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 Adventsvierteiler und Weihnachtsserien - Vom Seewolf zu Anna
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Mariposa



Beiträge: 845

07.07.2019 00:33
#556 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Zuerst einmal feiern wir am 21. August 10jähriges Jubiläum des ROMANVORLAGEN FÜR UND DREHORTE VON VIERTEILERN-Threads, also uns selbst und all' das geballte Wissen, das hier inzwischen zusammen getragen wurde. Da können wir zufrieden mit uns und stolz auf uns sein, ein wenig "Geschichte" (mit)geschrieben zu haben.

Unserer Forum- und Web-Masterin sowie allen Co-Autoren ein herzliches Dankeschön.



CHEERS UND SCHÖNES WOCHENENDE
MARIPOSA

loe



Beiträge: 66

13.07.2019 00:41
#557 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Vor dem 21. August, dem grossen Jubiläum dieses Spezial-Threads zu den Advents-Vierteilern, liebe Mariposa, kommt schon in wenigen Tagen ein weiteres wichtiges Jubiläum:

Am 20. Juli ist der 50. Jahrestag der Mondlandung!

Bitte schon mal Bier, Sekt oder Wein kühlstellen!

Der Anfang der Weltraumfahrt mit dem Wettrennen um die Mondlandung zwischen USA und Sowjetunion war vielleicht das grösste Abenteuer in der Geschichte der Menschheit (zusammen mit den Entdeckungsfahrten auf der Erde).

Wir haben dieses gewaltige Abenteuer in den 1960ern und frühen 1970ern am Röhrenfernseher miterlebt.
Aber was ist denn heute, 50 Jahre nach der ersten Mondlandung (Apollo-11)
und 51 Jahre nach der ersten bemannten Mondumrundung (Apollo-8) ?

FRAGE (am 11.4.2019):
"Die erste [?] bemannte Mond - U m r u n d u n g soll schon 2022 stattfinden, dabei ist das Raumschiff bisher noch nicht geflogen. Wie hoch ist das Risiko?"

ANTWORT des deutschen Astronauten Matthias Maurer:
"Bei den Apollo-Mondkapseln lag die Wahrscheinlichkeit für eine Bruchlandung bei 50 Prozent – das wären schreckliche Bilder, die möchte heute kein Mensch riskieren.
Wir haben 50 Jahre mehr Erfahrung als die Apollo-Ingenieure und können heute vieles am Computer simulieren. Darum würde ich ohne grössere Bedenken einsteigen."

(Zitat aus dem Interview mit der "Wirtschaftswoche" vom 11. April 2019)

Bei Pike's Fresse:
Bei dieser Frage und Antwort sowie bei aller heute gebotenen Vorsicht bin wenigstens ich froh, dass ich nicht heute jung bin, sondern ein Kind der 60er Jahre bin.
Als Nostalgiker, die wir die sowjetischen Abenteuer von Wostok, Woschod und Sojus sowie die amerikanischen Abenteuer von Mercury, Gemini und Apollo miterlebt haben, gedenken wir jener grossen Amerikaner und Sowjets,
die in der grossen Pionier- und Abenteuerzeit der Weltraumfahrt gearbeitet, ihr Leben riskiert und auch verloren haben.

Wir bitten um eine Gedenkminute.

Und tatsächlich wäre ja auch die Mondlandung 1969 beinahe schiefgegangen. Es hätte nicht viel gefehlt und die TV-Zuschauer hätten die schon vorbereitete Fernsehansprache (Konserve) von US-Präsident Nixon über den Tod von Aldrin und Armstrong zu sehen bekommen.

In einem Buch, das

der amerikanische Astronaut David Scott
(Gemini-8: 1966, Apollo-9: 1969, Apollo-15: 1971)

und

der sowjetische Kosmonaut Alexej Leonow
(Woschod-2: 1965, Sojus-19 (Apollo-Sojus-Projekt): 1975)

gemeinsam geschrieben haben, heisst es:

Nach heutigen Massstäben war die Technologie, die uns zur Verfügung stand,
die wir vor fast fünf Jahrzehnten mit dem Apollo-Programm begonnen haben, primitiv; die Gesamtspeicherkapazität der Computer an Bord von Apollo-Raumschiffen betrug zum Beispiel nur 36 Kilobytes.
Aber diese Technologie wurde von 400'000 begabten Menschen optimal genutzt,
die von der Vision, dem Intellekt und der Führung zweier einzigartiger Persönlichkeiten, Präsident John F. Kennedy und Wernher von Braun, inspiriert waren, die bereit waren, angesichts erheblicher Schwierigkeiten, Misserfolge und Verluste voranzukommen.
Was Alexej [Leonow] und den Rest des Kosmonautenkorps betrifft, so waren es, wie er hier treffend beschrieben hat, die Brillanz und der Antrieb ihres Chefdesigners Sergej Koroljow und seine Entschlossenheit, gegen alle Widerstände erfolgreich zu sein, die sie zu Höchstleistungen veranlassten.

