Ist nicht wirklich nostalgisch, für mich aber irgendwie schon, weil ich keine mehr lese. Ich glaube, jeder hatte mal diese Phasen - Jungs lasen gerne Western oder Perry Rhodan, Mädchen gerne Liebesromane. Und heute wundern wir uns, wo die Grafen alle hin sind, denn die gab es in den Romanwelten des Bastei- und Kelter-Verlages ja zuhauf. Als ich so 13, 14 war, las ich zwar auch schon die Bravo, trotzdem ging nichts über einen schnulzigen Silvia-Roman. Da ging einiges an Taschengeld drauf - bis ich irgendwann mit 16, 17 erkannte, dass es keine Grafen mehr gibt - zumindest nicht in meiner richtigen Welt und alles auf dem Flohmarkt verhökerte bzw. verhökern ließ.
Aber es gab noch eine Heftroman-Serie, die ich gerne las: Jerry Cotton! Meine Freundin Gertrud, die in eine andere Klasse ging als ich, mußte einmal einen Beitrag vom englischen ins deutsche übersetzen. Ich erinnere mich, wie sehr ich lachte, als ich die Überschrift las: "Jerry Cotton. (Jeremias Baumwolle)". Na ja, korrekt übersetzt war es ja. Durch Jerry Cotton stellte ich mir New York vor - es ist ganz anders, als ich damals dachte. Als ich später mal einen Jerry-Cotton-Film mit George Nader und Heinz Weiss sah, wußte ich auch, dass ich mir die beiden Helden ganz anders vorgestellt hatte. Eine Pistole war für mich immer eine 38er Smith and Wesson. ;-)
Gerade habe ich einen Beitrag in den tvforen gelesen, wo dies ein Thema war, und ich mußte an meine frühe Jerry-Cotton-Leidenschaft denken, die jedoch relativ früh verflog. Hat jemand von Euch die Romane gesammelt?
Mein Vater hat gern "Jerry-Cotton-Romane" gelesen, zumal wir (also meine Eltern) ab 1968 an der Quelle saßen mit einem eigenen Zeitungs- und Tabakwarenladen. Ich kann mich erinnern, mal einen "Jerry Cotton" gelesen zu haben, in dem es um die Geiselnahme einer Ehefrau mit Kind ging. Zu dem Zeitpunkt konnte ich noch kein Englisch und amüsierte mich ein bißchen über den Namen "Phil", den ich als Pill las. Die Filme habe ich so gut wie gar nicht gesehen, nur neulich habe ich mal im Rahmen der ARD-Jerry-Cotton-Filmreihe einen Teil von "Der Tod im roten Jaguar" gesehen. Die Außenaufnahmen dazu fanden hauptsächlich in Berlin statt und ich habe einiges wieder erkannt.
Einer der Autoren, Heinz Werner Höber, war mal in einer Talkshow zu Gast. Er erzählte, daß er zwar noch nie in New York gewesen sein, (mmmh... ob er mit dieser Bemerkung Udo Jürgens zu einem Hit inspiriert hat? - Ende des Exkurses ) er sich aber detaillierte Stadpläne und sogar Häusergrundrisse besorgt hätte. Wenn er also in seiner Story von einem Hinteringang zum Keller geschrieben hatte, dann wäre da auch wirklich einer in der Realität. Nun gut, kann sein.
Ich habe mir jedenfalls zfällig gerade in dieser Woche drei alte Jerry-Cotton von einem Trödler gekauft als Erinnerung an frühere Zeiten und als leichte Einschlaflektüre. . Mittlerweile weiß ich ja auch, wie man "Phil" spricht und was ein G-Man ist.
Vor ein paar Tagen ist ja die John-Kling-DVD-Box erschienen und in Kürze kommt Percy Stuart dran. Beide Serienhelden basieren ja auf Romanheftreihen. Ich habe gerade im Web nach Titelauflistungen der Romane gesucht, aber keine vollständigen gefunden. Nur die 161 Ausgaben von "John Kling" nach 1945 gibt es, nicht aber die früheren. Zu "Percy Stuart": nichts dergleichen.
Ich wollte rauskriegen, ob es Überschneidungen von Romantiteln und TV-Episodentiteln gibt oder nicht. Ich vermute, die Verbindungen zwischen Romanreihen und TV-Reihen werden sehr, sehr dünn gewesen sein.
Weiß jemand, wo es entsprechende Titellisten gibt? Vielleicht in den Romanpreiskatalogen von Hethke?