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TV-Nostalgie-Forum

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Dieses Thema hat 36 Antworten
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 Shows und Musiksendungen der 60er, 70er und 80er
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Petra



Beiträge: 7.155

01.05.2014 10:23
#31 RE: Zum blauen Bock antworten

Heinz Schenk ist heute gestorben. Da habe ich wirklich schlucken müssen, obwohl er ja ein schönes Alter erreicht hat. Als ich ein Kind hat, hat er mich regelmäßig mit seinem Blauen Bock gequält, das zu schätzen habe ich erst spät gelernt.

Und heute hat er leider erfahren müssen, dass sein Lied "Es ist alles nur geliehen" Wahrheit wird. Ruhen Sie sanft, Herr Schenk. Die Frau Wirtin wird Ihnen da oben sicher einen Bembel voll Äppelwoi anbieten, und viele ehemalige Gäste aus Ihren Sendungen warten schon auf Sie. Es ist merkwürdig, immer wenn wieder ein Stück Kindheit stirbt, werde ich sentimental.

Träumerle


Beiträge: 917

01.05.2014 16:09
#32 RE: Zum blauen Bock antworten

Ja so ist das....mich hat er nicht gequält...ich habe es irgendwie genossen, mit Oma zusammen den Blauen Bock zu schauen...Machs gut Heinz Schenk...hoffentlich gibt es da, wo Du jetzt bist auch Bembel und Äppelwoi.....

Horace



Beiträge: 477

01.05.2014 17:21
#33 RE: Zum blauen Bock antworten

Ich fand Heinz Schenk als egozentrischen Showmoderator in "Kein Pardon" großartig. "Zum Blauen Bock" war überhaupt nicht mein Fall, aber dennoch gehört es irgendwie zur 70er Kindheitserinnerung.

Lutz Zander



Beiträge: 441

02.05.2014 03:46
#34 RE: Zum blauen Bock antworten

Heinz Schenk war für mich immer ein echtes Multitalent. Schließlich war er ja nicht nur ein Schauspieler oder Präsentator des "Blauen Bocks". Er war auch ein hervorragender Autor, der sämtliche Texte für die Lieder in seiner Sendung höchstselbst geschrieben hat. Er war es auch, der die meisten Ideen für Sketche und Szenen hatte. Na und der Text seines Liedes "Es ist alles nur geliehen" aus dem Jahr 1978 wird wohl sowieso noch lange seine Gültigkeit behalten und zum Nachdenken anregen.

In Memoriam: Heinz Schenk (1924 - 2014)

Petra



Beiträge: 7.155

02.05.2014 10:02
#35 RE: Zum blauen Bock antworten

Ja, viele erinnern sich nur an "Kein Pardon" und haben (okay, ich fand den Blauen Bock auch als Kind fürchterlich langweilig) vergessen, was er mit dem Blauen Bock geschaffen hat. Der war nicht nur Moderator, er war mindestens so gut wie Rudi Carrell oder Joachim Fuchsberger. Gerade mit Carrell kann man ihn schon vergleichen, beides Perfektionisten. Auch Hans Rosenthal fällt in diese Schublade. Doch Schenk war mit am kreativsten (und meiner Meinung nach am unauffälligsten). Vielleicht gehört gerade das zur großen Kunst, einen großen Künstler erst später als solchen wahrzunehmen.

Schenk hat es darüber hinaus geschafft, viele verschiedene Künstler in seiner Sendung auftreten zu lassen. Die unvermeidliche Operette (Oper war es nur selten), das Musical, der Schlager, hin und wieder mal Pop, Volksmusik natürlich auch (wenn auch viel weniger als heute). Und auch das hat uns nicht weh getan im Nachhinein, im Gegenteil. Man wollte Hermann Prey zwar nicht singen hören, aber man bekam trotzdem ein Ohr dafür. Was mich faszinierte, war, dass Schenk es schaffte, Leute zum Singen zu bewegen, die es wirklich besser nicht getan hatten. Das hat denen aber nicht geschadet, im Gegenteil, es wirkte sympathisch. Da machten sich Leute zum Affen in einer Samstagnachmittag-Veranstaltung. Früher sagte ich "Langweilig", heute sage ich (wenn auch mit einem rosarot gefärbten Nostalgie-Auge): "Großes Fernsehen."

