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 Adventsvierteiler und Weihnachtsserien - Vom Seewolf zu Anna
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leo

27.03.2010 19:14
#106 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Zitat: "... all die ungelösten Rätsel um diesen Film besitzen tatsächlich die Kraft, die Romantikerin und Abenteuerin, die in mir steckt, zu wecken. Und nicht zuletzt die Suche beinhaltet die große Anziehungskraft, welche verlorene Schätze ausüben...

Das mit Paris ist zwar zugegebenermaßen eigenartig, aber immerhin wurde der Film von einer französischen Firma produziert (heute „Europe Images“), und die Reisebeschränkungen waren für Rumänen wohl damals nicht so streng wie für DDR-Bürger, so dass man sich das erklären kann.

Doch um der Wahrheit Genüge zu tun: Ich war so überwältigt von der Hilfsbereitschaft meiner „Quellen“... dass ich ganz vergaß, sie zu fragen, ob ich sie öffentlich erwähnen darf. Vielleicht wäre es ihnen sogar ganz lieb, lobend zitiert zu werden – aber das weiß ich eben nicht, und wenn es so ist, dann müssen sie sich selbst in diesem Forum anmelden und mitmischen...
Denn, wie uns kürzlich Stieg Larson (in Verblendung) über die Grundsätze journalistischer Arbeit belehrte: Eine Quelle, die (eventuell) anonym bleiben möchte, bleibt anonym – selbst um den Preis, dass ich unglaubwürdig erscheine oder mir noch schlimmeren Ärger einhandele."

Elaine


Wahrlich, trefflich gesprochen, Elaine. Hier erkennen wir den wahren, erhabenen Abenteuergeist und nicht die Gier und die wahnhaft gesteigerte kleingeistige Krämerseele, wie sie so schön von Bogart in "The Treasure of the Sierra Madre" gespielt wurde.

Auch mein alter Liebling, Regisseur Orson Welles (über ihn hielt ich als 14-jähriger Schüler meinen ersten vollstündigen Vortrag), sprach einmal im Monolog "Lindbergh" in wundervoller Weise über dieses Thema.

Poetische Ideale sind süss, doch wer hat solcherlei Erhabenheit in der Bitterkeit des Lebens je vorgelebt?

In meiner Jugendzeit las ich einmal ein französisches Buch über ungehobene Piratenschätze in aller Welt. Eine Nachwirkung des legendären französischen Comic "Der Rote Korsar", den ich in meiner Primarschulzeit verschlungen habe. (Und natürlich die Langzeitwirkung von: "Zwei Jahre Ferien"!) In diesem Buch nun war von einem Japaner die Rede, der auf unglaubliche Weise einen der grössten Schätze aufspürte, die je entdeckt wurden, nämlich den sagenhaften, viele Millionen werten Schatz des berühmten grossen Piraten William Kidd!! Als der Japaner diesen Schatz allein gefunden hatte, meldete er dies, wollte nichts davon haben, nicht einmal eine Belohnung für den Fund!! Was für ein toller Mensch!

Leider war diese Passage oder das Kapitel sehr kurz. Gerne hätte ich Näheres über die Geschichte seiner Suche und Details über das weitere Geschehen erfahren. Das Buch habe ich auf einem meiner vielen Umzüge verloren. Vor etwa 10 Jahren erwarb ich ein deutschsprachiges Buch, worin diese wahre Geschichte genauer beleuchtet wird; sie ist noch gewaltiger, aber auch sehr tragisch. Sobald ich das Buch hier bei mir gefunden habe (was nicht leicht ist), werde ich euch davon berichten und die Titelangaben etc. nachreichen.

Zu den Drehorten von ZJF:
Das mit der französischen Produktionsfirma und den Reisemöglichkeiten für Rumänen ist mit Blick darauf, dass einige Szenen in einem Studio in Paris gedreht worden seien, völlig einleuchtend. Doch es ist nicht das an deinem Einwurf, was mich umhaut, als ob mir jemand einen Enterhaken oder Enterstock an den Kopf geworfen hätte, sondern dass es bislang eine offen gepflegte Information gab, es sei in den Studios von Buftea gedreht worden. Auch Marc di Napoli sagt im Interview des DVD-Booklets zu Drehorten und der Unterbringung der Filmleute: "... in Bukarest, während sich die Studios etwa zwanzig Kilometer ausserhalb der Stadt befanden. Gedreht wurde allerdings in verschiedenen Landesteilen ... [von denen wir ja einige jetzt kennen]". Vor eben diesem Hintergrund ist deine Aussage, gestützt von Zeitzeugen, deren Glaubwürdigkeit für mich ausser Frage steht, nämlich diese: Die "Studioaufnahmen wurden (erstaunlicherweise!) in Paris gemacht, nicht in Buftea", gleichbedeutend mit der Feststellung: Buftea ist gewissermassen eine grosse 'Bouffonnerie', eine Posse, journalistisch gesprochen: eine Ente, agentenbegrifflich: Desinformation!

Und von dieser Ente, genauer: Aucklandente (Anas aucklandica), muss ich mich jetzt erst einmal erholen (bzw. von der mir zugeflogenen Stockente ... äh ... von deinem eingeworfenen Enterstock).

