Derzeit stromere ich mit Simplex alias Matthias Habich durch das Deutschland des Dreißigjährigen Krieges: Des Christoffel von Grimmelshausen abenteuerlicher Simplizissimus lief anno 1975 im ZDF.
Schon drollig, lauter alte "Bekannte" aus Tatort, Kommissar, Fall für Zwei usw. plötzlich im 17. Jahrhundert wieder zu entdecken: Günter Strack, Günter Mack, Herbert Stass, Christian Quadflieg, Kurt Jaggberg, Heinz Weiss ...
Aus heutiger Sicht wirkt die Machart doch etwas operettenhaft auf mich. Doch nachdem ich mich ein bißchen in diesen Stil "eingesehen" habe, stört es mich kaum noch.
Die Grauen des Krieges, die Foltermethoden, die Hexenverbrennungen, die menschenverachtenden Einstellungen der Fürsten und Generäle - all das kommt vor, aber in "familientauglicher" Form. Es hinterlässt keine allzu große Spuren beim Zuschauer. Wenigstens geht es mir so. Ich versuche, mir beim Zusehen den Rest zu denken.
Hab' jetzt alle 4 Teile wieder gesehen. Ich denke, von der Machart her ist Simplizissimus durchaus mit den Adventsvierteilern vergleichbar, wenn auch die Macher andere waren (nämlich die, die zuvor, 1972, den Trenck ins Bild gesetzt hatten).
ja. kann mich gut noch erinnern. und dass ich das damals alles sehr gut fand. so wie natürlich auch friedrich freiherr von der trenck. grüße mit baby auf arm
Simplex hatte am Ende seiner Versuche, bürgerlich zu leben, plötzlich sogar drei Babies auf dem Arm. Eins von seiner Frau, aber nicht von ihm gezeugt, und zwei von zwei anderen Frauen, an denen er tatkräftig beteiligt war ...
Simplizissimus hat die Konsequenzen gezogen aus seinem Lotterleben, sich eine Ziege genommen und ist dorthin zurück gegangen, wo er einst herkam: in die Einsiedelei.
Vielleicht hätte Steed auch Einsiedler werden sollen nach Emma. Schließlich konnte es da nur noch bergab gehen!