(David Scott & Alexei Leonov:
Two sides of the moon. Our story of the Cold War space race.
Foreword by Neil Armstrong. New York 2004, 388 f.)


Wir haben richtig gelesen, der Apollo-Navigationscomputer hatte 36 Kilobytes Speicherkapazität!
(nebenbei:
Arbeitsspeicher: 2 Kilobyte RAM;
Arbeitsgeschwindigkeit des Prozessors: 1 MHz = 1 Millionen Arbeitsschritte pro Sekunde)

Viele von uns haben in der Hosentasche kleine Speicher mit einer Kapazität von mehreren Terabytes (TB).
Angenommen, wir haben so einen Speicher mit bloss 1 TB in der rechten Hosentasche:
1 TB = 1'073'741'824 Kilobytes, also rund 1 Milliarde, das bedeutet:
Wir tragen in unserer rechten Hosentasche 30 Millionen Mal mehr Kapazität, als der Apollo-Navigationscomputer hatte!
Und trotzdem sind die Apollo-Astronauten damit 9 Mal von der Erde zum Mond und zurückgeflogen, mit 6 erfolgreichen Landungen!


Mit Blick auf die Antwort des deutschen Astronauten Matthias Maurer oben:
Warum war das damals möglich, und warum liegen wir trotz unserer enormen technischen Vorteile heute so weit hinter dem, was damals möglich war?

War vielleicht die Konzentration an Wagemut, Begabung und Leistungsbereitschaft damals Millionen Mal grösser als heute und hat die technischen Nachteile um Längen wettgemacht? Vieles spricht dafür.

Wie können wir uns die Kapazität des Apollo-Computers von 36 Kilobytes veranschaulichen:

Auf einer Webseite über Spanien-Bilder ist ein kleines Bild des Stadtwappens von Barcelona (Bildbreite 351 Pixel, Bildhöhe 546 Pixel).
Die Speichergrösse dieses Wappen-Bildchens beträgt 36 Kilobytes, also genausoviel wie die Gesamtkapazität des Apollo-Computers!

Oder anders vorgestellt: 36 Kilobytes = 36'864 Bytes = 294'912 Bits.

1 Bit entspricht der Informationsmenge einer gefällten Ja-Nein-Entscheidung (Entweder-Oder). Das gibt uns folgendes Bild:

Angenommen, wir landen auf der Kokos-Insel mit Kapitän Thompsons Karte des Lima-Schatzes.

Die Schatzkarte beginnt so:

"In der Bucht Esperancia zwischen den zwei Klippen bei etwa 10 Yards Tiefe an Land gehen, dann 350 Schritte den Bach entlang Richtung Urwald und Berg gehen"

und enthält von da an eine Wegbeschreibung, die aus 294'912 Etappen besteht, mit jeweils bloss zwei Auswahlmöglichkeiten:

(1) Gehe links, nicht rechts! (1 bit)

(2) Gehe geradeaus, nicht links! (1 bit)

(3) Gehe nach oben, nicht geradeaus! (1 bit)

...

(294'912) Gehe nach unten, nicht nach oben! (1 bit)

Das wären nach dieser letzten Etappe dann 36 Kilobytes Information, die wir brauchten, um den Lima-Schatz zu finden. Genau das war die Kapazität des Apollo-Navigationscomputers für den Weg von der Erde zum Mond und zurück!

Erheben wir am 20. Juli unsere Gläser auf:

Buzz Aldrin, Neil Armstrong, Michael Collins,

aber ganz besonders auch auf Gene Kranz, Charles Duke und all die anderen,
nicht zu vergessen jene, die den Apollo-Navigationscomputer am MIT entwickelt haben.