Leo



Elaine

Beiträge: 213


27.03.2010 20:04
#107 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Zitat von leo
Doch es ist nicht das an deinem Einwurf, was mich umhaut, als ob mir jemand einen Enterhaken oder Enterstock an den Kopf geworfen hätte, sondern dass es bislang eine offen gepflegte Information gab, es sei in den Studios von Buftea gedreht worden. Auch Marc di Napoli sagt im Interview des DVD-Booklets zu Drehorten und der Unterbringung der Filmleute: "... in Bukarest, während sich die Studios etwa zwanzig Kilometer ausserhalb der Stadt befanden. Gedreht wurde allerdings in verschiedenen Landesteilen ... [von denen wir ja einige jetzt kennen]". Vor eben diesem Hintergrund ist deine Aussage, gestützt von Zeitzeugen, deren Glaubwürdigkeit für mich ausser Frage steht, nämlich diese: Die "Studioaufnahmen wurden (erstaunlicherweise!) in Paris gemacht, nicht in Buftea", gleichbedeutend mit der Feststellung: Buftea ist gewissermassen eine grosse 'Bouffonnerie', eine Posse, journalistisch gesprochen: eine Ente, agentenbegrifflich: Desinformation!
Und von dieser Ente, genauer: Aucklandente (Anas aucklandica), muss ich mich jetzt erst einmal erholen (bzw. von der mir zugeflogenen Stockente ... äh ... von deinem eingeworfenen Enterstock).
Leo


Na, na, Leo, nun fasse Dich aber ´mal wieder!
Als Lady kann ich dazu nur sagen:
Ein Gentleman verbreitet keine Desinformationen – er irrt sich höchstens.
Es mag ja sein, dass sowohl in Buftea, als auch in Paris Innenaufnahmen entstanden, und dass es Monsieur Di Napoli im Strudel seiner zahlreichen künstlerischen Verpflichtungen einfach entging, nebenbei auch zuhause um die Ecke noch ein paar Szenen für „Zwei Jahre Ferien“ gedreht zu haben. Vermutlich hat Rumänien (mit Masern) bei ihm den stärkeren Eindruck hinterlassen
Nachdem ich jedoch ein Filmstudio kenne (und es – bis auf Das Boot! – für austauschbar halte), ist das für mich von nicht so bezwingender Wichtigkeit.



leo

27.03.2010 22:12
#108 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Deine Erklärung, Elaine, überzeugt mich in jeder Hinsicht und zeugt von Grossherzigkeit und einem Charme, der jenem der Darsteller des Films, unbesehen dessen, dass dort eine Lady deines 'Pfiffs' und deiner Pfiffigkeit nicht aufgetreten ist, alle Ehre macht. Nebenbei ist sie Balsam für meine nun schon fast verheilte Beule vom Enterstock. Bei dieser sprechenden Quelle löst sich auch jeder Widerspruch auf. Merci. Die Suche und Vervollständigung der Drehorte macht echte Fortschritte.



Mariposa

Beiträge: 565


28.03.2010 22:02
#109 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Nun hat sich während meiner Abwesenheit bei den „Romanvorlagen und Drehorten zu Vierteilern“ doch einiges getan und neue und wichtige Erkenntnisse sind hinzugekommen. All denjenigen, die sich Gedanken gemacht, international gegoogelt und aktiv mitgemischt haben ein herzliches Dankeschön! Während der letzten Monate war schon zu befürchten, dass dieser Thread in eine Privatunterhaltung zwischen Elaine und mir abdriften würde, was eigentlich nicht Sinn und Zweck eines Forums ist. Zum Glück hat sich das Blatt jetzt gewendet.

Mit Leo ist nun nicht nur der Löwe bei der Augsburger Puppenkiste los , sondern auch hier im Forum. Der Hinweis zur französischen Seite war recht aufschlussreich. 1.000 Dank für den Tipp. Die Beschreibungen machen auf mich einen recht engagierten Eindruck, bei der Beschreibung meines Lieblingsfilms DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL auf gleicher Seite wird auch Kamerun als Drehort genannt, ein Umstand von dem ich selbst bis 2004 nichts wusste. Also sind Studioaufnahmen in Paris bei ZWEI JAHRE FERIEN auch im Bereich des Möglichen und sogar sehr wahrscheinlich, wenn es aus dieser Quelle stammt.

Meiner Meinung nach müssten sich die Darsteller besser erinnern können, die Dreharbeiten im Ausland stellten für sie doch gewiss ein wichtiges und sogar einschneidendes Erlebnis in ihrem damals noch jungen Leben dar, egal ob Teenager- oder Twenalter. Oder sie hatten bereits in jungen Jahren schon soviel gesehen und waren diesbezüglich so abgeklärt, dass es keine große Rolle mehr für sie spielte, wo bzw. in welchem Studio sie drehten. „Making of“ gab es damals leider noch nicht, aber vielleicht gab es inoffiziell so etwas wie eine Geheimhaltepflicht für Insider.

Marc’s kleiner Bruder Stéphane di Napoli ist auf seiner Website recht genau auf die Schauplätze/ Drehorte der Filme seiner Kindheit eingegangen und er war damals noch ein ganz kleiner Junge, kein Teenager und schon gar kein Twen. Die Brüder haben sich doch bestimmt über ihre Erlebnisse ausgetauscht, wann und wo gedreht wurde und schwelgen heute bei Familientreffen noch in Erinnerungen. Deswegen finde ich solche Gedächtnislücken irgendwie seltsam. Na ja, sollte man oder frau den Künstlern nachsehen.

Morris-Wilcox bzw. Jimmy Baxton finde ich als Vorname recht hübsch und einfallsreich. Kann man so lassen. Wie schon angedeutet ist Morris-Wilcox aber der erste, den ich "aufs Korn nehme".

Demnächst in diesem Theater
MARIPOSA



leo

01.04.2010 03:50
#110 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Herzlichen Dank, Mariposa. Die "Privatunterhaltung" zwischen dir und Elaine - wie auch die Beiträge von Swiftnick -, sprühend vor Einfällen, Anregung und Witz, war für mich ein Lesegenuss sondergleichen, und so komme ich mir ein bisschen vor wie ein Komodowaran im Fledermausladen (des feingliedrigen, elegant kurvenden Zwiegesprächs).

