Ja, der brave Soldat Schwejk hat sein letztes Abenteuer überstanden und wir werden nie mehr seine wunderbaren Zahlenverdreher und Wortspiele im Original hören. Noch im letzten Sommer, am Tag des EM Finales in Wien, durfte ich Fritz Muliar im Theater in der Josephstadt als Koch in George Taboris Farce "Mein Kampf" erleben. Nun ist der tapfere Anti-Held endgültig von uns gegangen. Möge er im Ringstrassenpalais des Himmels immer den passenden Kommissar Rex zum Radetzkymarsch-Gassi über den Wolken haben .
Genau krieg ich's nicht mehr zusammen, aber so in etwa: Fritz Muliar steht als Schwejk vor Gericht und wird verknackt. Daraufhin bedankt er sich bei den hohen Herren für die anständige Behandlung - schließlich wäre er vorher im Irrenhaus gewesen: "Kein Vergleich, glauben Sie mir! Gar kein Vergleich!"
Die Tage habe ich noch einen Bericht gesehen, da ging es um Schauspieler und Komödie in der Nazizeit..., da hatte er damit gerechnet hingerichtet zu werden, bekam aber zu seinem Glück "nur" Gefängnis.
Ja, Fritz Muliar war eine recht schillernde Persönlichkeit, der sich Ende der Achtziger auch stark mit dem damaligen Burgtheater-Intendanten Claus Peymann angelegt hat. Er hat mit seiner Meinung und Goschen nie groß hinterm Berg gelegen, was ihm natürlich nicht nur Freunde eingebracht hat