Vgl. h t t p s://w w w.hq.nasa.gov/office/pao/History/computers/Ch2-5.html

Oho, was sehen wir da durch unseren Röhrenfernseher...äh...durch unser Fernrohr, das wir vom Mond weg nun über die See schwenken?
Es ist nicht die HISPANIOLA, auch nicht die GHOST, noch die SLOUGHI.
Die zwei Schiffe am Horizont sind die TERRA-X und die ADVENTURE QUEST.
O Jammer, was für zwei erbärmlich klapprige, morsche Kähne.
Uns packt das Mitleid.
Wir verzeihen alles...
...aber wir vergessen nichts.
"Leo Luntemann, ersetze unsere Kanonenkugeln durch Wassermelonen und Pampelmusen, das dürfte genügen!"
"Klarmachen zum Gefecht!"

loe



Beiträge: 66

14.07.2019 21:03
#558 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

ZWEI JAHRE FERIEN (Film)

– Der Raub des Lima-Schatzes
– Kapitän Thompson und sein Maat auf der MARY DEAR

Heute schlagen wir zwei Seeschlachten:
Wir entern und versenken die "Terra-X" von Kapitän Mainzelmann,
und wir entern und versenken die "Adventure Quest" von Kapitän Saulnier.

13 Bücher (englische, amerikanische, französische, deutsche und spanische) über den wohl grössten aller wirklichen Piratenschätze, den Lima-Schatz auf der Kokosinsel, liegen hinter uns.

Es gilt, eine Verwirrung in der Literatur um den Ersten Offizier der MARY DEAR zu klären. Und vor allem gilt es, die wichtige Frage nach dem Beweismaterial zu klären.
Dadurch werden auch manche Fehler und Ungereimtheiten in der Literatur erhellt, für uns vor allem die Forbes-Frage.
Das beste Beweismaterial unter Normalbedingungen ist jenes, das am Unmittelbarsten zu den Ereignissen ist, nämlich die originalen Belege aus der Zeit, als der Lima-Schatz geraubt wurde, oder von beteiligten Zeugen.
Denn: Viele Autoren zum Thema "Lima-Schatz" haben später von anderen (fehlerbehafteten) Autoren abgeschrieben, ohne sich jemals mit den Quellen befasst oder auch nur von ihnen gewusst zu haben!

Brisant: "Terra-X", das Flaggschiff des ZDF, behauptet über den Raub des Lima-Schatzes unter Kapitän Thompson auf der MARY DEAR:

"Zwar fehlen für diesen Raub die historischen Belege, doch Tatsache ist:
An seinem Ziel ist der Schatz nie angekommen." (Sendung vom 17.12.2017)

Immerhin ist der zweite Teil der Aussage richtig (*) und altbekannt:
Der gewaltige Lima-Schatz ist an seinem Bestimmungsort in Panama, bei den Spaniern, nicht angekommen.
(*) Die Gesamtaussage von "Terra-X" ist aus logischen Gründen falsch.

Aber, bei allen Teufeln der Tiefsee!
Die erste Behauptung von "Terra-X" über die fehlenden historischen Belege ist falsch!

Wenn das Privatfernsehen Mist verbreitet, ist das geradezu Programm, und zwar von Leuten, die mit einer einzigen Sendeminute die menschliche Zivilisation weit hinter den homo erectus zurückwerfen.

Aber das ZDF war einmal Garant für Qualität, wenigstens eine Sendung wie das Flaggschiff "Terra-X" (vor 15 und mehr Jahren). Aber wegen dieser falschen Behauptung über historische Belege rufen wir:
"Ruder hart Backbord! Wir gehen auf Kollisionskurs! Schiff klar zum Gefecht! An die Katapulte! Backbordgeschütze...haltet auf das Deck! Alles bereit? Feuer! Fertigmachen zum Entern!"

Das höllische Donnern einer Breitseite zerreisst die Stille des Pazifiks. Die mit unseren Katapulten gefeuerten Wassermelonen und Pampelmusen fegen über das Deck der "Terra-X", zertrümmern die Steuerbordreling und richten Verwirrung an Bord des Schiffes an, das einst der Stolz des ZDF war.

Denn es gibt mindestens drei historische Belege:

(1)
eine mündliche Überlieferung der "MARY DEAR - Thompson - Lima-Schatz - Kokosinsel -Geschichte", die laut dem Briten Major de Montmorency (1868-1942) noch um 1900 in allen Häfen des Pazifiks wiedergegeben wurde! [1]

(2)
Die Aufzeichnungen und Briefe des Seemanns Nicholas Fitzgerald aus Neufundland, der John Keating (Phantom) das Leben gerettet hatte. Keating hat seinem Retter Fitzgerald die Geschichte seiner Bekanntschaft mit Kapitän Thompson sowie seine spätere Fahrt auf die Kokosinsel mit Thompsons Schatzkarte erzählt, eine Reise, von der Keating nachweislich mit viel Gold zurückgekehrt ist.