Übrigens! Dank der Angabe deines Lieblingsfilm habe ich vor wenigen Tagen DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL auf DVD gekauft! ... Ich muss gestehen: Ich bin vor Begeisterung wie erschlagen (meine Partnerin auch)! Wir haben bis jetzt in 2 kleinen Dosen nur bis zu der Szene geschaut, wo Mr. Smith mit seiner Konstruktion im Sand, mit Uhrzeit und Himmel eine Bestimmung von Breiten- und Längengrad vornimmt. Also, ein fantastischer, gewaltiger Film! Ich muss meine Partnerin wirklich zurückhalten, die jedesmal eine weitere Dosis möchte! Auch mir gelingt der Widerstand nur sehr knapp und nur dank des noch wirksamen Gegenmittels der TV-Infizierung vor 40 Jahren, als es uns vor Erwartung der nächsten Folge eines Mehrteilers eine Woche lang fast zerriss. Ich glaube auch, ein oder besser zwei Tage Pause geben dem Teil eines Film dieser einsamen Güte in uns den Raum, seine Kraft noch besser zu entfalten (wie er es verdient). Nicht einmal der Kuckuck weiss, was ich damals in den 70ern für einen Unfug gemacht habe und dabei diesen Film verpasste. Wenn man mich für 20 Jahre oder sogar für immer auf eine einsame Insel verbannte und ich nur 10 Filme mitnehmen könnte:

ZJF; SCHATZINSEL (mit Ivor Dean); SEEWOLF; THE GENERAL (Buster Keaton); PICKNICK AT HANGING ROCK; COLUMBO, wenn nur einer, dann der mit Jack Cassidy als "The Great Santini " in (dt.) "Wenn der Schein trügt"; irgendein Film mit Katharine Hephurn und Spencer Tracy, UNTER DEM SAND mit Charlotte Rampling, DIE FILZLAUS mit Lino Ventura und Jacques Brel; DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL (das nach nur 100 Minuten).

Zu den Drehorten von ZJF

Zitat von Mariposa

Meiner Meinung nach müssten sich die Darsteller besser erinnern können, die Dreharbeiten im Ausland stellten für sie doch gewiss ein wichtiges und sogar einschneidendes Erlebnis in ihrem damals noch jungen Leben dar, egal ob Teenager- oder Twenalter. (...) Aber vielleicht gab es inoffiziell so etwas wie eine Geheimhaltepflicht für Insider.
Marc’s kleiner Bruder Stéphane di Napoli ist auf seiner Website recht genau auf die Schauplätze/ Drehorte der Filme seiner Kindheit eingegangen und er war damals noch ein ganz kleiner Junge, kein Teenager und schon gar kein Twen. (...) Deswegen finde ich solche Gedächtnislücken irgendwie seltsam. Na ja, sollte man oder frau den Künstlern nachsehen.




Es ist tatsächlich ein bisschen seltsam, doch, wie du sagst, wir müssen nachsichtig sein. Ob wir nun Rainer Basedow alias Pike kontaktieren würden (das Gesicht kann ich mir vorstellen und das ungläubige Lachen) oder einige der jungen oder sogar jüngsten Darsteller: Es ist sehr lange her, und wohl nur die damals jungen rumänischen Schauspieler können heute wohl noch sagen (die anderen sind leider fast alle tot), wo das alles genau gedreht wurde und dabei die rumänischen Städte, Kleinstädte, Dörfer, Küstenstriche noch richtig benennen und von ihrer Lage her einordnen. Ich glaube nicht, dass bspw. F.S. heute noch die geografischen Bezeichnungen wie z.B. zwei ähnlich klingende Städtenamen auseinanderhalten könnte. Für uns Zuschauer, Kind oder Jugendliche(r), war es ein Erlebnis, das wir wohl ein Leben lang in uns tragen. Für die Schauspieler war es eine Dreharbeit unter vielen anderen!

Bekanntlich ist dank Elaine und dir, Mariposa, ein tolles Rätsel gelöst worden. Die Angaben (Brasov, Mangalia), die wir jetzt aus dem französischen Forum haben, bestätigen euch. Und dann gibt es ja noch von Elaine diese hochinteressante Information mit dem Pariser Studio.

Ich habe mich nun gefragt: Wie weit kann man diese genannten Drehorte exakt belegen und andere oder einfach Genaueres herausfinden, ohne nun die Schauspieler und ihr Gedächtnis zu bemühen? Oder eben: ohne von Ihrem Gedächtnis abhängig zu sein; denn dies ist das Problem auch innerlich wahrhaftig aussagender Zeitzeugen, die sich ja ihrer möglichen Fehler oder Erinnerungsüberlagerungen gar nicht bewusst sind!

Zitat von Elaine

Demnach wurden als Drehorte Braşov und seine Umgebung sowie Constanţa für die See-Szenen genutzt.
Nun liegt Mangalia im Kreis Constanţa, so dass das kein Widerspruch ist.




Es gibt hier tatsächlich keine Widersprüche mehr! Sie lösen sich auf! Unterdessen ist nämlich die Suche weitergegangen. Ich habe mich mit zwei Dingen eingehend befasst:

(1) Welchen eindeutigen Beleg gibt es für Mangalia? Oder anders gefragt: Was in Mangalia kommt eindeutig im Film vor und wo daselbst?

(2) Lässt sich der berühmte SLOUGHI-STRAND auf der 'Insel', wo ja sehr viele und lange Szenen gedreht wurden, herausfinden?

Die erste Frage lässt sich endgültig beantworten, die zweite Frage lässt sich so gut wie beantworten! Von der 225 km langen Küstenlinie Rumäniens zwischen Bulgarien und der Ukraine verbleibt nur noch ein Stück von etwa 8 km Länge, worin die genau zu identifizierende Bucht liegt. Für diese letzte 'Operation' fehlen mir im Augenblick die Mittel (gedanklich und technisch). Doch 8 km sind bloss ein Strandspaziergang von 2 Stunden nahe am Wasser (was ich dann auch selbst wäre, wenn (temporal, nicht konditional!) ich ihn später einmal finde).

Genaueres, Begründung und Fotos demnächst hier und nur hier.

