Karriere als Müllmann? Ich fürchte, eine solche Karriere war einem jungen Herrn aus vornehmster Familie dann doch verwehrt! (... auch wenn sie trefflich seinen Neigungen entgegen gekommen wäre.) Zudem – wir wissen ja, dass so eine Junggesellenwirtschaft zuweilen etwas verlottert ist (außer in der strengen Disziplin eines Segelschiffes, versteht sich)! So wird er nach zwei Jahre Ferien wohl genug „Schlammbäder“ genommen haben (worin auch immer), um sein Bedürfnis nach „Dreck“ für ´s Erste gestillt zu haben. Vielleicht wurde er später hin und wieder beim Herumpatschen in den mud pools von „Sulphur City“ (Rotorua - oder „rotten-rua“) mit dem zarten Duft von "rotten eggs" gesichtet.
Ja, die Überquerung des Weißwurscht-Äquators ist immer eine Reise wert! Eine Hausmeisterin habe ich in meiner „knapp bemessenen Freizeit“ nicht auffinden können, dafür hatte ich eine sehr nette Zimmerwirtin. Auch das richtig gute griechische Restaurant in Haidhausen gibt ´s immer noch... Und – Texaner in Bayern? Da können die interkulturellen Verwicklungen nicht weit sein! Irgendwo las ich einmal, dass so ein milliardenschwerer Amerikaner Schloss Neuschwanstein kaufen wollte – da waren die Bayern aber empört. Was für ein Sakrileg - Nationalheiligtümer werden schließlich nicht verkauft!
Onkel Jules‘ "Reisestipendien" sind zu empfehlen? Na, dann traue ich mich vielleicht doch noch ´mal an dieses seiner Werke heran. Abgrundtiefe Bösewichter sind ja durchaus mein Metier, und warum Forbes nicht gleich Mannschaft und Passagiere abmurkste, um dann erst das Lösegeld zu fordern... Hätte ihm viel Ärger erspart! Aber dann wäre unser Film endgültig zu den langsam die Nerven verlierenden Eltern geschwenkt und hätte uns damals nicht mehr interessiert. Also müssen wir Forbes‘ Chuzpe, die Mannschaft in Landnähe auszusetzen und mit seinen Geiseln des Langen und des Breiten umher zu schippern, wohl mit dem „lockeren Sparen“ erklären und damit, dass „er es nicht lassen konnte, Kopf und Kragen zu riskieren, um sich zu beweisen, dass ihm nichts schief gehen konnte“. In meinem Kopf hält allerdings Werner Pochath die Rolle des Forbes fest besetzt – tja. Fand Arthur Brauss in „Härte 10“ auch sehr beeindruckend, aber zu „Forbes“ kann er vor meinem inneren Auge nicht mutieren. Die hatten wohl damals für deutsche Fernsehfilme so eine Art Stammbesatzung für die Rollen des Helden, des Bösewichts, des unschuldigen Jungen usw., so dass die entsprechenden Herren sich in den Filmstudios die Klinke in die Hand gaben...
Wie schon gesagt, von Auckland nach Tasmanien wäre Kapitän Hull nur unter äußersten Mühen gekommen. Dazu hätte er nicht bloß „mehr als zwei Wochen lang“ beschaulich „über Tiefen, die nie ausgelotet worden waren“, sondern gegen die „Roaring Forties“ (die „Brüllenden Vierziger“) und den „East Australian Current“ kreuzen müssen, die beide mit viel Power von Westen kommen! Eigentlich machen so etwas nur Segelkoryphäen wie z.B. Erdmann, die den besonderen Kick suchen. Und unser viel strapazierter Schiffsjunge hätte dann vor lauter Brassen, Schoten Übernehmen, Deck Waschen, Kartoffeln Schälen, Aufbacken, Abbacken, Kabinen Aufklaren* etc. so „flink voran machen“ müssen, dass er gar nicht mehr in seine Hängematte gekommen wäre, um mit O’Brian über die zweifelhaften Aussichten armer Schiffbrüchiger zu schnacken. Insofern müssen wir Tasmanien der Phantasie unserer Filmemacher überlassen, und uns evtl. beim nächsten Neuseeland-Trip einen Tag in der Alexander Turnbull Library versenken, um doch noch ein abgewracktes Gefängnis zu finden, das damals irgendwo an der Küste lag...