(3)
Der Name "Thompson" erscheint in den originalen Aufzeichnungen über den Gerichtsprozess und die Hinrichtung der Meuterer auf der MARY DEAR (Thompson und der Maat überlebten, wie wir wissen). Diese spanische Anklageschrift war in den Archiven der Peruanischen Nationalbibliothek von Lima hinterlegt, wo sie der Brite Major de Montmorency um 1903 - 1904 gefunden hat!
Ob dieses Archivdokument das grosse Feuer in der Bibliothek vom 10. Mai 1943 überlebt hat, ist eine Sache, die wir später einmal klären werden. Tatsache ist, dass dieses Originaldokument um 1904 noch existiert hat!

Der Name von Thompson findet sich auch in einigen alten Briefen, die von der Karriere des Piraten Benito Bonito erzählen! Demnach war Thompson ursprünglich kein Pirat, sondern einer der einzigen Überlebenden auf einem Schiff, das von Benito Bonito überfallen wurde. Thompson war wohl aufgrund gewisser Fähigkeiten für Bonito und seine Piratentruppe interessant und musste zwischen Tod und Piraterie "wählen".
Aus anderen Quellen weiss man, dass Thompson später wieder ein ehrlicher Kapitän wurde. Aber er hatte natürlich jetzt ein wertvolles Wissen von Bonitos altem Lieblingsversteck, der Kokosinsel und ihren Höhlen! Das half ihm dann auch, die MARY DEAR nach der Meuterei und der Ermordung der spanischen Bewacher zur Kokosinsel zu steuern, wo die 12 grossen Truhen des Lima-Schatzes ausgeladen und versteckt wurden.

Und so kam es, dass sogar Major de Montmorency, der ursprünglich sehr skeptisch war, ja die Lima-Schatzgeschichte auf der Kokosinsel zuerst gar nicht glaubte und deshalb historische Belege suchte, zuletzt Folgendes schrieb:

"So stimmte also Keatings Geschichte mit den peruanischen Aufzeichnungen und den in allen Pazifikhäfen wiederholten Überlieferungen überein [...]". [2]

In der Tat: Da John Keating im kanadischen Neufundland und nicht an der mittelamerikanischen oder südamerikanischen Pazifikküste lebte, lässt sich sagen:
Die drei historischen Quellen sind voneinander unabhängig, wodurch die Zuverlässigkeit des Aussagewertes einer jeden einzelnen von ihnen verstärkt wird.

Die Besatzung der "Terra-X" unter Kapitän Mainzelmann wird wegen ihrer liederlich-lotterigen Recherche zu zwei Wochen Deckschrubben verurteilt.

Nun aber "Ruder hart Steuerbord!", denn da schwimmt ja noch die "Adventure Quest". Was hat ihr Kapitän behauptet? Der Maat von Thompson sei der reiche, berühmte James Alexander Forbes von Kalifornien gewesen, 1805 geboren und 1881 in Kalifornien gestorben.

Nach dem historischen Beweismaterial ist das unmöglich:

"Thompson und der Maat versuchten jedoch, am Leben zu bleiben [...], bis sie von einem Schiff gerettet wurden, das die Kokosinsel wegen Wasser aufgesucht hatte. Der Kapitän und der Maat der "Mary Dear" wurden [1822] auf dem Festland abgesetzt. Thompson verschwand für eine Weile, der Maat starb in Puentos Arenas in Costa Rica durch die Hand des ewig erfolgreichen Piraten "Yellow Jack", der keinen Respekt vor Personen hat." [3]
(Gemeint ist: an Gelbfieber gestorben.)

Das hat John Keating von Kapitän Thompson selbst erfahren und später seinem Retter Nicholas Fitzgerald berichtet. Ein Name des Ersten Offiziers (Maats) erscheint in keinem der historischen Belege! Der Name "Forbes" ist eine spätere Hinzufügung aus dem "Forbes-Mythos". Das führte zu der unbelegten Vermischung, die sich in der Literatur oft findet, nämlich dass ein gewisser Forbes in Puntarenas an Gelbfieber gestorben sei, wie wir selber das ja zuerst auch übernommen haben. Tatsache ist aber: der Name des Maats ist nicht bekannt.

Wir schiessen daher eine verschimmelte Pampelmuse von Hand auf die "Adventure Quest" unter Kapitän Saulnier. Der morsche Kahn fällt auseinander. Wir retten die Besatzung und verurteilen sie wegen bewusster Verbreitung falscher Behauptungen und Irreführung der Öffentlichkeit zu zwei Wochen Kombüsendienst und zu fünf Tagen Rattenfang unter Deck.

