Für die Freunde von Commander Mc Lane und seinem Team im ständigen Kampf gegen die Frogs gibts im nächsten Jahr ein Schmankerl ...
Lt. Info unserer Programmbeilage plant die ARD anlässlich ihres 60. Geburtstages in der Woche vom 12. bis 17. April Themennächte und eine davon betrifft RAUMPATROUILLE.
Wäre schön, wenn außer der Wiederholung der sieben Folgen und des nachproduzierten Kinofilms "Rücksturz ins Kino" auch ein paar neuerliche Informationen über oder Interviews mit den früheren Darstellern einfließen würden.
Tanzkurs wäre auch nicht schlecht ...
Die Serie kann man ja mittlerweile komplett auf DVD käuflich erwerben, sofern sie nicht noch auf alten Cassetten schlummert. Da sollten sie sich schon noch eine besondere Überraschung einfallen lassen ...
also ich habe die Serie noch nie gemocht, schon als Kind nicht. Für meinen Geschmack gab es einfach zu viel unverständliches Kauderwelsch. Heute würde man das wohl denglisch nennen. Für mich ist das Anbiederei, so etwas gab und gibt es in keinem anderen Land. Na ja, heute hätte die Serie sicherlich auch noch einen englisch klingenden Namen. Außerdem wirkt auch alles irgendwie laienhaft. Das Handwerk stimmt nicht, weder bei den Schauspielern noch bei den Bauten, den Requisiten oder den Effekten. Jeder halbwegs normale Mensch hat doch wohl das Bügeleisen und die Wasserhähne erkannt. Es ist und bleibt eine Billigproduktion, der man das niedrige Budget heute noch ansieht.
Da ich weiß, dass Raumpatrouille bei vielen Menschen Kultstatus genießt, möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Bewertung ausschließlich meinen persönlichen Geschmack widerspiegelt.
im Vergleich zu den Star Wars oder Star Trek Filmen mögen die Orion Filme durchaus billig wirken. Man stelle sich aber mal Fernsehen im Jahre 1966 (dem Start von Raumpatrouille) vor. Es gab gerade mal das 1. und 2. Programme (viele empfingen nur das 1.) Das Programm startet zwischen 16:00 und 17 Uhr und war vor Mitternacht schon wieder zu Ende. Gezeigt wurde viel Kultur, Schauspiele, Dokumentarfilme, Operetten, Politik und im Vorabendprogramm die ein oder andere Kurzserie. Das riß die Kinder von damals nicht gerade vom Hocker. Dann erscheint zum allererstenmal ein Raumschiff auf dem Bildschirm (Raumpatrouille war die erste deutsche Science Fiction Serie, gibts noch eine?, Raumschiff Enterprise, UFO, Mondbasis Alpha und andere amerikanische Science Fiction Serien liefen erst viele Jahre später), und flimmernde Glitzer-Außerirdische. Und im Vergleich zu den Apollo-Kapseln sah die Orion richtig futuristisch aus. Und dann der Countdown und der Titelsong. Raumpatrouille war nicht nur meine erste Science-Fiction Serie, für mich bleibt sie für immer Kult.
Übrigens, trotz der vielen billigen Effekte war es damals die deutsche TV-Serie mit den bis dahin höchsten Produktionskosten.
Ich habe mich der Raumpatrouille lange verweigert und habe mir das nur angesehen, weil ich Kaschis Sticheleien diesbezüglich nicht mehr ertragen konnte :-))) Nein, Scherz, Kaschi stichelt ja nie.
Ich fand es - charmant. Man kann das nur unter "Nostalgie" verbuchen und einfach interessiert zugucken, welche Mittel man damals verwendet hat. Diese Frogs - welch Hightech diesen zur Verfügung stand! Picard wäre verloren gewesen, gegen die Borg konnte er noch als Sieger hervorgehen, aber die Frogs :-)
Nein, im Ernst: der Charme liegt wirklich im Nostalgiefaktor, auch die bekannten deutschen Schauspieler von damals nicht zu vergessen. Ich bereue es nicht, es mir angesehen zu haben, es ist zu Recht eine deutsche Kultserie.
Was mich auch stört ist, dass die Abenteuer von Commander McLane und seiner Mannschaft größtenteils nur Hörspielcharakter hatten. Es wurde einfach nur in englisch klingenden Pseudo-Fachbegriffen geredet, geredet und geredet, gezeigt wurde so gut wie nichts außer der Brücke der Orion (oder halt kurz der Badeweannenstrudel). Selbst die Operetten haben doch unterschiedliche Aufzüge. Es ist für mich eher ein mehrteiliges Fernsehspiel in einer Science-Fiction-Deko als eine Serie. Ich finde, es macht nicht wirklich Unterschied, ob man diese Serie sieht oder nur hört.