Leo (meine Fresse, jetzt muss ich aber in die Kajüte ... äh ... Koje)



Swiftnick

Beiträge: 192


01.04.2010 14:05
#111 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

vor einiger Zeit habe ich mich mit der Tochter von Constantin Nedelcu (Jimmy) gemailt. Laut ihren Angaben ist die Familie 1997 nach Kanada ausgewandert.
Constantin dürfte natürlich einiges über die Dreharbeiten wissen. Mal schauen, ob ich den alten Kontakt wiederaufleben lassen kann.

Yes I am related to Constantin (Costi Nedelcu). I am his daughter. (...) he only has one single picture from the production and that is it, no other material.
(...) My family and I moved to Canada in 1997 from Romania. My dad is currently an engineer for a large (... ) truck company of course, his passion ever since he was rally racing


Und jetzt kommt ein fast unglaublicher Satz:
he did not even know that the show was ever on tv



Mariposa

Beiträge: 565


01.04.2010 22:28
#112 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Hallo, hallo - da hast Du uns ja einen richtigen Knüller geliefert, Swiftnick !!! Dankeschön !!!

Ich wünschte Rafael Bardems Tochter würde sich mal bei mir melden, da wäre ich ganz aus dem Häuschen, aber da hoffe ich wohl bis zum St. Nimmerleinstag .

Mit der Bekanntheit von ZWEI JAHRE FERIEN in Rumänien selbst scheint es wohl schlecht bestellt zu sein. Ich hatte letztens auf einem Langstreckenflug eine Sitznachbarin aus Rumänien, und nachdem wir uns anfangs angezickt und später wunderbar verstanden haben, habe ich das Thema natürlich angesprochen. Sie wusste weder was vom Film noch von den Darstellern. Ich denke der Fanclub ist primär hier in Deutschland und natürlich in Frankreich zu suchen, in Rumänien weniger. Da hatten die Jugendlichen damals wohl gar keinen Fernseher und wenn ich mir so einige ostdeutsche Kommentare zu ZWEI JAHRE FERIEN angucke, da kommt der Film und vor allem die westdeutschen Darsteller nicht besonders weg.

Leo, Du guckst DIE GEHEIMNISVOLLE INSEL am besten in kleinen 50-minütigen Dosen, so wie damals bei der Erstaustrahlung im Jahre 1975. Unbedingt die Vollfassung gucken !!! Mein mit Abstand liebster Teil ist der dritte namens DER UNHEIMLICHE BERG, wo ich mich bis heute noch nicht so richtig davon verabschiedet habe. Ich finde die Feuerberge auf Lanzarote einfach magisch, die ja u.a. auch als Drehort für Timm Thaler dienten.

Das Bonusmaterial auf der DVD bietet selbst für mich noch neue Erkenntnisse aber ich grummele ernsthaft wegen dem Intro mit dieser Blubbermusik (war im Original nicht) und es fehlen diese wundervollen Stiche. Das hätte man besser machen können.

Bevor Kabelmail mich wieder rauswirft mache ich mal Schluss für heute und hoffe schnell auf Antworten
MARIPOSA



Bleibt die Frage nach Horia Pavel, ob er noch lebt (was ich hoffe), wo er lebt und ob er noch Horia Pavel heißt ...



Swiftnick

Beiträge: 192


01.04.2010 22:43
#113 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Mariposa, lt. seiner Tochter hatte Constantin den Vierteiler noch nie gesehen. Er sei nie in Rumänien gesendet worden.
Zu seinem 49. Geburtstag wollte sie ihm eine Freude machen und ihn ihm schenken. So bin ich auf sie gestoßen.
Damals (das war vor 6 Jahren) habe ich die (französische) DVD-Box übern großen Teich geschickt, zusammen mit einem dicken Brief.
Seine Tochter hat sich über die grünen Samtanzüge halb tot gelacht, hat aber versprochen, ihren Vater deshalb nicht zu sehr aufzuziehen.



Elaine

Beiträge: 213


02.04.2010 11:15
#114 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Hu, das komme ich mit dem Antworten ja gar nicht mehr nach...

Nun ja, Mariposa, wir waren halt weit draußen auf dem weiten Ozean unserer Erinnerungen und Phantasie, der es mit dem Pazifik (35 % der Erdoberfläche) durchaus aufnehmen kann...
„Abgedriftet“ passt dabei ausnehmend gut, denn die englische Übersetzung von „Zwei Jahre Ferien“ heißt schließlich auch „Adrift“ oder „Adrift in the Pacific“.
Zum Glück wurden wir nun von anderen Seefahrern (der Besatzung eines Salpeterseglers?) aufgenommen und müssen nicht mehr wie „ein nie strandendes Treibholz zwischen Auckland und dem Archipiélagos de los Chonos“ unterwegs sein (wo es zum Glück keine Komodo-Warane gibt – unheimliches Viehzeug, das lt. einer Natur-Doku aus den 1990ern aus dem Unterholz hervor mit tödlich giftigen Fangzähnen zuschnappt)!

Leo, ich erlaube mir, noch einmal auf Deine Biographie zurückzugreifen:
Dein "... erschütternd gut, besonders der "Der Seewolf". Unübertroffener TV-Höhepunkt meiner gesamten Kindheit und Jugendzeit war jedoch "Zwei Jahre Ferien"; Eindruck und Nachhall waren so stark, dass dieser Film mir bis heute im Mark sitzt und nichts von seinem eigenartigen Reiz eingebüßt hat" spricht mir aus der Seele: Ja, ja, ja, genau so fühlt es sich an!
Nun, ja, um den maritimen Fakten die Ehre zu erweisen: Das Hölzchen würde flott von Neuseeland nach Chile hinüber schwimmen ... wie ich schon in dem Thread über das „Mädchen namens ...Tuesday“ bemerkte, wo meine Plauderei mit Mariposa (über den Namen „Lavinia“ im Seewolf) anfing...
... aber es könnte durchaus passieren, dass das von 4500 Meilen im Meer schon etwas verwitterte Stöckchen dann zwischen den vielen Inseln des Chonos Archipels mit seinen Strömungen und seinem beachtlichen Tidenhub wie „El Caleuche“, das Geisterschiff bzw. „der fliegende Holländer“ der Chiloten, in einer Endlosschleife umhergeistern würde.