Lutz Zander



Beiträge: 441

02.05.2014 13:16
#36 RE: Zum blauen Bock antworten

Zitat von Petra im Beitrag #35
Ja, viele erinnern sich nur an "Kein Pardon" und haben (okay, ich fand den Blauen Bock auch als Kind fürchterlich langweilig) vergessen, was er mit dem Blauen Bock geschaffen hat. ...
Was mich faszinierte, war, dass Schenk es schaffte, Leute zum Singen zu bewegen, die es wirklich besser nicht getan hatten. Das hat denen aber nicht geschadet, im Gegenteil, es wirkte sympathisch. Da machten sich Leute zum Affen in einer Samstagnachmittag-Veranstaltung. Früher sagte ich "Langweilig", heute sage ich (wenn auch mit einem rosarot gefärbten Nostalgie-Auge): "Großes Fernsehen."


Da bin ich ganz Deiner Meinung Petra. Obwohl für mich damals eigentlich nur der Anfang mit dem Opernsänger (z.B. Rudolf Schock) und der Opernsängerin (z.B. Erika Köth) immer etwas Langweilig war. Der Rest der Sendung war dann doch stets sehr unterhaltsam und vor allem, da war meistens wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Ich habe mir gestern im HR-Fernsehen noch einmal einen Zusammenschnitt aus dem "Blauen Bock" unter dem Titel "Lachen mit Heinz Schenk" aus dem Jahr 2009 angesehen. Da habe ich erst wieder gemerkt, wie vielseitig diese Sendung dann doch gewesen ist. An vieles habe ich mich übrigens sofort wieder erinnern können. Da war z.B. der Chor der Fernsehansagerinnen von ARD und ZDF, was damals wohl wirklich noch eine echte kleine Sensation gewesen sein muß, weil es ja wirklich noch eine strikte Trennung zwischen den beiden einzigen öffentlich-rechtlichen Programmen (die Privaten gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht) gegeben hat. Oder auch der Auftritt von Talk-Show-Moderatoren wie Rainer Holbe, Sammy Drechsel oder Frank Lehmann. Frank Lehmann sagte übrigens zum Thema nicht singen können etwa folgendes: "Es war einfach eine ganz große Leistung von Heinz Schenk, solche Leute wie uns zum singen zu bringen und das so zu tun, das dabei wirklich niemand die Sorge haben musste, vorgeführt zu werden."
Ich denke das wohl genau das der ganz entscheidende Punkt gewesen ist. Da waren plötzlich Menschen im Fernsehen zu sehen, die man zwar von der Mattscheibe her kannte, aber eben nicht unbedingt als Sängerinnen oder Sänger. Und trotzdem war das ganze dann nicht eine Spur von Peinlich, sondern im Gegenteil stets sehr unterhaltsam und fröhlich. Dieter Pröttel, einer der zahlreichen Regisseure des "Blauen Bocks", hat wie ich finde sinngemäß einen bemerkenswerten Satz gesagt. "Selbst wenn eines Tages die Generation jener Zuschauer die den "Blauen Bock" noch Live erlebt haben, ausgestorben sein werden, und man irgendwann die alten Aufnahmebänder aus dem Archiv hervorkramen wird, dann wird man vielleicht erst einmal richtig merken und begreifen können, wie zeitlos unterhaltsam viele der von Heinz Schenk geschriebenen Gags und Szenen überhaupt sind. Auf Grund dieser Zeitlosigkeit werden bestimmt auch noch zukünftige Generationen darüber herzlich lachen können."
Und genau darin wird wohl auch immer der große Verdienst von Heinz Schenk bestehen bleiben.
Ganz gleich wie man heute auch immer zu seinen Sendungen wie "Der blaue Bock" oder "Fröhlich eingeschenkt" stehen mag. Eins hat der Vollblutunterhalter Schenk im Rückblick immer geschafft und verstanden. Seine damaligen Zuschauer dann doch eher nicht zu langweilen, sondern mit Sinn und Verstand heiter und fröhlich, aber manchmal eben auch nachdenklich zu unterhalten.

Träumerle


Beiträge: 917

16.06.2015 21:21
#37 RE: Zum blauen Bock antworten

Ich habe hier mal ein bischen in "alten" Beiträgen geschmöckert.....und die Tage habe ich noch im Mediamarkt eine Blaue Bock CD Box gesehen....Ich stand davor...und habe sie nicht gekauft......Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal dann doch zuschlagen...Alleine schon der alten Zeiten mit Oma wegen......

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