die regelmäßig an. Ich glaube, auf die Idee sollte andere Lehrer heute auch mal kommen. Wir waren eine politisch interessierte Klasse, logischerweise, und haben wohl zwischen 1968-71 jede Menge Debatten gesehen. Nicht zähneknirschend, sondern bewußt und interessiert.
Wir durften nicht nur sondern wir mussten als Versuchsklasse in der Schule Fernsehen. Damals gab es Fernsehunterricht in Mathematik (Mengenlehre) bei Fernsehlehrer Graf. Der Unterricht war nicht mal schlecht, vierzehntägig wurden Tests geschrieben, die dann von einer richtigen Lehrerin korrigiert wurde. In der 7. Klasse kam dann noch Sozialkunde via Fernsehen hinzu aber Mengenlehre hatte mehr Spaß gemacht, zumal der Empfang nicht immer der Beste war und wir als ordentlich was zu lachen hatten.
Das war die Realschule im Ludwigspark in Saarbrücken in Nähe des bekannten Fussballstadions. Und das Mädchengymnasium am Rotenbühl hatte auch Unterricht bei Fernsehlehrer Graf. Der war im Schulbus natürlich immer Thema.
Für Saarland-Interessierte: am zweiten Septemberwochenende gibt es wieder einen neuen Tatort mit dem netten bayerischen Kommissar und em Hilde Becker seinem Bub als seinem Kolleesch .
Ich glaub' ich packe auch mal die Badehose ein, das schöne Wetter sollte man oder frau nutzen aber: erschd mo gudd gess, dass iss die Hauptsach'
War "Fernsehlehrer Graf" ein braunhaariger mit Bart? Haare nicht ganz akkurat? Dann hatte ich den auch in der fünften und sechsten Klasse. Mengenlehre, klar.
Zuerst zu Dean Martin: perfekte Übersetzung Dean, "setzen, 1" - Du kannst saarländischen Tatort gucken ! ! !
Dann zu meiner Namenskollegin: BINGO ! ! ! Fernsehlehrer Graf sah' wirklich nicht gerade so aus, wie frisch aus dem Ei gepellt, aber er hatte eine sympathische Ausstrahlung und wir mochten ihn. Genau genommen sah er ein bisschen so aus wie mein Kieferorthopäde, der mir damals 'ne Klammer verpasste. So ein Riesending. Der lief auch immer so alternativ 'rum, war total nett und ich mochte ihn.
Den kennst Du jetzt aber nicht Petra - höchstens JENZI ? ? ?
Das Fernsehen war aber wirklich nur für schulische Dinge, nicht für irgendwelche sonstige Sendungen vorgesehen. Und ab der 8. Klasse waren das eben Bundestagsdebatten. Es gab auch Schulfernsehen, wenn ich mich recht erinnere. Aber da kann ich mich nicht erinnern, was da lief. Das haben wir dann auch nicht (oder höchst selten) gesehen.
So ein Riesending. Der lief auch immer so alternativ \'rum, war total nett und ich mochte ihn.
Den kennst Du jetzt aber nicht Petra - höchstens JENZI ? ? ?
Also, ich weiß jetzt gerade nicht...Aber an so einen Lehrer im Fernsehen kann ich mich dunkel erinnern. Ich war ja auch in Saarbrücken, auf der Ludwigspenne auf der anderen Saarseite neben der Ludwigskirche und dem "Lehrer Lämpel"Die Kneipe gibts, glaube ich, heute noch!. Aber da gabs leider auch selten Fernsehen im Unterricht. Mehr Diskussionen darüber auf dem Schulhof. Wo wir wieder bei "Invasion von der Vega"und "Ihr Auftritt, Al Mundy" wären, während die Älteren anno 68 schon wild in der Pause über Politik, die Invasion in Vietnam und Ihr Auftritt, Rudi Dutschke und die verblödende Springer-Presse diskutierten..
Ja. Das war spannend. Die (ihr) standet auf dem Schulhof und diskutierten, dann nahmen uns diese merkwürdigen großen Jungs (Wir waren auf einer Jungenschule)mit ihren langen Pferdemähnen manchmal in ihren damals noch gar nicht so alten R4 und Enten mit nach Hause oder ein Stück des Wegs und erzählten uns von großen Dingen, die da in naher Zukunft geschehen würden. Und obwohl ich bis heute als alter 78er ein Herz für die Generation habe, waren mir damals die neuesten Abenteuer der bezauberten Jeanny oder von Bronco und dem Texaner lieber! Im Wilden Westen und auf der Reise zum Mond waren die Amis die Größten, wer dachte von uns da schon an "Hair" und Vietnam Wir Kinder des kalten Krieges. Dazu brauchte es da noch drei vier Jahre. Nun ja