Na, Du hättest mal den unschuldigen und überstrapazierten (Schiffs-)Jungen früher im Kommissar sehen sollen, ein frühreifes Früchtchen war das, kann ich bloß sagen. Aber Werner Pochath gab auch im Kommissar den Bösewicht, er ist sich treu geblieben.
Na ja, Müllmänner gab es zu der Zeit wohl noch nicht. Nur Dreckspatzen! Ging auch! Brauchte sich die schöne Latina doch nicht anders zu besinnen. Ich denke, wenn sie z. B. Morris-Wilcox (Mo-Wi's) Nähe gesucht hätte, hätte der sicher gleich das Weite gesucht, der kleine Gelehrte.
Du hast Dir schon Onkel Jules Schreibstil angeeignet, Elaine. Bei ihm sind die Guten immer "trefflich" oder "vortrefflich" oder "wacker". Bei der Lektüre der Reisestipendien muss ich direkt aufpassen, dass ich die Bezeichnungen im Alltag nicht verwende, so oft gebraucht er das. Ich habe nun bei der Romanfigur Roger Hinsdale (einem Engländer) eine leichte Ähnlichkeit zu Doniphan entdecken können, genauso bei dem allseits beliebten Franzosen Tony Renault zum gekreuzten Service und für den Franzosen Louis Clodion bleibt dann eine gewisse Änlichkeit zu Gordon übrig. Der Matrose Will Mitz schippert die Alert (Alarm als Name für ein Schiff) alleine gen Westen zu den Antillen und somit gäbe es da einen Bezug zu Dick Sand. Und Harry Merkel ist das Vernche Pendant zum Edward Forbes aus der Verfilmung, nur ist er von keinem geistig etwas unterbelichteten "Karpfen" umgeben sondern von Jungs mit dem gleichen Kaliber und gleichen Ambitionen. Da gäbe es auch ein Röllchen für Artur Brauss ...
Ja, wacker und vortrefflich musst Du auf jeden Fall sein, um neben Deinen „brettharten“ Arbeitswochen auch noch die Lektüre von Onkel Jules soweit voran gebracht zu haben! Ich lese ja in letzter Zeit bloß noch die tägliche Post, zu mehr reicht ´s nicht mehr ... Aber meine frühere ausgedehnte Lektüre historischer Romane hat schon sehr auf meinen Stil abgefärbt!
So, da hast Du also in den „Reisestipendien“ interessante Protagonisten zur Inspiration von Desailly entdeckt! Ich werde zur Stadtbibliothek eilen, sobald es mir möglich ist...
Übrigens würde ich nicht gänzlich ausschließen wollen... ... dass Morris-Wilcox einen gewissen „Naturkundeunterricht“ bei einer schönen Latina im verruchten Viertel um den Mercado von Valparaíso nicht doch mit angemessenem wissenschaftlichen Interesse genossen hätte... Immerhin muss er so ungefähr fünfzehn oder sechzehn Lenze gezählt haben, als er von der vergessenen Insel endlich errettet wurde. „Zwei Jahre Ferien“ für Erwachsene...
Ja – und pikant waren natürlich auch die Details, die damals enthüllt wurden, um einen „Rätselhaften Mord“ aufzuklären! Trotzdem stehe zu der „Rolle des unschuldigen Jungen“! (auch wenn – ich weiß! – das vom Darsteller all dieser bezaubernden Phantasiegestalten nicht in jedem Fall als Kompliment aufgefasst werden würde...) Denn an eine echte Dustin-Hoffman’sche Reifeprüfung hat sich das biedere ZDF damals dann doch noch nicht heran getraut, obwohl es sonst beim „Kommissar“ nicht gerade zimperlich zuging. Erst wegen der „Maria im Elend“ wurde der brave Lehrling (oder Geselle?) ein bißchen verrucht und geriet auf Abwege. Schöne Frauen haben schon so manchen Mann zu Fall gebracht... *seufz!* Auf kriminelle Abwege geriet er freilich auch bei der Wahl zwischen „Tod oder Freiheit“, aber da ging ´s wiederum in Anlehnung an Schillers „Räuber“ um eine gute Sache – und wenn sein Umgang mit Feuerwaffen da nicht „Unschuld“ verriet...!?