Insofern ist es ganz gut, ab und zu auf den festen Boden der Tatsachen zurückzukommen, auch wenn es „ein paar dürre Bäume“, oder „auch ein kahler Felsen“ ist:
Die englische Übersetzung von „Deux ans de vacance“, Swiftnick, ist gegenwärtig mit Vorsicht zu genießen. Auch die Briten hatten schon früh die Idee, dass sie dabei etwas kürzen müssten, nämlich gleich 1889 (ihr könnt das alle bei http://en.wikipedia.org/wiki/Two_Years'_Vacation genauer nachlesen).
Und zufolge meinen eigenen Recherchen bei meiner Hausbuchhandlung und im Internet ist eine englische Übersetzung derzeit nur über einen „book-on-demand“-Verlag und über eine große indische Buchhandlung (!) zu haben – es ist aber durchaus nicht herauszubringen, ob das nun gekürzte (Kinderbuch-) Ausgaben sind, oder werkgetreue Übersetzungen!
Verweht im Palast der Winde... – o.k., aber das ist jetzt ein anderer Film.
Ich freue mich, wenn irgendwann einmal jemand von Euch etwas Günstigeres eruieren kann!

Die Tochter von Constantin Nedelcu – WAHNSINN!!! Ich sage nur: Es lebe das Internet!

Ich hatte mir ja schon beinahe gedacht, dass der Film aus Gründen rumänischer Staatsräson usw.. Auch mein Informant bestätigt, dass „Zwei Jahre Ferien“ erst vor ein paar Wochen am Ort seines Entstehens in rumänischer Synchronisation im Fernsehen lief (und daher die Gedächtnisleistung bzgl. der Drehorte überhaupt erst möglich war).

Und: Ach, ja, bitte, Swiftnick, versuche doch ´mal den alten Kontakt wiederaufleben zu lassen!
Denn auch meine Quellen könnten sich schließlich nach so langer Zeit geirrt oder etwas verwechselt haben. Immerhin wurde der Film vor 37 Jahren gedreht! Mit soviel Abstand zum Geschehen kann schon einiges im eigenen „Kopfkino“ durcheinander geraten – Erinnerung ist ja etwas sehr Fließendes und Trügerisches (wenn ihr letztens Quarks & Co. gesehen habt über Leute, denen man in ihre Kinderfotos irgendwelche nicht stattgefundenen Details hinein retuschiert hatte, und die sich dann prompt lebhaft an diese Dinge zu erinnern glaubten)...

Und wenn ich mir noch einmal die nicht mehr existente Website von Marc Di Napoli vergegenwärtige (mit, wie ich fand, sehr ansehnlichen Bildern – schade, dass sie weg ist)... Mein Gott, was (und wo) hatte das Kind schon alles gedreht, als es für „Zwei Jahre Ferien“ engagiert wurde!
„Abgeklärt“, Mariposa, ist da wahrscheinlich gar kein Ausdruck!!

Wenn Constantin Nedelcu also dieselben Drehorte benennen sollte wie seine hilfsbereiten Vorgänger, steigt die Wahrscheinlichkeit noch mehr, dass dies auch tatsächlich die Drehorte ...waren!
Und Genaueres dürfte wohl ein ausgedehnter Strandspaziergang bei Mangalia (nördlich oder südlich, Leo?) und ein paar Bergwanderungen bei Braşov ergeben. Dabei leben in Braşov besonders viele deutschsprachige Leute, die man fragen könnte... Der Rumänien-Reiseführer liegt schon neben meinem linken Ellbogen bereit... )



Swiftnick

Beiträge: 192


02.04.2010 13:07
#115 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

ich darf mal kurz abschweifen.
Hier ist Marc die Napoli kurz im Vorspann der Serie Les Galapiats zu sehen, 1969 in Belgien gedreht.
Zwei Sekunden lang, von 0:21-0:23

http://www.youtube.com/watch?v=yKeezqdWWW4



Elaine

Beiträge: 213


02.04.2010 17:25
#116 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Aber ich bitte Dich! Du bist Doch nicht abgeschweift - das war doch jetzt vielmehr eine Illustration dessen, was und wo "das Kind" schon alles gedreht hatte!



Mariposa

Beiträge: 565


02.04.2010 22:25
#117 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Tja, mit dem Mädchen namens Tuesday, mit Lavinia und meinem Faible Thread-überschreitend herumzuflattern und zu parlieren fing alles an und wenn ich mich damals nicht über meine Angewohnheit geärgert hätte und die Sache in ordentliche Bahnen bringen wollte, gäbe es diesen Thread nicht. Und das wäre doch schade! An dieser Stelle auch noch ein Dankeschön an die ein-ellige GILIAN ...

Nun möchte ich mich zu Ostern, wo Charlton Heston "post humum" auf diversen Kanälen Dauereinsatz hat, nicht über von mir bevorzugte neuseeländische Weihnachtstraditionen plaudern, das vertagen wir besser bis nach den Osterfeiertagen.

Hier und jetzt ein hübsches Ostergedicht (nicht aus meiner Feder), womit wir wieder beim Geflügel wären


Wenns im Frühling kaum noch schneit, dann ist Ostern nicht mehr weit.

Die Sonne scheint noch nicht so toll doch dafür ist der Mond schön voll.

Die Hühner haben viel zu tun und wenig Zeit sich auszuruhn.

Sie legen Eier ohne Paus', die Hasen tragen sie dann aus.

Liegt so ein Nest im grünen Gras, lobt jeder nur den Osterhas'.

Wer bunte Eier jetzt verschenkt nur selten an die Hühner denkt.