Wie schon erwähnt unterliegen solche Beurteilungen immer dem persönlichen Geschmack des Betrachters. Kult ist das Eine, Geschmack halt das Andere. Das trifft in diesem Fall auch für die Musik zu. Musik in Filmen und im TV der 60er sind sowieso ein eigenes Thema. Zu dieser Zeit galten ja sogar die Beatles noch als Bürgerschreck (oder heißt das Bürgerschrecke oder -schrecks?).
Ich mag die Bezeichnung "Kult-Serie" zwar nicht so besonders, aber ich muss immer wieder betonen dass Raumpatrouille FÜR MICH mit das Höchste war und immer noch ist. Gerade wegen ihrer Unvollkommenheit, das macht ja den besonderen Charme aus wie auch die Dialoge der ORION-Besatzung. Spitze !!! Über die Tanzeinlagen kann ich immer noch schmunzeln.
Bei Erstaustrahlung war ich noch ein bisschen klein, da kann ich mich nicht daran erinnern aber später habe ich jeder Folge entgegen gefiebert und war ganz in der Spannung der Handlung gefangen, wenn der schnelle Raumkreuzer und die Frogs über die Mattscheibe flimmerten oder vielmehr glitzerten. Mit den vielen Fremdwörtern sah man nur eine Entwicklung voraus, die ich damals noch interessant und lustig fand, die ich heute aber nicht mehr mag. Auf der Arbeit und in Deutschland überhaupt verständige ich mich am liebsten auf Deutsch, da brauche weder Kollegen, die französischer sein wollen, als die Franzosen selbst noch brauche ich englischen Bezeichnungen. Wenn auf dem Dorf schon von "Coffee to go" die Rede ist, statt Kaffee zum Mitnehmen oder in der Metzgerei die Wurst light angeboten wird, obwohl ich sie eher "heavy" mag, was aber nicht verstanden werden würde, dann ist das für mich ein bisschen eine verkehrte Welt.
Spätere und vor allem heutige Produktionen sind mir zu schnell, zu laut, zu aufwendig, High-Tech-mäßig zu sehr aufgemotzt, ich möchte fast sagen ausgereizt und überstrapaziert. Da bleibt nicht mehr viel übrig für die Phantasie. Damals schon. Und wie !!!
Aber auch diese Meinung ist persönlich. Jedenfalls wird der Siebenteiler immer eine besondere Stellung in meinem Leben einnehmen. Das kann ich nicht von vielen Serien sagen.
Als Raumpatrouille 1966 erstmalig gesendet wurde, durfte ich's noch nicht sehen. Ich wusste lediglich, dass es bei Kauka ("Fix und Foxi") einen Fotocomic dazu gab, den ich aber auch nicht besaß - und dass viele Leutchen das toll fanden. Ich fing damals aber an, mich für Raumfahrt und Astronomie zu interessieren. Schließlich steuerten die Amis auf die erste Mondlandung zu. Science Fiction fand für mich erstmalig Ende der 60er statt in den Zukunftsromanen von Hans Dominik. - 1973 lief dann die Raumpatrouille-Staffel als Wiederholung, und da war ich mit von der Partie. Ich fand's äußerst spannend! Bügeleisen und Saftgläser fielen mir überhaupt nicht auf - dafür fesselte mich die Handlung viel zu sehr! Schließlich stand das Schicksal der Menschheit auf dem Spiel! So dürfte es damals den Allermeisten gegangen sein.
In den Achtzigern dann lief Raumpatrouille plötzlich in den Programmkinos. Die Bleistiftanspitzer und Tanzeinlagen im Starlight-Casino sorgten für Brüller! In einer Kritik las ich von Parallelen zu alten Landser-Romanen. Wenn man drauf achtet, merkt man das auch. Manche Dialoge könnten wortwörtlich von dort stammen.
Heute amüsiert mich vieles köstlich, nicht nur das pseudo-futuristische Kauderwelsch und der astronomische Unsinn ("Eine Supernova rollt auf die Erde zu ..."). Aber darüber hinaus kann ich mich dabei auch zurück, äh, beamen in eine vergangene, etwas naivere, aber auch charmantere Fernsehzeit. Die Serie gehört zu meinen All-Time-Favourites!