An der Stelle muss ich noch dringend etwas los werden: Die Drehbuchfehler in „Zwei Jahre Ferien“ hätte ich natürlich niemals entdeckt, wenn ich mich nicht dermaßen intensiv mit diesem Film beschäftigt hätte! Außerdem hat er meine Begeisterung für die Seefahrt geweckt, die – trotz einiger persönlicher Opfer an Neptun – noch kein bißchen zusammengeschrumpft ist, so dass ich gewisse Schiffe wirklich mit einer geradezu schwärmerischen Verehrung betrachte (obwohl ich ´s nicht mehr bis zum Admiral bringen werde und die Luft im Zwischendeck tatsächlich von den Ausdünstungen der Schlafenden und dem nassen Ölzeug manchmal so dick ist, dass ich sie lieber erst umrühre, damit sie beim Einatmen leichter ´runter rutscht).
Kaum hatte ich Arthur Brauss namentlich erwähnt, spielte er auch schon in einem aktuellen Film Freitag Abend in der ARD. War ja fast ein bisschen wie Voodoo. Müssen wir mal gelegentlich ausprobieren ob der Forum-Zauber auch in einem anderen Zusammenhang wirkt, am besten nach den Ferien, sonst verpassen wir am Ende noch etwas Vortreffliches. Wäre schade …
Selbst wenn der wackere Captain Hull sich nicht versegelt und auch keine Schiffbrüchigen auf einem einsamen Eiland (wo lag das eigentlich) gerettet hätte, so hätten sie vielleicht doch Hobart in Tasmanien (oder Tazzlemania, wie ein kleiner Australier mir voller Begeisterung erklärte) angesteuert. War und ist halt immer noch eine abgelegene Insel vor der Küste eines abgelegenen Kontinents. „Under Down Under“, wie ich es in einem australischen Reiseführer gelesen habe. Deswegen hat’s der Captain Hull mit seinen gar nicht trefflichen Geographiekenntnissen auch auf Anhieb gefunden …
Ich habe jetzt auch in etwa eine Ahnung wie es zu der Doppel-Moppel-Namensgebung von MoWi kam. Die beiden Filmmusikkomponisten Guido und Maurizio di Angelis kommen als Namensgeber nicht in Frage, die gab es damals ja noch nicht.
Franzosen haben und hatten ja schon immer einen besonderen Schlag bei den Frauen (nicht bloß in Vierteilern) und ich könnte mir gut vorstellen, dass es bei Morris' Mama auch nicht viel anders war. Die schwärmte nämlich insgeheim für den Komponisten Maurice Ravel und weniger für ihren Gatten. Also wollte sie ihren Jungen Morris nennen, weil sie sich nicht getraut hat, ihm direkt diesen französischen Namen zu geben. Als der gestrenge Papa dahinterkam, was es mit der Namensgebung auf sich hatte, schnappte er sich den Junior und brachte ihn zu Gordon’s Onkel um ihn auf Wilcox umtaufen zu lassen. Als er dann merkte, wie schlimm er seine Frau mit seiner Eigenmächtigkeit verletzt hatte, schenkte er ihr zu Versöhnung ein Pferd und das durfte sie dann nennen, wie sie wollte.
Na ja, ein Pferd ist vielleicht ein bisschen groß und MoWi’s Mama war ja eigentlich schon mit Windel-Wechseln und dem Haushalt voll beschäftigt und der Ehemann forderte ja auch eine gewisse Aufmerksamkeit. Schenkt er ihr halt ein Katerchen, ein schwarzes Katerchen. Dass nennt sie dann Bolero oder – der Bolero war damals ja noch nicht komponiert – halt Ravel. So wachsen Morris und Ravel zusammen auf.