Ich will es aus Dankbarkeit jetzt tun, an Ostern lebe hoch: DAS HUHN

(von Friedel Ehrbächer)

Euch ALLEN ein superschönes Fest in Verbindung mit einem lichen Dankeschön für die Recherchen und Beiträge
MARIPOSA



leo

03.04.2010 04:33
#118 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Die Geschichte mit den rumänischen Darstellern und die (Nicht-)Rezeption des Films (früher) heute in Rumänien, wovon ich überhaupt nichts wusste, ist eine so interessante Sache, dass sie wohl einen besonderen Platz verdient hätte!

Ich finde es grossartig, dass Elaine, Mariposa und Swiftnick vor längerer Zeit oder kürzlich Kontakte zu Schauspielern herzustellen imstande waren; als eine Sache mit ganz eigenem Wert und nur für sie selbst; und darum auch völlig unabhängig davon, ob das nun zu einem Ergebnis für die andere Frage nach den Drehorten führt! Wenn es auch für diese Frage weiterhilft, toll, wenn nicht, bleibt es natürlich eine wunderbare Sache. Aus mehreren, durchaus verschiedenen Gründen, bin ich nicht dazu in der Lage, so etwas herbeizuführen.

Mein Versuch war einer, der von leibhaftigen Menschen, Erinnerungen und Auskünften unabhängig ist. Keine Angabe eines von uns geliebten oder (auch) geschätzten Zeitzeugen, genausowenig der Hinweis aus dem französischen Forum, sollte einfach hingenommen werden. Das Gesuchte sollte entweder durch Nachprüfung für alle Sehenden offensichtlich sein: Ein gefundenes, heute fotografiertes Objekt kann eindeutig einer oder mehrerer Filmszenen zugeordnet werden. Oder das Gesuchte sollte durch eine zwingende Überlegung und hernach mit einem einfachen, dafür konsequenten Ausschluss- und Näherungsverfahren, gefunden werden: Wie kann man auf der 225 km langen Küstenlinie Rumäniens auf gesicherte Weise Abschnitte bis auf ein einziges kleines Stück ausschliessen, und lässt sich dieses einzig Übriggebliebene dann tatsächlich mit dem gesuchten Objekt fotografisch dokumentieren und somit auch bestätigen?

Zwei Dingen bin auf den Grund gegangen: Mangalia und eben dem "Sloughi-Strand", wo sehr lange Szenen gedreht wurden.

Vorbemerkung: Wir geben uns keinen Illusionen hin. Es liegt auf der Hand, dass fast 40 vergangene Jahre auch am Stadt- und Landschaftsbild Rumäniens nicht spurlos vorbeigegangen sind. Gewisse Städte sind nicht wiederzuerkennen, ganze Quartiere, ganze Häuserzeilen, sind verschwunden, gemütliche Hafenanlagen haben sich völlig verändert, sind jetzt unter Umständen 20 mal oder noch grösser und haben etliche Hochbauten am Ufer, Kran-, und andere Industrie-Anlagen, auch zum Teil veränderte Hafenbecken usw. In wilden Gegenden, wo früher kein Häuschen stand, stehen jetzt in Meeresnähe herausgestampfte Touristenanlagen mit 10 Stockwerken. Warum sollte es hier anders sein als anderswo schon seit langem.

Fall 1: Der Fall Mangalia
Dieser Fall war sehr einfach zu lösen. Wer von uns sieht nicht die Szene vor Augen, wo die Jungen sich in Auckland winkend verabschieden, der Bobtail die Pfoten über die Reling hängen lässt, und die "Sloughi" kurz darauf aus dem Hafenbecken 'kurvt'. (Alle Nautiker/innen packt jetzt das Grauen!) Es geht um diese Hafenanlage mit dem herausfahrenden Schiff, wobei linker Hand ein Leuchtturm auf der Mole mit riesigen Steinklötzen steht, nicht aber geht es um die Stadt, wo die in 'Auckland' Zurückbleibenden stehen. (Dies kann in aller Augenfälligkeit - Wasserfarbe, -bewegung, Uferhintergrund - keine Stadt am Meer sein!) Ebendiese Hafenanlage ist dann wieder zu sehen, als die "Sloughi" später als "Birdeye" unter Forbes und Kumpanen in den Hafen zurückkommt. Sie ist dann sehr, sehr lange und wunderschön zu sehen, als die 'Ruderboot-Delegation' zur "Birdeye" fährt und an Deck kommt, um mit Forbes zu reden. Der Leuchtturm mit den ins Meer ragenden Steinklötzen (Mole) ist dabei in einer Szene gross, prächtig und genau in der Bildmitte zwischen Lord Buchanan und dem Hafenkapitän zu bewundern. Was hier nun zu sehen ist, ist der alte Leuchtturm von Mangalia, der sogenannte "Vechiul Far". Er steht heute noch, hat aber anders als vor 40 Jahren nicht ein grünes oder grünliches Dach, sondern eines mit schönem satten Blau. Die Hafenmole ist, wenn überhaupt, nur leicht verändert; mir kommt es nach etwa 25 Abbildungen so vor, als gäbe es von den Steinklötzen heute einige weniger als früher. Auf der linken Seite des Leuchtturms, wenn man mit Blick aufs Meer dasteht, verunziert heute eine Graffiti den Turm. Der "Vechiul Far" steht im "Port Turistic". Von den vielen Bildern, die es von ihm gibt, war eines entscheidend, weil es eine eindeutige Identifizierung erlaubte, und zwar aufgrund der erwähnten längeren Dialogszene mit Forbes und Lord Buchanan auf der "Birdeye", wo sich auf der dt. DVD 1, Teil 2, Kap. 09/13, Zeitindex 1:02:09, neben dem Leuchtturm einzelne Steinklötze der Mole, die steinernen langgestreckten Stufen darin und die Gesamtform unverwechselbar bis heute erhalten, identifizieren lassen.

Wer dies auf der dt. DVD ansehen möchte:

"Sloughi" verlässt Auckland: DVD 1, Teil 1, Zeitindex 32:05 bis 32:11, Kap. 06/13.