Wir alle machen Fehler. Fehlermachen ist verzeihlich (besonders wenn man Einsicht beweist und sich verbessert). Aber "Terra-X" und "Adventure Quest" haben etwas anderes getan!

Wie viele Leute fallen auf eine äusserlich gut gemachte Webseite wie die von "Adventure Quest" hinein? Wir wollen die Zahl besser nicht schätzen. "Adventure Quest" hat sich gedacht:
Die Story vom reichen, berühmten Kalifornier als dem Ersten Offizier der MARY DEAR und als Räuber des Lima-Schatzes verkauft sich für unser Geschäft besser als die Wahrheit vom unbekannten Seemann, der in Bristol angeheuert hatte und nach der Rückkehr von der Kokosinsel an Gelbfieber gestorben war! Also weg mit der Wahrheit.

Wie viele TV-Zuschauer sitzen mit einem Glaubensvorschuss vor dem Bildschirm, auf dem "Terra-X" von ZDF flackert. Das Vertrauen der gutgläubigen Zuschauer verpflichtet auf der anderen Seite zu Verantwortung. Wo ist diese Verantwortung, wenn im ZDF behauptet wird, es gebe für die Lima-Schatz-Geschichte der MARY DEAR "keine historischen Belege"? Um so etwas Kühnes zu behaupten, muss man sehr gut recherchiert haben oder fachlich auf der Höhe sein (oder beides). Und auch dann wäre das noch kein Argument. So aber verkommt eine derart entschiedene Aussage zu einer hochtrabenden Pose, die peinlich wird, wenn die Aussage als falsch widerlegt wird. Und genau dies, was wir heute getan haben, hätte ein sorgfältig arbeitendes Kind von 10 Jahren tun können.

Da nun in der Akte "Lima-Schatz, Kokosinsel, Kapitän Thompson & Maat sowie Keating (Phantom) & Boag (Gerippe)" der Überblick verlorengegangen ist, werden wir irgendwann einmal die ganze Geschichte zum Abschluss neu und übersichtlich darstellen, gestützt auf die historischen Belege und auf neue Erkenntnisse von ausschliesslich zuverlässiger Literatur. Dann werden wir noch einmal auf Forbes zurückkommen, denn der ist nicht totzukriegen. Zuerst werden wir aber eine Antwort von der Peruanischen Nationalbibliothek Lima abwarten, nämlich über das möglicherweise erhaltene Gerichtsprotokoll, worin Thompson erwähnt ist. (Das Stadtarchiv Puntarenas benötigen wir dagegen nicht mehr.)

Zum Schluss sei noch gesagt, dass Major de Montmorency nicht nur in Mittel- und Südamerika nach historischen Belegen gesucht hat, sondern auch auf der Kokosinsel war, wo er den deutschen Schatzgräber August Gissler antraf, von dem er viel hielt:

"Gissler, der mit seinem starken Willen und seinen vielen Fähigkeiten fast jeden Erfolg im Leben errungen haben dürfte, sucht noch heute nach den geraubten Schätzen Mexikos und Perus.
[...] Wie wir sein Vertrauen gewonnen haben, würde viel Geduld erfordern, es zu erzählen, und vielleicht mehr Geduld, es zu verstehen; trotzdem gelang es uns, und er erzählte uns die Geschichte seines sechzehnjährigen Lebens auf der Kokosinsel."[4]


___________________________

[1] Dies und die folgenden vier paraphrasierten Abschnitte nach
Hervey de Montmorency: On the track of a treasure; the story of an adventurous expedition to the Pacific island of Cocos in search of treasure of untold value hidden by pirates. London 1904, 67 f.

[2] Montmorency (1904), 68.

[3] Montmorency (1904), 10 f.

[4] Montmorency (1904), 236-238.

Mariposa



Beiträge: 845

15.07.2019 00:23
#559 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Ohne unser GESTERN würden wir uns HEUTE nicht auf MORGEN freuen .

Hier und jetzt schon mal eine Art vorgezogenes Jubiläums "Präsent" anlässlich des bevorstehenden 10jährigen Bestehens dieses Threads.

Nachdem unsere Forum-Masterin PETRA mir gestern schon in anderer Sache "auf die Sprünge" geholfen hat, habe ich darüber hinaus bei Retro-TV noch ein wenig weiter geclickt und bin auf andere Schätze, darunter auch auf folgende Sendung gestoßen.

https://www.retro-tv.de/folge-48

Diese Sendereihe ist nicht nur für TV-Nostalgiker sondern auch für HÖRZU-Fans eine wahre Fundgrube. Sogar die Reklame kommt nicht zu kurz.

Viele schöne Erinnerungen wünscht
MARIPOSA

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