Vielleicht war MoWi’s Papa ja Lehrer, ein bisschen anstrengend für die Ohren und man oder „frau“ erfuhr eigentlich immer mehr von ihm, als man oder „frau“ eigentlich wissen wollte. Ich meine, von irgendwem muss der Junge seinen Wissensdurst verbunden mit einer gewissen Klugscheißerei ja haben ...
Das wars für hier und jetzt, mit den besten Wünschen für ein treffliches Wochenende in Verbindung mit einer hoffentlich angenehmen Arbeitswoche MARIPOSA
Übersinnliche Erscheinungen im Forum?? Erst das Orakel, dann Astrologie und nun Telekinese... was als nächstes? Warte, ich hole rasch meine kleine Kristallkugel!
Eins muss man sagen: Das Schreiben in diesem Forum bildet! Da gucke ich doch ganz nichtsahnend nach, wann der „Boléro“ nun eigentlich komponiert wurde, und stelle fest --- dass Maurice Ravel erst 1875 geboren wurde. Er wäre damit höchstens acht Jahre älter als unser Morris gewesen und kein wirklich reizvolles Anhimmel-Objekt für die Frau Mama! Also noch mal überarbeiten, auch wenn der Gedanke äußerst charmant war... Vielleicht schloss sie ja eine „marriage of convinience“, weil ihre Jugendliebe – natürlich ein gewisser Morris oder Maurice – im Zweiten Anglo-Afghanischen Krieg ein trauriges Ende gefunden hatte... Anscheinend sind damals ja genug Briten von Indien nach Down Under ausgewandert. Der Herr Gatte war zu Recht empört, als er die wahren Hintergründe erfuhr – vielleicht von einer schwatzhaften Großtante unseres Morris... In dem Falle wollen wir dem Herrn Papa die Zweittaufe nachsehen. Ob es zum Zwecke der Versöhnung dann einen „geschenkten Gaul“ oder eine „Miezekatze“ gab, hing wohl weniger davon ab, wieviel die Frau Mama zu tun hatte, sondern eher davon, wieviel der Herr Papa verdiente: Nehmen wir ´mal an, er war nicht Lehrer, sondern ein wohl betuchter Professor (ein Berufsstand, der ja auch mächtig zum Dozieren und Klugscheißern neigt) des Auckland University Colleges – dann hatte Morris‘ Frau Mama eine Haushälterin, eine Köchin, ein Stubenmädchen, eine Zofe, eine Nanny, ein paar Hausmädchen und (nicht zu vergessen) einen Butler zur Verfügung! Windeln-Wechseln brauchte die viktorianische Dame selbst nicht, statt dessen gab sie dem Personal nach dem Frühstück ihre Anweisungen und machte anschließend ihren morgendlichen Ausritt im Park, z.B. der Auckland Domain, um Bekannte zu treffen und gesellschaftliche Beziehungen zu pflegen. Nehmen wir hingegen an, Morris‘ Papa war Lehrer, dann fiel die ganze Sache etwas bescheidener aus mit einer Miezekatze und einem Hausmädchen (ebenfalls für ´s Windeln-Wechseln und -Waschen zuständig). Wie auch immer, gegen den Namen „Bolero“ für das liebe Tier spricht nichts, denn dieser spanische Tanz wurde bereits 1780 erfunden.
Langsam komme ich übrigens Onkel Jules auf die Schliche, wie er die Namen für seine Helden gefunden hat! Die kamen mir ja schon immer sehr seltsam vor... Beim Stöbern in Wikipedia zeigt sich nämlich, dass sowohl „Wilcox“, als auch „Doniphan“ in den USA beheimatet und dort eher Nach- oder Ortsnamen sind – also immer mit dem Finger auf der Landkarte!