Als "Birdeye" zurück in Auckland: DVD 1, Teil 2, Zeitindex 59:30 bis 59:55, Kap. 08/13.

Ruderbootdelegation zur "Birdeye": DVD 1, Teil2, Zeitindex 1:00:18 bis 1:02:23, Kap. 09/13 (darin die schöne, nahe, sonnige 40-Sek.-Einstellung mit dem Leuchturm bei 1:01:43 bis 1:02:26)

"Birdeye" verlässt Auckland: DVD 1, Teil 2, Zeitindex 1:03:35 bis 1:03:55, Kap. 09/13.

In der französischen Version erscheint die Hafenmole und der Leuchtturm von Mangalia schon ganz am Anfang: DVD 1, Episode 1, Zeitindex 1:41. Ausserdem ist die Gestaltung des Menübildes hier nichts Geringeres als: Hafenmole und Leuchtturm von Mangalia!


Dieses Bild vom Leuchtturm und andere mehr werde ich euch morgen senden.

Fall 2: Der Fall "Sloughi"-Strand
Dieser Fall erschien mir zunächst völlig unmöglich zu lösen. Ich habe den aufkeimenden Gedanken, es dennoch zu tun, immer wieder abgewehrt. Als ich jedoch einmal eine Gelände-Karte (physisch) von Rumänien sah und dabei den grünen Raum des Donaudeltas von der ukrainischen Grenze bis zum Lacul Sinoie nahe bei Constanta, wusste ich sofort, dass im Prinzip schon 60% der gesamten Küstenlinie Rumäniens auf Anhieb (vorläufig) auszuschliessen waren (vorbehältlich einer absichernden Prüfung). Als ich an weitere Möglichkeiten dachte, bemerkte ich im Menü von Google-Maps oben im ersten Kästchen ("Mehr ..."), dass sich Fotos zuschalten lassen, worauf etwa 60-70 kleine Bildchen sichtbar wurden. Wichtig ist dabei, auch die kleinen Bildchen hinter den grossen hervorzuholen, so dass man zuletzt etwa auf knapp 100 Fotos kommt. Als ich die Menge, die hohe Qualität und die Nähe des Aufeinanderfolgens sah, war alles weitere ebenfalls von bestechender Einfachheit, es musste nur mit grosser Konsequenz, Geduld und viel Zeit getan werden. Es liegt überhaupt nichts Anspruchsvolles oder Raffiniertes in dieser Sache. Ich habe sicherheitshalber dann doch die ganze Küste Rumäniens abgeklopft.

Von diesen Fotos, die sich dank "in Panoramio" hier in Google-Maps (oder in http://www.panoramio.com/photo/FOTONUMMER - Achtung, dieser Link funktioniert natürlich nicht!) in grosser Schärfe bildschirmgross zeigen lassen, müssen wir jene nehmen, die möglichst weit blicken lassen, mehrere oder sogar viele Kilometer, um eindeutig die Beschaffenheit der Küste beurteilen zu können; wir fixieren ein bestimmtes Objekt (Siedlung, Häusergruppe, Turm, Gebäude, Industrie-Anlage, markante Baumgruppe, Fels, Schilf, Sumpf etc.) und suchen ein folgendes Bild, welches dasselbe Objekt zeigt, nach ein paar Kilometern weiter südlich. Auf diese Weise klickt man sich nahtlos durch die gesamte Küstenlinie Rumäniens und erkennt bei grossen Totalen, dass hier zum Beispiel über 5-10 km nur völlig flaches grünes Land ist, Sumpf oder Schilf; oder kilometerweise flache, ausgebaute Touristenstände mit Siedlungen, auf jeden Fall nichts von dem, was wir suchen. Auf diese Weise geht man die gesamte Küstenlinie durch und kommt zum Schluss: es gibt eine solche Küstenbeschaffenheit mit einer Bucht, wie wir sie im Film genau studieren können, in ganz Rumänien, nur ein einziges Mal! Und nur auf eine Länge von knapp 10 km. Diese Gegend liegt exakt in der Mitte zwischen Constanta und Mangalia.

Ich fand dann auch etwa 7-10 Fotos von diesen einzigartigen Buchten, wovon eine im Film zu sehen ist (auch im SEEWOLF mit der am Strand liegenden "Ghost") und musste besonders deren zwei sehr lange betrachten; ich bin mir bei einem von ihnen jetzt noch nicht schlüssig, ob es nicht im hinteren Teil "unseren" gesuchten Strand zeigt.

Im Detail handelt es sich um einen Küstenstreifen von 10 km Luftlinie, von welchen eigentlich nur 8 km in Frage kommen. Jetzt bitte gut am Stuhl festhalten: In diesem Küstenstreifen gibt es eine als "Baie des Français" bezeichnete Bucht! Der Gedanke liegt nahe, dass die Einwohner sie hier in Erinnerung an die Dreharbeiten so benannt haben. Von den bloss 2 Fotos, die ich gefunden habe, überzeugt mich zumindest der dort gezeigte Ausschnitt nicht ganz, andere Buchten dagegen eher. Die Lage im Detail:

NORDEN
Tuzla
Barca Pescareasca, Costinesti-Tuzla
Costinesti
Baie des Français bei Schitu-Costinesti, südl. von Costinesti
Costinesti Fishermen beach, südl. von Schitu-Costinesti (ans Meer führende Strasse DC4)
SÜDEN

Fotos schicke ich euch morgen schnell nach. Die Ungeduldigen unter euch können mit den Angaben oben jetzt eigentlich auch alle Fotos selber finden! Übrigens gibt es, wie Elaine schon bemerkte, keinen Widerspruch zwischen den Informationen. Die Jungs mussten für keine einzige Filmszene nach Mangalia! Sie kamen an diesen Strand von der grossen und bekannten Stadt Constanta, die nur 25 km entfernt ist. (Mangalia ist mindestens genauso weit entfernt). Darum ist die Angabe von Elaine's und Mariposas Gewährsmann oder Gewährsleuten völlig korrekt!

