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Ich war ja drei Tage in Berlin, eigentlich war es eine politische Informationsfahrt auf Einladung eines Bundestagsabgeordneten (Tipp für alle, die sich für die Arbeit des Bundestages und das politische bzw. historische Berlin interessieren: ruft mal bei Eurem Bundestagsabgeordneten im zuständigen Wahlkreis an und bekundet Euer Interesse. Wenn Ihr soviel Glück habt wie ich, werdet Ihr bereits zwei Tage später eingeladen), aber es blieb auch Zeit für eine knappe Stunde im "Fernsehmuseum" am Potsdamer Platz. Hier der Link dazu:
http://www.filmmuseum-berlin.de/
Wie man dem Link entnehmen kann, gibt es dort auch ein Filmmuseum, dazu fehlte mir leider die Zeit, ich bin schnurstracks ins Fernsehmuseum (6 Euro Eintritt, hier hätte ich aber auch noch das Filmmuseum sehen können). Es regnete, insofern war es ein geeigneter Programmpunkt.
Ich war ein wenig enttäuscht - es ist kein richtiges "Museum" mit Relikten aus vergangenen Zeiten, es ist, wie es ja auch bezeichnet wird, eine "ständige Ausstellung". Es gibt den sog. "Zeittunnel", wo man sich berührende und wichtige Momente im Fernsehen noch einmal ansehen kann (Mondlandung, 11. September, Wimbledonsieg von Boris Becker). Den beschriebenen Spiegelsaal habe ich irgendwie verpaßt... (dabei war das "Museum" so was von leer). Über eine Wendeltreppe kommt man dann in ein Zimmer, wo sechs Fernseher aufgestellt sind, man kann sich hinsetzen und aus über 2000 Sendungen wählen. Es sind unendlich viele Tatorte zu finden, alle Ein-Herz-und-eine-Seele-Folgen, Loriot, Augsburger Puppenkiste (Kaschis Herz würde höher schlagen), aber auch Hitparaden, Kleine Fernsehspiele, wichtige Fernsehfilme wie "Das Millionenspiel", die Wedel-Mehrteiler, eigentlich fast alles, was das deutsche Fernsehen in 50 Jahren ausgemacht hat. Aber auch eine Lassie-Folge war dabei. Ich habe ein wenig gezappt, in die erste "Lindenstraße"-Folge reingeschaut, in eine Hitparade, einen Rainer-Erler-Film und ein paar alte Werbespots. Leider gab es sonst nichts, z. B. zum Blättern (Bücher). Es lagen ein paar Jahrbücher des Fernsehens da, aber nur aus den 90er Jahren.
Ich hätte mir gewünscht, hier ein paar Requisiten aus alten Fernsehzeiten zu finden, aber auch alte Programmzeitschriften, eine Zusammenstellung von Reaktionen (Axel Schneiders Hörzu-Sammlung wäre hier gefragt!) auf bahnbrechende Fernsehsendungen, ggf. vielleicht auch was zum "Anfassen" (von mir aus Figuren aus der Puppenkiste, Cäsar, das Schweinderl aus "Was bin ich"), natürlich nicht wirklich zum Anfassen, aber ausgestellt.
Doch vermutlich will man das gar nicht leisten, denn ein "Museum" ist es ja eben nicht. Trotzdem könnte man, wenn man die Zeit hätte, Tage drin verbringen und alte Erinnerungen auffrischen. 2000 Fernsehsendungen hört sich zwar viel an, aber ich glaube, da geht noch viel mehr ;-) Denn dann hätte ich auch längst mein eigenes Museum - und ich könnte auch mit jeder Menge Bücher darüber dienen.
Ich sage einfach mal: das Museum ist ausbaufähig, und wirklich eine gute Idee. Wurde übrigens von unser aller Lieblings-Loriot eingeweiht.
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