Das „einsame Eiland“ liegt lt. Film auf der Position „38 Grad Süd, Datumsgrenze“. Wenn wir in Betracht ziehen, wo die Datumsgrenze damals verlief... http://www.phys.uu.nl/~vgent/idl/idl.htm ... und uns eine Karte mit Meerestiefen vorkriegen... ... lag die Insel, auf welcher Forbes und Pike „Robinson spielten“, (nicht ganz 20 000, aber doch etwa) 2000 Meilen unter dem Meer. Ihre Rettung wäre damit eher ein Fall für Capitaine Nemo gewesen... Und falls unsere Filmemacher ein bißchen mit dem Finger auf der Landkarte verrutscht sein sollten – die Kermadec-Inseln kommen für das Abenteuer leider auch nicht in Frage, denn sie waren vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1937 bewohnt (http://en.wikipedia.org/wiki/Kermadec_Islands) – auch von Ziegen!
Tasmanien, ja --- Ich kann nicht oft genug betonen, dass diese Insel eine wirklich stilechte Kulisse für die Kaperung eines Schiffes und andere zweifelhafte Geschäfte ist! Ich kann auch nur noch einmal „In Tasmania“ von Nicholas Shakespeare empfehlen, um sich so richtig in die etwas düstere Historie dieses Eilands hineinzuversetzen! Vielleicht kam unserem Kapitän, der sein Patent zum „Schiffer auf großer Fahrt“ im Lotto gewonnen haben muss, ja „El Niño“ zu Hilfe: Das eigenartige Wetterphänomen, welchselbiges dafür sorgt, dass sich die großen Windsysteme im Pazifik umkehren, trug vielleicht dazu bei, dass er mit einem lauen Ostwindlein nach Hobart pütschern konnte und nicht im notorisch verregneten Nelson, Greymouth oder Hokitika seine verbrannte Ausrüstung ersetzen musste…?
Ich finde auch, dass Schreiben bildet und inspiriert, habe ich doch neben Baumwipfel-Buschwindröschen tatsächlich den zahmen, in Rumänien beheimateten südamerikanischen Büschelohrluchs ins Leben gerufen und der ist noch rarer als der inzwischen leider ausgestorbene Tasmanische Tiger ...
Ich habe mir enfach gedacht, wenn die im Film schon solchen Quatsch mit den Jahreszahlen machen (Revolutionskämpfe gegen Ende des vorigen Jahrhunderts in Peru [Ende bedeutete für mich so ungefähr die letzten 5 Jahre], 1889 die Cholera-Epidemie an der Arica Küste, dann dieser Goldraub, die Geschichte in Le Havre (Mai 1893), der Ausbruch der Sträflinge in Fort Pily am 23. März 1895 (gleichzeitig der Geburtstag von MoWi's Mum) und dann legt die Sloughy einige Jahre vor den vorerwähnten Ereignissen nämlich am 15. Feburar 1887 am Kingston Kai in Auckland an, um später Sträflinge aufzugabeln, die damals wohl auch noch die Bauern auf ländlichen Märkten mit selbstgemachten Pillen betrogen ...
Nein es war nicht der spanische Tanz sondern Ravel's Bolero der mich inspiriert hat und die Geschichte schicken wir erst einmal durch den TIME TUNNEL, darauf kommt es nun wirklich nicht mehr an. Mit ein bisschen gutem Willen und einer Portion Humor ist das alles nicht weiter tragisch ...
Eine Frage an diejenigen, die die französische Fassung gut kennen und besser französisch sprechen als ich. Gibt es bezüglich Jahreszahlen und Geographie auch solche Merkwürdigkeiten wie in der deutschen Version? Und diese Tieraufnahmen von Eugen Schuhmacher, die fehlen dort wohl?