Ein Letztes, bevor meine Augenlider zuklappen: Die Stadt, die man immer sieht, wenn die "Sloughi" fest am Kai von 'Auckland" liegt; diese grossartigen Massenszenen mit den rumänischen Statisten; die Szene, wo Doniphan an Bord kommt, um das Schiff zu besichtigen: dies ist Techirghiol und das Wasser der Lacul Techirghiol, ein See. Doch das ist eine ganz andere Geschichte.

Aber dieses Letztere ist noch mit Vorsicht zu geniessen, nur zu 8 Neunteln wahrscheinlich. Ich muss mich auch morgen daraufhin überprüfen, ob ich nicht vom Aff .. äh ... von der Fledermaus gebissen bin.

Vielleicht wäre das ein ebenso guter Avatar wie Mariposas Vorschlag mit der Nachteule! Also von morgen an lebe ich wieder zu geregelten Zeiten ... so kann es nicht weitergehen. Statt vom süssen Näschen meiner Partnerin werde ich heute Nacht ... Morgen ... von der Felsnase der "Baie des Français" bei Schitu-Continesti am Schwarzen Meer träumen ... Psst!

Leo



Mariposa

Beiträge: 565


03.04.2010 14:39
#119 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Im Saarland sagen wir statt vom Affen gebissen "vom Lämming gepickt", wobei niemand so genau weiß, was ein Lämming ist, noch nicht einmal die Saarländer, die Lämming heißen. War mal eine recht ergebnislose Umfrage vom saarländischen Rundfunk ...

Apropos Fledermäuse. Ich wurde zwar zum Glück noch von keiner Fledermaus gebissen (soll wegen der Tollwut hauptsächlich in Südamerika und Asien sehr gefährlich sein) aber schon von etlichen Bats (australische Flughunde) buchstäblich zugeschissen. Das ist jetzt kein Witz sondern gipfelte darin, dass ich mit vollen Klamotten in einen nahegelegenen Pool gesprungen bin, um mich von dieser zähflüssigen grünlichen Brühe, die überall an mir haftete, zu befreien. Bat-Kolonien, die an Bäumen hängen, mögen ihre Reize haben und neugierig machen, aber sie haben auch ihre Tücken und das nicht zu knapp ...

Dann muss ich mich noch für zwei sprachliche "Kloppse" entschuldigen. Luchse haben im Allgemeinen keine Büschel-Ohren sondern Pinsel-Ohren. Na ja, vielleicht ist bei dieser äußerst raren Spezies wie dem zahmen lateinamerikanischen Büschelohr-Luchs 'ne Abweichung erlaubt ;-))) Vielleicht wurde der mit der gleichen Lieferung exotischer Tiere wie das Schnabeltier aus Australien importiert ;-))) Sie hätten lieber 'nen Koala nehmen sollen, da ist der Kuscheltierfaktor noch stärker ausgeprägt ...

Natürlich meinte ich posthum und nicht post humum oder was ich von mir gegeben habe. War so eine Art schriftliches Stottern, da waren die Fingerchen wohl schneller als das Köpfchen. Man sollte sich seine textlichen Ergüsse besser vorher genau angucken, bevor man sie auf die Reise schickt ...

MARIPOSA



Elaine

Beiträge: 213


03.04.2010 15:18
#120 RE: Romanvorlagen für und Drehorte von Vierteilern antworten

Liebe Leute,
nun macht ´mal ´nen Punkt mit dem Korrigieren Eurer eigenen Fehler!! Wir sind doch hier nicht beim Rechtschreibwettbewerb (so ´was soll in Frankreich sehr beliebt sein, aber kaum einer kommt ohne Fehler dabei weg)! Und außerdem sind wir hier so herrlich anonym.
Ich habe selbst schon genug Tipp- und andere Fehler in meinen Beiträgen untergebracht (und dann immer erst nach mehr als einer halben Stunde entdeckt, wenn das Editieren schon nicht mehr möglich war - kann man sich dann an Dich wenden, Petra, wenn ein solcher "Schandfleck" unsere kleine Perfektionisten-Seele zu sehr zwickt?).

Mariposa, offensichtlich braucht (fast) jedes Land seinen Wolpertinger, nicht nur Bayern! Bei Euch heißen sie eben Lämminge! Wer weiß, wozu in dieser Hinsicht die nur mit einem Exemplar endemisch in Rumänien vorkommende Spezies des zahmen lateinamerikanischen Büschelohr-Luchses noch mutiert...
Freilich könnte sie den fleißigen Osterhühnern den Garaus (und dabei dem fröhlichen Hobo-Schweden konkurrenz) machen... Ein nettes Ostergedicht! Und so passend: Wo es hier doch auch immer wieder um ganz besonderes Geflügel geht (und letzthin auch um das Anerkennen stiller oder im Verborgenen erbrachter Leistungen)!

Und diese Bat-Kolonie in den Bäumen war ja bereits "Service" suspekt. Wie unsere Helden mit ihnen in der Höhle gehaust haben wollen...? Na, das zählte wohl zu den tierischen Gags im Film, die nicht allzu ernst zu nehmen sind, denn wenn ich mir so die unappetitlichen Details der Hinterlassenschaften ausmale...

Leo, das ist ja Wahnsinn - wieviel Zeit hast Du in diese Recherche investiert?? Ich weiß, mit google maps und panoramico und flickr kann man das machen, aber zu so ´was fehlt mir leider absolut die Zeit!

Ich zitiere jetzt einfach ´mal (egal ob richtig oder falsch):

"Nichts auf der Welt kann Ausdauer ersetzen.
Talent jedenfalls nicht - nichts ist so häufig wie erfolglose Leute mit Talent.
Auch Genialität nicht - verkannte Genies sind sprichwörtlich.
Allein Beharrlichkeit und Entschlossenheit sind allmächtig."
Calvin Coolidge

Mein Kompliment!



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