Donnerwetter. Dass neben solchen physikalischen Phänomenen wie der positiven Resultante nun auch noch Zeitreisen oder gar Wurmlöcher in „Zwei Jahre Ferien“ zum Tragen kommen – das hätte ich nicht gedacht! Ich kann mich da *leicht ratlos guckend* nur noch der ehrenwerten Mrs Weldon und dem etwas unterbelichteten Hecht im Haifischbecken anschließen: „Also, wenn man dich so hört...!“ Doch wie unser erfahrener Herr Kaptein schon sehr richtig bemerkte: „Mit ein bisschen gutem Willen und einer Portion Humor...“ Wie sich das mit den Jahreszahlen (und "tierischen Reisebegleitern") in der französischen Version verhält, würde ich allerdings auch zu gerne wissen!!
Dort findet Ihr auch viele (französische) Clips aus Dailymotion zu seinen früheren Filmen, u.a. Les gens de Mogador, Las Galapiats, Deux ans de vacances ... unter Nennung der Schauspieler ... viel besser gemacht als früher. Ein liches Dankeschön an Marc für die viele Mühe, auch wenn er das jetzt wahrscheinlich nicht liest ...
Nachdem wieder die Zeit gekommen ist, der Zeit "zwischen den Jahren" des Jahres 1976 hinterherzutrauern wo im Nachmittagsprogramm unser geliebter, überstrapazierter Schiffsjunge und im Abendprogramm der degradierte Oberst der Zarenarmee zu bewundern waren, mache ich meine kleine persönliche Erinnerungsreise in die DVD-Welt und bin auf etwas Interessantes gestoßen:
Valerio Popesco, der Darsteller des Ogareff wird in den Produktionsnotizen (auf der DVD) als in Frankreich lebender Rumäne bezeichnet und nicht als Ungar. Also damals stand Ungar in der Programmzeitschrift, da ist sich mein Langzeitgedächtnis ziemlich sicher. Er ging nach Paris, um sich einer dringend notwendigen Augenoperation zu unterziehen, sonst wäre er erblindet und hätte nicht spielen können. So stand es zu lesen. Für mich ist er Ungar seit 1976, allerdings vom Namen her wäre Rumäne wahrscheinlicher, auf Popescos stößt man öfters in diesem Lande.
Weiß jemand was Genaueres oder könnte für mich im Seewolf & Co. jemand nachlesen, was die dazu meinen? Ich hatte beim Verfassen der Seite für TV-Nostalgie zwar gegoogelt, aber da war absolut NICHTS Verlässliches über die Nationalität gerade dieses Schauspielers zu finden. Und jetzt taucht er gelegentlich bei neueren Einträgen als Ungar auf, nachdem ich vor zwei Jahren geschrieben hatte, er sei Ungar.
Nicht, dass ich aus Unwissenheit oder fehlgeleitetem guten Willen Fehlinformationen übers Internet verbreite.
Ach so, Alfred Nathan sei ein späteres Pseudonym für Walter Ulbrich. Aber da muss ich auf der DVD nochmals nachhören.
Soweit zum ersten Schreck, wenn man nach zig Jahren mal eine DVD zu einem Thema einlegt, wo man sich einigermaßen auszukennen glaubt.
Ich habe gerade mal in "Seewolf und Co." reingelesen. Er wird dort als "in Paris lebender Rumäne" bezeichnet. Andererseits sind die Notizen auf der DVD vielleicht sogar aus dem Buch entnommen, da die Booklets sich sehr an das Buch anlehnen.
Danke fürs Nachgucken, Petra. Das habe ich befürchtet, weil die Artikel in Seewolf & Co und im ZWEI JAHRE FERIEN Booklet bis auf die Fotos auch identisch waren. Mit Fotos ist Seewolf & Co. schon üppiger.
Aber die Programmzeitschriften könnten sich ebenfalls geirrt und Hauptdarsteller und Drehort in den gleichen Topf geworfen haben. Feofar Khan war Ungar, da passt der Name zu. Auch andere Mitwirkende. Aber bei Valerio Popesco fand und finde ich keinen Geburtsort und keine Nationalität. Er hat bei Maigret-Verfilmungen mitgewirkt. Paris ist okay und der Name erscheint mir eher rumänisch als ungarisch. Ein Rumäne könnte ja auch nach Frankreich gekommen sein, um der Blindheit zu entgehen. Vielleicht war das auch nur eine Geschichte, um den Schauspieler interessanter zu machen. Bei mir hatte es gewirkt, mir gefiel Ogareff besser als Strogoff.
Christian Sofron hielt ich bis 2007 für einen Franzosen und hatte mich gewundert, dass bei "Bis ans Ende der Welt" ausgerechnet ein französischer Schauspieler mitspielt.
Solange mich niemand vom Gegenteil überzeugt, bleibt Valerio Popesco ein toller Ungar für mich. Das ist er schließlich schon seit 34 Jahren.
DANKE für die Mitteilung, dass sein Blog endlich wieder online ist.
Über eine Bemerkung zur DVD-Veröffentlichung der Serie Les Galapiats habe ich mich kringelig gelacht: ça c'est vendu comme des p'tits pains
ja, stimmt, die DVD-Box ging wirklich weg wie warme Semmeln. In Belgien wurden Unterschriften gesammelt, Petitionen eingereicht, Kinovorführungen veranstaltet ... und als es die Box endlich zu kaufen gab, gab es sogar TV-Auftritte und jede Menge Publicity dazu. Die Serie ist übrigens wirklich sehr schön.
Ja, da muss ich doch auch noch meinen Senf dazugeben! Denn den verruchten, degradierten Zarenoffizier, der auch noch das gerechte Ziel verfolgte, die Tartaren von der gierigen russischen Kolonialherrschaft zu befreien, fand ich damals auch interessanter, als den „wackeren“ Kurier, der doch nur Mamas braver Sohn war.
Mir war auch ganz entfallen, dass er fast zeitgleich mit der Wiederholung von „Zwei Jahre Ferien“ über den Bildschirm flackerte... Ich bildete mir fest ein, der Kurier des Zaren wäre in einem anderen Jahr gelaufen, 1977 zum Beispiel, aber halt, nein, das lief ja wieder „Der Seewolf“... oder?
Also, Rumäne oder Ungar, das ist hier die Frage! Der Name, Popesco, klingt bestimmt nicht ungarisch, sondern eher rumänisch. So ungefähr wie Nedelcu oder Barbulescu oder Paunescu... Und die Programmzeitschriften könnten ebenfalls Hauptdarsteller und Drehort versehentlich in denselben Topf geworfen haben, was ich für gar nicht unwahrscheinlich halte! Die DVD-Booklets scheinen mir alle von "Seewolf & Co." abgeschrieben zu haben (manchmal in einer „extended version“ – vielleicht verkaufen die Autoren noch Teile aus ihrem Manuskript an die DVD-Produzenten. „Kleine Nebeneinkünfte“...)
Vielleicht hilft hier etwas Landeskunde weiter: In Rumänien gibt es natürlich (wie in benachbarten Ländern so üblich) eine ungarische Minderheit, sagt der Rumänien-Reiseführer. Und wie üblich waren Minderheiten im Laufe der Geschichte nicht immer wohl gelitten. Da war es manchmal sehr nützlich, sich einen mehrheitskompatiblen Namen zu verschaffen... Ganz abgesehen davon, was „Mama Rebell“ für interessante Namen durch Heirat erwerben konnte, und wie Namen dann durch Auswanderung falsch geschrieben oder an die Aussprache der neuen Heimat angepasst werden können: „u“ müsste in Frankreich ja wie „ü“ ausgesprochen werden...
So könnte der Herr die Schnittmenge aus beidem sein – ein ungarischer Rumäne oder ein rumänischer Ungar, oder wie man das dann nennen soll.
Ein bißchen wird meine Theorie durch http://www.imdb.com/name/nm0691215/ gestützt: Da sieht man nämlich, dass er in rumänischen („as Valeriu Popescu“), französichen und ungarischen Filmen mitgespielt hat; im rumänischen mit rumänischer Namensschreibung, im ungarischen, darf man annehmen, nicht ganz ohne ungarische Sprachkenntnisse?!
Aber natürlich lässt so ein zwielichtiger Aufrührer sich nicht völlig enttarnen...!